11.09.2021 22:57

Online-Handel: Bei Amazon gibt es meistens nicht die günstigsten Preise

Amazon: Online-Handel: Bei Amazon gibt es meistens nicht die günstigsten Preise | Nachricht | finanzen.net
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Viele Online-Shopper haben das Gefühl, bei Amazon meistens den besten Deal zu bekommen. Doch wie Recherchen des SWR jetzt ergaben, hat der Versandriese in den meisten Fällen tatsächlich gar nicht das günstigste Angebot.
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Hohe Provisionen treiben Preise in die Höhe

Fünf Wochen lang hat Tobias Schlögel, Experte für Marktbeobachtung und Preisoptimierung, im Auftrag der SWR-Verbraucherredaktion marktcheck eine Reihe von Topsellern auf Amazon beobachtet, um herauszufinden, ob es bei dem Online-Shopping-Primus tatsächlich immer am günstigsten ist, wie die Tagesschau berichtet. Es hat sich herausgestellt, dass Amazon in nur 30 Prozent der Fälle den besten Preis hatte, bei der Konkurrenz waren die Produkte oft sogar um ein Viertel günstiger. Der Grund dafür liegt Schlögel zufolge vor allem an den hohen Provisionen, die Amazon von den Händlern verlangt, die die Plattform für ihren Vertrieb nutzen. Dies führe dazu, dass diese ihre Produkte auf Amazon oftmals teurer verkaufen als auf ihren eigenen Online-Shops. Was sich ebenfalls gezeigt hat, ist dass Amazons Hauptkonkurrenten OTTO, eBay und Zalando so gut wie in keinem Fall den niedrigsten Preis bieten. Den findet man am häufigsten bei den Vergleichsportalen Google Shopping oder idealo.

Deutschland ist der zweitwichtigste Amazon-Markt

Gleich nach den USA ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Markt für Amazon. Der Konzern dominiert mit ganzen 53 Prozent Marktanteil den deutschen Online-Versandhandel. Wie eine Studie des Instituts für Handelsforschung in Köln ergeben hat, machen die Prime-Kunden dabei 70 Prozent aller von Amazon in Deutschland generierten Umsätze aus. Auch in Relation sprechen die Zahlen eine sehr eindeutige Sprache: Der Gesamtumsatz von Amazon in Deutschland ist um ein fünffaches größer als der Umsatz der beiden Hauptkonkurrenten OTTO und Zalando zusammen.

Kritik wegen mangelnder Nachhaltigkeit und Retourenvernichtung

Trotz seiner marktbeherrschenden Stellung gerät der Konzern jedoch immer wieder in die Kritik. Amazon zeigt sich nach außen hin in puncto Nachhaltigkeit und Klimaschutz sehr ambitioniert, das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 CO2-neutral zu werden. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Wie Retouren- und Logistikexperte Björn Asdecker von der Universität Bamberg laut der Tagesschau schätzt, fielen gerade im Logistikbereich des Online-Handels 25 bis 30 Prozent der direkt verantwortbaren Emissionen an. Asdecker kritisiert, dass Amazon keinerlei Auskunft darüber gebe, wie viele CO2-Emissionen pro Bestellung oder pro Retoure tatsächlich anfallen.

Auch das Thema Retourenvernichtung hat in jüngster Zeit wieder ein negatives Licht auf den Online-Giganten aus Seattle geworfen. Erst im Mai 2021 enthüllten verdeckte Mitarbeiter von Greenpeace, dass Amazon in einem seiner Logistikzentren noch immer die systematische Zerstörung von Neuwaren betreibt, obwohl die Große Koalition im Jahr 2020 gegen diese Praxis vorgegangen war und der Bundestag ein entsprechendes Gesetz verabschiedetet hatte. Auch zu diesem Punkt bewahrt Amazon Stillschweigen: Amazon bezog gegenüber markencheck keine Stellung, wie viele Tonnen Neuwaren pro Monat in den deutschen Amazon-Logistikzentren zerstört werden.

Thomas Weschle / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com

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22.10.2021Amazon OutperformCredit Suisse Group
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13.09.2021Amazon BuyGoldman Sachs Group Inc.
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13.06.2018Amazon HoldMorningstar
02.05.2018Amazon HoldMorningstar
02.02.2018Amazon neutralJMP Securities LLC
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