Bußgelder

Autofahren in Europa: Zwischen kuriosen Gesetzen und saftigen Strafen

27.02.26 23:53 Uhr

Ein Fehler, vier Jahre Haft? Europas härteste Verkehrsregeln | finanzen.net

Von der Zwangsversteigerung des Autos in Italien bis zur Bezahlung von Parkknöllchen im französischen Tabakladen - Europas Straßen sind voller überraschender Regeln. Wer nicht aufpasst, kann schnell in teure Fallen tappen, die manchmal kurios anmuten, aber durchaus ernst gemeint sind.

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Seltsame Regelungen mit ernsten Konsequenzen

Europas Verkehrsregeln offenbaren manche Eigenart, die Autofahrer überraschen kann. In Italien beispielsweise droht bei schwerer Trunkenheit am Steuer nicht nur eine saftige Geldstrafe bis zu 6.000 Euro, sondern im schlimmsten Fall sogar die Zwangsversteigerung des Fahrzeugs. Allerdings nur, wenn Fahrer und Eigentümer identisch sind, wie aus dem ADAC-Ratgeber hervorgeht. Eine weitere italienische Besonderheit: Motorradfahrer, die ohne Helm erwischt werden, müssen nicht nur eine Strafe zahlen - ihr Zweirad kommt für 60 Tage in Sicherungsverwahrung.

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Frankreich überrascht mit seinem pragmatischen Ansatz bei Parkknöllchen: Diese können direkt im Tabakladen beglichen werden, inklusive Quittung. Bei späterer Bezahlung wird es allerdings teurer. Zusätzlich gelten bei Regen andere Tempolimits - auf Schnellstraßen 100 statt 110 km/h, auf Autobahnen 110 statt 130 km/h.

Österreich kennt die sogenannte "Blaulichtsteuer": Rufen zwei Unfallbeteiligte bei einem simplen Sachschaden die Polizei, obwohl sie ihre Daten problemlos hätten austauschen können, werden 36 Euro Gebühr fällig. Wer gegen die Vignettenpflicht verstößt, muss eine Ersatzmaut von 120 Euro zahlen - verweigert er diese, drohen Bußgelder zwischen 300 und 3.000 Euro.

Drastische Unterschiede bei den Strafen

Die Kosten für Verkehrsverstöße variieren in Europa erheblich. Besonders deutlich wird dies bei Geschwindigkeitsüberschreitungen: Während in Deutschland 20 km/h zu viel mit bis zu 70 Euro bestraft werden, verlangt Italien mindestens 175 Euro, Norwegen sogar mindestens 585 Euro. Eine Verizon-Studie zeigt, dass Norwegen mit 944 Euro für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts die höchsten Strafen Europas verhängt - mehr als das Achtfache des deutschen Betrags.

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Die Schweiz zeigt sich bei Rasern besonders hart: Bereits ab 15 km/h zu viel drohen eine Anzeige, Fahrverbot und Entzug der Fahrerlaubnis. Erfüllt man den Rasertatbestand - 80 km/h zu schnell auf der Autobahn oder 40 km/h zu viel innerorts - können bis zu vier Jahre Haft und die Einziehung des Fahrzeugs die Folge sein. Bis zu 10.000 Schweizer Franken Geldbuße sind keine Seltenheit.

Spanien hingegen belohnt zügiges Zahlen: 50 Prozent Rabatt gibt es, wenn das Bußgeld innerhalb von 20 Tagen beglichen wird. Griechenland verdoppelt die Geldstrafen, wenn nicht innerhalb von zehn Tagen bezahlt wird - ein Rotlichtverstoß kostet dann 700 statt 350 Euro.

Vollstreckung kennt immer weniger Grenzen

Die Zeiten, in denen ausländische Bußgelder folgenlos blieben, sind weitgehend vorbei. Seit dem EU-Vollstreckungsabkommen von 2005 können Strafen ab 70 Euro auch in Deutschland vollstreckt werden. Besonders bei österreichischen Bußgeldern gilt bereits eine Grenze von 25 Euro plus Verwaltungskosten. Wie aus einem Bericht des ADAC hervorgeht, ist seit Mai 2024 sogar die Vollstreckung von Schweizer Bußgeldern in Deutschland möglich - allerdings erst ab 80 Schweizer Franken.

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Besonders tückisch: Wer glaubt, mit einem 50-Euro-Bußgeld unter der Vollstreckungsgrenze zu bleiben, übersieht oft die hinzukommenden Verwaltungskosten und Verfahrensgebühren. Diese können den Betrag schnell über die 70-Euro-Schwelle heben. Rechtskräftige Bußgelder verjähren zudem langsam - in Italien erst nach fünf Jahren, in Spanien nach vier Jahren. Urlauber mit offenen Forderungen riskieren bei der nächsten Reise böse Überraschungen bei Verkehrskontrollen oder Passkontrollen.

Die europäischen Verkehrsregeln werden nicht nur vielfältiger, sondern auch konsequenter durchgesetzt. Wer sich vorab informiert und die lokalen Besonderheiten ernst nimmt, spart nicht nur Geld, sondern auch Ärger im Urlaubsland.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

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