29.04.2021 23:07

Scoperty: Startup will Immobilienkauf vereinfachen

Immobilien-Startup: Scoperty: Startup will Immobilienkauf vereinfachen | Nachricht | finanzen.net
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Das Münchner Immobilien-Portal Scoperty stellt Schätzwerte zu den Verkaufspreisen von Immobilien mittels einer digitalen Karte bereit - wie gut sind die Daten?
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Preisübersicht

Ein Bild über die aktuelle Lage des Immobilienmarktes am gewünschten Wohnort machen - das versuchen viele Immobilien-Interessierte im Rahmen ihrer Suche nach einem potentiellen Wohnobjekt zum Kauf. Das Münchner Immobilien-Startup Scoperty will diesen Prozess simplifizieren, indem es eine digitale Karte bereitstellt, die Schätzwerte zu mehr als 35 Millionen Wohnobjekten in Deutschland liefert - nachzulesen auf der Scoperty-Website. Die Intention des Startups ist dabei die Erhöhung der Preistransparenz auf dem Immobilienmarkt und eine daraus resultierende Vereinfachung von Immobilienkaufprozessen. Scoperty-Geschäftsführer Michael Kasch äußert sich folgendermaßen gegenüber der Berliner Morgenpost: "Bisher gibt es für diesen Teil des Marktes ja kaum Informationen. Deshalb tun sich Kaufinteressenten und Verkäufer oft so schwer damit, einen fairen Preis für eine Immobilie zu finden."

Das Scoperty-Prinzip

Wie Scoperty auf der Unternehmens-Website angibt, verwendet das Startup Daten von Marktforschungsinstituten wie der Infas 360 GmbH oder dem Immobilienbewerter Sprengnetter, um sicherzustellen, dass der verwendete Algorithmus sachdienliche Ergebnisse liefert. Weitere Faktoren, die in die Bewertung der Wohnungen und Häuser einfließen, sind beispielsweise Lageinformationen, Schätzwerte der Wohn- und Grundstücksgröße, Baujahr sowie Objekttyp - Informationen, die unter anderem durch Katasterämter erhoben wurden.

Das sagen Immobilienexperten zur Datenqualität

Wie gut sind dabei die gelieferten Ergebnisse? Steffen Sebastian, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Regensburg, kommentiert die Vorgehensweise des Immobilien-Startups folgendermaßen gegenüber der Berliner Morgenpost: "Wenn versprochen wird, dass Big Data mehr Preistransparenz bieten kann als bisher, stimmt mich das skeptisch." Um seine Aussage zu begründen, erklärt Sebastian weiterhin: "Immobilien sind heterogene Güter. Das heißt, Häuser und Wohnungen unterscheiden sich und sind nur begrenzt austauschbar. Um valide Aussagen zu machen, brauchen Sie tiefe Informationen. Nehmen Sie zum Beispiel Reihenhäuser. Sie sind zwar alle ähnlich, unterscheiden sich aber in Ausstattung und Zustand. All das hat Einfluss auf den Wert der Immobilie. Selbst die Frage, an wen eine Wohnung oder ein Haus vermietet ist, kann eine Rolle spielen."

Scopertys Antwort

Scoperty-Gründer Kasch reagiert mit folgender Aussage auf die Kritik bezüglich der unzureichenden Datenqualität gegenüber der Berliner Morgenpost: "Eigentümer können deshalb auch gezielt Daten für ihre Immobilie einstellen." Laut Kasch bestünde also die Möglichkeit, Objekte als "offen für Gebote" zu kennzeichnen, um potentielle Käufer auf diese aufmerksam zu machen, sodass diese dann Kontakt mit den Immobilieneigentümern aufnehmen können. Auf die in der Berliner Morgenpost geäußerte Kritik von Matthias zu Eicken vom Eigentümerverband Haus & Grund, die digitale Scoperty-Karte würde auch Schätzwerte für Objekte angeben, die gar nicht zum Verkauf stünden und somit nicht zu mehr Markttransparenz, sondern zu mehr Missverständnissen führen, kontert Kasch: "Wer will, dass die Daten seiner Immobilie nicht auftauchen, kann sie löschen lassen."

Kritikpunkte

Wie die Berliner Morgenpost weiterhin berichtet, sieht zu Eicken neben potentiellen Fehlinformationen und daraus resultierender Verwirrung weitere kritikwürdige Punkte an der Herangehensweise des Startups. So ließen die angegebenen Preisspannen beispielsweise zu viel Spielraum. Wohnungen im Ballungsraum Frankfurt am Main würden von Scoperty beispielsweise Quadratmeterschätzwerte von 57 bis 105 Quadratmetern zugeordnet werden und Preise von rund 435.000 bis 808.000 Euro umfassen. Für Häuser im Norden Hamburgs würden Preise zwischen 1,1 und gut 1,6 Millionen Euro angezeigt werden. Stephan Kippes, Leiter der Marktforschung beim IVD Süd in München, schreibt in einem kürzlich erschienenen Aufsatz dazu: "Scoperty ist im Moment keine große Hilfe, es verwirrt mehr, als dass es nützt." Dabei referenziert Kippes die Zahl an Parametern, die beim Immobilienkauf berücksichtigt werden muss sowie den unzureichenden Zugang zu diesen Daten - ein Hindernis für die erhöhen der Qualität des verwendeten Algorithmus. Laut Informationen, die der Berliner Morgenpost vorliegen, empfiehlt Haus & Grund, Experten zu Rate zu ziehen, sollte eine Verkaufsabsicht bestehen - Scoperty sei zwar eine "grobe Richtschnur", aber keine endgültige Antwort.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jirsak / Shutterstock.com
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