21.08.2020 21:13

Niederländisches Startup entwickelt ersten fahrtüchtigen Hyperloop

Mobilitätsrevolution: Niederländisches Startup entwickelt ersten fahrtüchtigen Hyperloop | Nachricht | finanzen.net
Mobilitätsrevolution
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Der Hyperloop, Zukunftsmusik oder doch schon Realität? Das holländische Startup Hardt konnte bereits mit Erfolg auf einer kurzen Strecke diverse Testfahrten durchführen. Weitere Expansionen sind in Planung. Das ambitionierte Ziel lautet: ein funktionstüchtiges Hyperloop-Netzwerk innerhalb Europas bis 2040.
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Hyperloop ist Realität

Der Begriff des Hyperloops wurde 2013 zum ersten Mal der Welt vorgestellt, und zwar von Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk. Dabei handelt es sich um die Idee, eine Art des Personentransfers zu entwickeln, bei welchem die Passagiere mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde durch einen luftleeren Tunnel beziehungsweise ein Röhrensystem befördert werden.

Die Idee per se besteht in der Science-Fiction schon seit vielen Jahren - doch die heutige Technik erlaubt es, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen.

Doch nicht Elon Musk und seine Unternehmen können sich damit brüsten, den ersten einsatzbereiten Hyperloop in Europa entwickelt zu haben, sondern das niederländische Startup Hardt.

Mit dem Hyperloop durch Europa

Die Holländer testeten über die vergangenen zwei Jahre hinweg ihre Technologie, sodass bis heute bereits ein 30 Meter langer und funktionstüchtiger Testabschnitt entstehen konnte.

Das Ziel von Hardt ist ein bis 2040 voll ausgebautes Netz mit insgesamt fünf Strecken innerhalb Europas. Zunächst soll eine Verbindung zwischen Amsterdam und Den Haag mit Zwischenstopp in Leiden entstehen. Eine weitere Route innerhalb der Niederlande ist für Almere, Leystad, Zwolle sowie Groningen geplant. Aber auch Strecken nach Paris und Brüssel sind angestrebt, ebenso stehen Düsseldorf und Duisburg auf der Agenda.

In der Theorie würde eine Reise von Amsterdam nach Düsseldorf dann nur noch 30 Minuten Fahrzeit beanspruchen, nach Paris soll es in 90 Minuten mit einer geplanten Höchstgeschwindigkeit für den Personentransport von 700 Kilometern pro Stunde gehen. Damit wäre der niederländische Hyperloop also signifikant schneller als heutige Höchstgeschwindigkeitszüge.

Das Problem: Die 30 Meter kurze Teststrecke ist schlicht zu kurz, um das Potenzial der Technik ausschöpfen zu können. Entsprechende Belastungstests sind dementsprechend auch heute noch nicht möglich.

Das Konzept wurde hier zwar wiederholt erfolgreich getestet - so gleitet der Hyperloop reibungslos und angetrieben durch magnetische Kraft im Vakuum über die Schienen. Doch die geplanten Geschwindigkeiten können bei Weitem nicht erreicht werden.

Weiteres Testcenter in Planung

Damit das Hyperloop-Projekt des Startups jedoch weiter vorangetrieben werden kann, plant Hardt bereits eine weitere, drei Kilometer lange Teststrecke, welche bis 2022 errichtet werden soll.

Hier soll der Hyperloop dann auf sein vollkommenes Potenzial getestet werden können. Zunächst ab 2025 mit Gütern und später - ab 2028 - mit Personen.

Demnach steht die geplante Revolution des Personenverkehrs zwar noch in relativ ferner Zukunft, nichtsdestotrotz nehmen die Visionen aber so langsam Gestalt an. In welchem Zeitraum ein potenzielles Hyperloop-Netzwerk innerhalb Europas realisiert werden könnte, ist auch von den jeweiligen Regierungen abhängig. So muss nicht nur die Sicherheit des Hyperloops lupenrein ausfallen, sondern es müssten auch Milliardeninvestitionen fließen, um die Strecken bauen zu können.

Wie Jeroen Olthof, Verantwortlicher für Mobilität im Ausschuss der holländischen Provinz Nord-Holland, gegenüber Edison Media äußerte, seien die Forschungsergebnisse durchaus positiv, weshalb man Gespräche mit anderen Behörden aufnehmen werde, um die Entwicklung zu fördern.

Ob die öffentlichen Förderungen ausreichen werden, das Ziel 2040 einzuhalten, bleibt bis dato abzuwarten.

Henry Ely / Redaktion finanzen.net

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