Verdienst

Einkommensfrage - Für einen Rentenpunkt: Was man wirklich verdienen muss

23.01.26 03:44 Uhr

Rentenpunkt: So viel Einkommen brauchen Sie | finanzen.net

Die Zahl 50.493 Euro steht im Jahr 2025 für eine wichtige Schwelle: Wer exakt dieses Bruttojahreseinkommen erzielt, erwirbt einen vollen Rentenpunkt. Doch hinter dieser scheinbar simplen Berechnung verbirgt sich ein komplexes System, das man verstehen muss, wenn man seine Altersvorsorge richtig einschätzen will.

Der Sprung nach oben: Warum 2025 alles teurer wird

Das vorläufige Durchschnittsentgelt ist 2025 um satte 11,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen - von 45.358 Euro auf 50.493 Euro. Dieser deutliche Anstieg hat mehrere Ursachen: die starke Lohnentwicklung der vergangenen Jahre, Tarifabschlüsse mit hohen Steigerungsraten und die allgemeine Inflationsentwicklung. Wie das VZ VermögensZentrum analysiert, erhält 2025 nur derjenige einen vollen Rentenpunkt, der 50.493 Euro verdient. Zum Vergleich: 2024 reichten noch 45.358 Euro - eine Differenz von über 5.000 Euro.

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Die Realität der Einkommensverhältnisse: Wer erreicht überhaupt das Durchschnittsentgelt?

Ein monatliches Bruttoeinkommen von etwa 4.208 Euro - so viel muss man 2025 verdienen, um auf das Jahressoll für einen Rentenpunkt zu kommen. Doch wie viele Beschäftigte schaffen das überhaupt? Nach aktuellen Statistiken liegt das mittlere Einkommen in Deutschland deutlich unter diesem Niveau. Viele Arbeitnehmer sammeln daher nur Bruchteile von Rentenpunkten.

Wer beispielsweise 40.000 Euro brutto im Jahr verdient, erhält 2025 nur 0,79 Rentenpunkte. Bei einem Einkommen von 30.000 Euro sind es sogar nur 0,59 Punkte. Wie aus den Berechnungen der Hopkins Rechtsanwälte hervorgeht, errechnet sich die Anzahl der Rentenpunkte nach der einfachen Formel: Eigenes beitragspflichtiges Einkommen ÷ Durchschnittsentgelt = Anzahl der Rentenpunkte.

Der Wert steigt mit: Was ein Rentenpunkt 2025 wirklich bringt

Parallel zum gestiegenen Durchschnittsentgelt ist auch der Rentenwert selbst gestiegen. Seit dem 1. Juli 2025 ist ein Rentenpunkt 40,79 Euro wert - das sind 3,74 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie die Deutsche Rentenversicherung Rheinland mitteilte, stieg der aktuelle Rentenwert von 39,32 auf 40,79 Euro.

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Diese Entwicklung zeigt eine wichtige Tendenz: Obwohl es schwieriger wird, Rentenpunkte zu sammeln, steigt deren Wert kontinuierlich an. Ein Rentner mit 40 gesammelten Entgeltpunkten erhält 2025 eine monatliche Bruttorente von 1.631,60 Euro - vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen sowie eventuellen Steuern.

Die Grenzen des Systems: Maximal 1,91 Rentenpunkte möglich

Auch Topverdiener können nicht unbegrenzt Rentenpunkte sammeln. Die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt 2025 das rentenversicherungspflichtige Einkommen auf 96.600 Euro jährlich. Wer dieses Maximum erreicht, sammelt 1,91 Rentenpunkte - nicht einmal zwei volle Punkte trotz Spitzenverdienst.

Diese Obergrenze zeigt die soziale Komponente des Rentensystems auf: Während niedrige Einkommen durch Grundrente und andere Instrumente gestützt werden, ist nach oben hin eine klare Grenze gezogen. Selbst wer ein Vielfaches des Durchschnittseinkommens verdient, kann maximal etwa doppelt so viele Rentenpunkte sammeln.

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Strategien für mehr Rentenpunkte: Was Beschäftigte wissen sollten

Für alle, die ihre Rente aufbessern wollen, gibt es verschiedene Wege. Ab dem 50. Lebensjahr können freiwillige Beiträge geleistet werden, um zusätzliche Rentenpunkte zu erwerben. Wie das VZ VermögensZentrum berechnet, kostet ein Rentenpunkt 2025 etwa 9.392 Euro - eine Investition, die sich je nach Lebenserwartung und anderen Faktoren durchaus lohnen kann.

Wichtig ist auch die Beachtung von Anrechnungszeiten: Studium, Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen können ebenfalls Rentenpunkte oder rentenrechtliche Zeiten bringen, auch wenn dafür keine klassischen Beiträge gezahlt wurden.

Die steigenden Anforderungen für einen Rentenpunkt zeigen deutlich: Wer sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, muss mit erheblichen Einschränkungen im Alter rechnen. Eine frühzeitige und umfassende Altersvorsorgeplanung wird damit wichtiger denn je. Nur wer die Mechanismen des Rentensystems versteht und entsprechend handelt, kann im Alter finanziell abgesichert sein.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

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