11.11.2013 09:58

Internationale Geldpolitik: Energieunabhängigkeit könnte die Wende einleiten

Vermögensverwalter-Kolumne: Internationale Geldpolitik: Energieunabhängigkeit könnte die Wende einleiten | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Die Fed hat an ihrer bisherigen Geldpolitik festgehalten und setzt die Anleihekäufe, mitdenen sie den Märkten monatlich 85.000.000.000 USD an Liquidität zuführt, unverändert fort.
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von Susanne Woda, Portfoliomanagerin bei MERITO Asset Management in Dreieich

Die Orientierungsmarken Arbeitslosenquote und Inflationsraten wurde mit der Entscheidung im Oktober bereits unmissverständlich verstärkt, und nach der letzten Sitzung teilte man mit, dass man von der wirtschaftlichen Erholung der USA vollständig überzeugt sein müsse, um das Anleihekaufprogramm zurückzufahren. Die US-Wachstumsdaten für das dritte Quartal waren überraschend gut, allerdings ist eine geldpolitischen Wende in diesem Jahr nicht zu erwarten. Die Folgen des Shut-Down werden i m nächsten Quartal noch bremsen und solange der Haushaltsstreit über den USA schwebt, kann sich die Fed nicht aus der Deckung wagen. Damit ist der Weg fürs Erste vorgezeichnet, doch der Aufstieg der USA zur Energie-Weltmacht könnte Veränderungen herbeiführen.

Die Zielmarken sind klar gesetzt worden: 6,5 Prozent Arbeitslosigkeit und zwei Prozent Inflationsrate. Und genau diese Klarheit ist auch nötig, denn im nächsten Jahr steht die – wieder einmal – verschobene Einigung im US-Fiskalstreit wieder vor der Tür. Das was die USA für ihren Schuldendienst im Moment am allerwenigsten gebrauchen können, sind steigende Zinsen. Und die haben mit der letzten Diskussion zum Tapering bereits allzu deutlich an die Tür geklopft. Herr Bernanke hat nicht aufgemacht, doch er wird bald den Türschlüssel an seine Nachfolgerin Janet Yellen übergeben. Die „weiße Taube“ - bekannt für ihre noch expansivere Ausrichtung - wird ihn wohl tief in ihrem Nest vergraben, bevor sie die Plagegeister hineinbitten wird. Natürlich entscheidet sie nicht allein über die Geldpolitik, doch auch die anderen entscheidungsberechtigten Fed-Vertreter sind überwiegend „dovish“, also expansiv, ausgerichtet.

Der nächste Zinstermin steht im Dezember an und einige Analysten halten eine geldpolitische Straffung noch in diesem Jahr für möglich. Jedoch vermelden Inflation und Arbeitslosenquote bisher keine signifikante Annäherung an die genannten Ziele. Bis zum Frühjahr bzw. bis zu einer Einigung im Fiskalstreit ist ein Kurswechsel daher unwahrscheinlich. Mittelfristig jedoch könnte die Autonomie der USA vom weltweiten Energiemarkt der Schlüssel für die Trendwende werden, daher gilt es diese Entwicklung genau zu beobachten. Bereits heute hat China die USA beim Import von Energie überholt, denn durch Nutzung des Fracking-Technologie steigen die USA zum größten Produzenten von Erdöl und -gas auf. Damit können die Energiekosten massiv gesenkt werden und die USA wird zum Energie-Selbstversorger. Wenn dieser einzigartige Wettbewerbsvorteil greift – und bereits heute verlagern energieintensive Unternehmen ihre Standorte in die USA – könnte dies das Wirtschaftswachstum in den USA massiv befeuern und der Auslöser für die Trendwende werden.

Solange jedoch die geschaffenen Geldwerte nicht wieder vernichtet werden – ein Zurückfahren der Anleihekäufe auf Null sorgt übrigens nur für ein Stoppen der Liquiditätszufuhr – wird sich der Vermögenspreisanstieg grundsätzlich weiter fortsetzen. Denkbar ist allerdings, dass sich im kommenden Jahr, bei einer Verstärkung der weltweiten Wirtschaftserholung, die Präferenzen der Marktteilnehmer verschieben. Der Fokus könnte sich in diesem Fall zu Lasten der bereits stark liquiditätsgetriebenen Aktienmärkte und zu Gunsten jener Sektoren verschieben, die in den letzten Jahren weniger gut gelaufen sind. Hier sollte neben den Emerging Markets auch ein Auge auf den Rohstoffsektor geworfen werden.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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