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aktualisiert: 11.02.2011 12:47

WTI/Brent: Der große Unterschied

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Brent-Öl kostet weit mehr als WTI. Das wird sich ändern. Eine Chance für Anleger.
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von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Es ist meist das reine Kopf-an-Kopf-Rennen: In den vergangenen fünf Jahren entwickelten sich die Kurse der Ölsorten Brent und West Texas Intermediat (WTI) fast identisch. Schwankungen ausgenommen. Im Sommer 2007 beispielsweise war Brent-Öl ein paar Prozentpunkte teurer als WTI. Doch schon im Herbst musste für diese Sorte mehr bezahlt werden. 2008 und 2009 gab es so gut wie keine Preisunterschiede, auch bis Ende 2010 hinein liefen die Notierungen der beiden Rohölmarken fast Hand in Hand.


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Doch seit Dezember ist es mit der Symmetrie vorbei. Der Preisunterschied zwischen Brent und WTI steigt und steigt. Während der März-Future der Nordseesorte Brent derzeit etwa 102 Dollar je Barrel kostet, gibt es das Fass WTI bereits für 86 Dollar. Der Spread ist somit in nur wenigen Wochen von null auf über 15 Prozent gestiegen.

Für Investoren bieten sich dadurch interessante Gewinnchancen. Denn Experten gehen davon aus, dass dieser enorme Preisunterschied nicht von Dauer ist. Die Notierungen der beiden Ölsorten dürften sich schon bald wieder annähern.
„Der Grund für den vergleichsweise niedrigen WTI-Kurs liegt in der infrastrukturellen Situation in Cushing, einem Drehkreuz für Ölpipelines in den USA“, erklärt Jochen Fischer, Derivateexperte bei Goldman Sachs. In Cushing laufen wichtige Leitungen für Öl in WTI-Qualität aus dem Golf von Mexiko und Kanada zusammen. Zwei Dinge sorgen in der Stadt in Oklahoma derzeit für eine wahre Ölschwemme.

Zum einen pumpt der Versorger TransCanada Corp. seit Februar täglich rund 600 000 Barrel Rohöl über eine neue Pipeline nach Cushing. Die neue Pipeline nimmt ausgerechnet zum ungünstigsten Zeitpunkt den Betrieb auf. Denn die WTI-Lager­bestände in Cushing haben mit 38,3 Millionen Barrel einen Rekordwert erreicht.

Ölanalysten gehen davon aus, dass die Extraversorgung durch die neue Pipeline den Preis unter Druck setzt. „Da es in Cushing derzeit sehr große Lagerbestände an WTI-Öl gibt, ist der zusätzliche Zufluss über eine weitere Pipeline sehr wahrscheinlich der Auslöser für fallende Preise“, sagt Stephen Fekete, Experte bei Purin & Gertz, einem Beratungshaus der Ölbranche.

Die hohen Lagerbestände in Cu­shing haben aber noch einen zweiten, saisonalen Grund. „In vielen Raffinerien werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Die Anlagen arbeiten deshalb deutlich unter ihren Kapazitäten, und so staut sich das Angebot zusätzlich“, sagt Experte Fischer.

Der Spread am Terminmarkt zwischen WTI- und Brent-Öl ist bei den März-Kontrakten mit rund 16 Dollar am größten. Weiter in die Zukunft – etwa beim Juni-Kontrakt – ist der Unterschied mit etwa acht Dollar je Barrel schon wesentlich geringer.
Der Markt erwartet hier offensichtlich schon eine Anpassung der Preise. „Wir gehen davon aus, dass sich der Spread in den nächsten zwei bis drei Monaten wieder reduziert“, vermutet Fischer. Um auf dieses Szenario zu spekulieren, greifen Börsianer zu folgender Strategie: Sie gehen bei WTI long und short bei Brent-Öl. Konkret geht das mit Zertifikaten, beispielsweise mit einem Partizipationszer­tifikat (ISIN: DE 000 GS4 WT1 9) von Goldman Sachs. Fällt der Spread beim Juni-Kontrakt von derzeit etwa acht Dollar auf null, dann bringt dieses Zertifikat bis zum Laufzeit­ende am 11. Mai ein Plus von etwa acht Prozent. Allerdings hat das Produkt auch eine Knock-out-Schwelle. Das heißt: Steigt der Spread auf 30 Dollar, verfällt der Schein wertlos.

Risikofreudigere Anleger greifen zum Hebelprodukt mit fünffachem Hebel (ISIN: DE 000 GS4 HWT 2). Hier erfolgt der Knock-out zwar schon bei einem Anstieg des Spreads auf 15 Dollar, doch dafür sind mit dem Produkt auch rund 40 Prozent Rendite drin, falls der Spread bis zum Laufzeitende am 11. Mai auf null fällt. Da sich die Zertifikate auf den Juni-Future-Kontrakt von WTI beziehen, gibt es bei beiden Produkten keine Rollverluste.

Wer davon ausgeht, dass die Anpassung der beiden Ölpreise etwas län­ger dauern wird, greift zu einem Zertifikat der Société Générale auf den Index WTI zu Brent (ISIN: DE 000 SG0 3N4 6). Dieses Zertifikat hat weder Knock-out- noch Laufzeitbegrenzung. Dafür müssen Anleger hier aber – je nach Marktsituation und Anlagedauer – mit mehr oder weniger hohen Rollverlusten rechnen, was die Rendite schmälert.

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