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19.11.2018 09:11
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Wege aus der Nullzins-Krise - Teil 3: Discount-Zertifikate können Rendite schaffen

Vermögensverwalter-Kolumne: Wege aus der Nullzins-Krise - Teil 3: Discount-Zertifikate können Rendite schaffen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Wer vorausschauend Sicherungsmechanismen ins Depot einzieht, kann Krisen auch einmal aussitzen, ohne in Panik zu verfallen. Ein Instrument zur Absicherung bei gleichzeitiger Wahrung von Renditechancen sind Discount-Zertifikate.
Die weltweiten Kapitalmärkte erscheinen Vielen heutzutage als sehr volatil und risikoreich. Kein Wunder: Der deutsche Leitindex DAX hat in den vergangenen drei Monaten etwa neun Prozent eingebüßt, der NASDAQ knapp fünf Prozent, der britische FTSE 100 liegt bei einem Verlust von 5,4 Prozent, und der Frankreich-Leitindex CAC 40 blickt auf ein Minus von 5,7 Prozent zurück. Und der EUROSTOXX 50 hat etwa zehn Prozent in den vergangenen zwölf Monaten verloren.

Trotzdem wissen die Anleger natürlich, dass ohne Wertpapiere keine Rendite zu holen ist - und suchen deshalb Alternativen. Dabei stoßen sie regelmäßig auf Discount-Zertifikate, mit denen Anleger bei einem vergleichsweise hohen Sicherheitsfaktor zum Teil überdurchschnittliche Ausschüttungen generieren können. Discount-Zertifikate fallen vor allem durch vergleichsweise einfache Strukturen auf, die auch vom Privatkunden gut nachzuvollziehen sind: Es gibt eine festgelegte Laufzeit, einen fixen Basiswert und den maximalen Rückzahlungskurs. Wichtig: Es handelt sich bei den Papieren um Inhaberschuldverschreibungen. Die Bank, die das Zertifikat emittiert hat, muss also bis zur Rückzahlung des Zertifikats zahlungsfähig bleiben. Sonst droht der Totalverlust. Daher müssen Emittenten sorgsam ausgewählt werden.

Der Anleger erwirbt ein Discount-Zertifikat auf einen von ihm ausgewählten Basiswert, sei dies eine einzelne Aktie oder ein Index. Dabei zahlt er einen um einen bestimmten Abschlag (Discount) reduzierten Preis im Vergleich zur Aktie. Steht der Aktienkurs am Ende der Laufzeit des Zertifikats oberhalb oder gleich des definierten Grenzwerts (Cap), erhält der Investor diesen Wert vom Emittenten in bar ausgezahlt. Fällt die Aktie unter diesen Grenzwert, erhält der Anleger die Aktie als physische Lieferung.

Dieses Prinzip lässt sich an einem konkreten Beispiel festmachen. Das Discount-Zertifikat auf BASF (Emittent: HSBC) hat eine Laufzeit bis 17. Mai 2019, einen Kaufpreis von 56,90 Euro und einen Cap von 58 Euro. Der Discount zum aktuellen Aktienkurs beträgt knapp 17 Prozent. Der Investor kann somit 1,30 Euro pro Zertifikat verdienen, das heißt absolut 2,29 Prozent beziehungsweise 4,25 Prozent pro Jahr. Um diese Rendite zu verdienen, darf die BASF-Aktie bis zur Fälligkeit im Mai also bis gut 58 Euro zurückfallen.

Erst wenn die Aktie bei Fälligkeit unter den Kaufkurs des Zertifikats fällt, erreicht der Anleger mit seinem Investment die Verlustzone; dann hat die Aktie aber mehr als 17 Prozent Verlust aufgezeigt. Daher kommt es bei Zertifikate-Investments auch darauf an, nur die Werte sorgfältig auszuwählen, denen man in der Zukunft auch Vertrauen schenken möchte. Denn wer die Aktie als Ausgleich für sein Zertifikat erhält, kann in der Folge von der Erholung profitieren, allerdings dann beim vollen Risiko eines Aktieninvestments.

Für Anleger, die mit einer eher schwachen oder seitwärts gerichteten Aktienmarktentwicklung rechnen, sind Discount-Zertifikate also eine interessante Anlagemöglichkeit. Die Renditechance ist attraktiver als bei klassisch verzinslichen Anlagen, wenngleich natürlich ein Aktienrisiko - wenn auch verringert - zugrunde liegt. Es ist aber auch ein interessanter Gedanke, dass man den Basiswert im schlechtesten Fall effektiv geliefert bekommt und so einen günstigen Einstieg in den Basiswert "vorbereiten" kann. Die Einsatzmöglichkeiten kann man darüber hinaus hinsichtlich der Laufzeit und der Rendite-Risiko-Profile flexibel gestalten. So lässt sich zum Beispiel auch ein Portfolio aus Discount-Zertifikaten aufbauen, das über verschiedene Emittenten, Basiswerte und Laufzeiten gestreut ist.

von Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim und Neuss

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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