Software-Aktien im Blick: Darum sehen Analysten starkes Potenzial für ServiceNow, Shopify & Co.

Software-Aktien stehen 2026 massiv unter Druck und haben stark an Wert verloren. Doch trotz wachsender KI-Sorgen sehen Analysten in dem Abverkauf Chancen bei ausgewählten Titeln.
Werte in diesem Artikel
• Software-Aktien unter massivem Druck durch KI-Ängste und Kapitalabflüsse
• Analysten sprechen von einer Überreaktion und verweisen auf robuste Geschäftsmodelle
• Kursziele deuten bei einzelnen Werten auf Aufwärtspotenziale von bis zu 75 Prozent hin
Software unter Druck: Wenn KI zur Belastung wird
Der Jahresstart 2026 verlief für Software-Aktien historisch schwach. Der S&P 500-Index für Software und Dienstleistungen ist innerhalb kurzer Zeit zweistellig eingebrochen, begleitet von einem massiven Abbau der Marktkapitalisierung.
Investoren fürchten, dass künstliche Intelligenz etablierte Softwaremodelle verdrängen und das Wachstum dauerhaft ausbremsen könnte. Die Unsicherheit wird zusätzlich durch eine sektorweite Umschichtung verstärkt, bei der Kapital aus Technologieaktien in vermeintlich defensivere Bereiche fließt.
Reuters zufolge sprechen Marktbeobachter bereits von einem regelrechten "Software-mageddon". Gleichzeitig wird betont, dass die Abverkäufe weniger auf konkret enttäuschende Geschäftszahlen zurückzuführen seien, sondern vor allem auf die Angst vor strukturellen Veränderungen durch KI. Ob diese Sorgen bereits vollständig in den Bewertungen eingepreist sind, ist unter Investoren umstritten.
"Der Tod der Software ist übertrieben": Warum Analysten gegen den Trend wetten
Trotz der negativen Schlagzeilen mehren sich Stimmen, die den Pessimismus für überzogen halten. Aus einem Bericht von YahooFinance geht hervor, dass mehrere Analysten die Befürchtung einer schnellen Verdrängung klassischer Softwaremodelle durch KI zurückweisen. Der in dem Artikel zitierte DA Davidson-Analyst Gil Luria spricht von einer überzeichneten Debatte und erklärt: "Wenn KI tatsächlich ein Unternehmen ruinieren würde, wären die Anzeichen dafür längst erkennbar".
KI habe bislang vor allem für Zurückhaltung auf Kundenseite gesorgt, nicht jedoch für einen Einbruch der Nachfrage. Analysten verweisen darauf, dass Software-Anbieter die Infrastruktur liefern, auf der KI-Anwendungen überhaupt erst aufbauen.
Zudem entwickle sich das Geschäftsmodell weiter. Statt rein nutzerbasierter Lizenzen gewinnen verbrauchsabhängige Abrechnungen an Bedeutung. Truist-Securities-Analyst Terry Tillman betont, dass autonome KI-Agenten rund um die Uhr arbeiten und damit kontinuierlich abrechenbare Nutzung erzeugen könnten. Für Anbieter mit klar messbarem Mehrwert eröffne sich dadurch ein neuer Wachstumspfad.
Fokus auf Qualität: Warum ServiceNow und Shopify herausstechen
MarketWatch zufolge setzen Analysten im ausverkauften Software-Sektor nicht auf einen pauschalen Turnaround, sondern auf wenige Titel, bei denen Bewertung und mittelfristige Ertragsfantasie wieder zusammenfinden könnten.
Jefferies-Analyst Samad Samana erwartet, dass Anleger zu Application-Software zurückkehren, "wenn das Wachstum wieder anzieht, zusammen mit KI-Umsätzen". Zugleich hält er es für unwahrscheinlich, dass KI und sogenanntes "Vibe-Coding" klassische B2B-SaaS-Lösungen vollständig verdrängen. Stattdessen dürfte sich die KI-Monetarisierung "schrittweise nach oben in der Wertschöpfungskette" verlagern, was Software-Anbietern wieder Rückenwind geben könnte.
Vor diesem Hintergrund nennt MarketWatch unter den auffälligen Kandidaten unter anderem ServiceNow und Shopify.
Für beide Werte ging es seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent abwärts (Stand: Schlusskurs vom 6. Februar 2026). Dennoch erhalten beide Titel Unterstützung von positiven Analysteneinschätzungen: Daten von TipRanks zufolge halten Wall Street-Analysten für ServiceNow ein durchschnittliches Kursziel von 192,37 US-Dollar für realistisch, was zum letzten Schlusskurs von 100,74 US-Dollar einem Aufwärtspotenzial von rund 97 Prozent entspricht. Für Shopify prognostiziert der Analystenkonsens ein Kursziel von 180,58 US-Dollar und impliziert damit ein Potenzial von etwa 61 Prozent zum letzten Schlusskurs von 112,05 US-Dollar (Stand: 6. Februar 2026).
Zwischen Hoffnung und Vorsicht
Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter zur Zurückhaltung. Reuters zufolge sprechen selbst optimistische Investoren nicht von einer schnellen Trendwende, sondern von einer schrittweisen Neubewertung. Ein Portfoliomanager wird mit den Worten zitiert, dass zwar langfristiger Wert vorhanden sei, jedoch klare Signale aus dem operativen Geschäft erforderlich seien, bevor größere Engagements gerechtfertigt seien.
Damit bleibt das Bild differenziert: Während die Angst vor KI den Software-Sektor stark belastet hat, sehen Analysten zunehmend Anzeichen dafür, dass der Markt die Risiken überzeichnet. Ob sich daraus tatsächlich nachhaltige Kursgewinne ergeben, dürfte davon abhängen, wie überzeugend die Unternehmen den Übergang in das KI-Zeitalter operativ und finanziell gestalten.
Redaktion finanzen.net
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