ServiceNow-Aktie im Fokus: JPMorgan sieht diese Softwaretitel trotz KI-Sorgen als widerstandsfähig

Software-Aktien haben 2026 stark verloren, da viele Anleger KI als Bedrohung sehen - doch JPMorgan beschreibt einige dieser Titel als besonders widerstandsfähig.
Werte in diesem Artikel
• Software-Sektor hat laut JPMorgan rund 2 Billionen US-Dollar an Marktwert verloren
• JPMorgan nennt "KI-resiliente" Software-Aktien
• Größter Kursrückgang im Softwaresektor außerhalb einer Rezession seit über 30 Jahren
Der größte Ausverkauf seit 30 Jahren
Der Software-Sektor erlebt 2026 einen historischen Einbruch. Bekannte Namen wie Microsoft, Salesforce und Adobe haben seit ihren Höchstständen teils zweistellig an Wert verloren. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) brach innerhalb weniger Wochen um mehr als 20 Prozent ein. Laut einer JPMorgan-Analyse, über die CNBC am 10. Februar 2026 berichtete, hat der Sektor insgesamt rund 2 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt. Sein Gewicht im S&P 500 sank demnach von 12 auf 8,4 Prozent. JPMorgan stuft dies als den größten Kursrückgang im Softwaresektor außerhalb einer Rezession seit mehr als 30 Jahren ein.
Der Auslöser war die wachsende Sorge, dass agentenbasierte KI-Systeme bestehende Softwareprodukte mittelfristig ersetzen könnten. Der Markt verkaufte dabei breit und unterschiedslos, sowohl qualitativ hochwertige Unternehmen als auch spekulative Wachstumstitel wurden gleichermaßen abgestraft.
JPMorgans Gegenthese: "Unrealistische Szenarien"
In einer Analyse vom 10. Februar 2026 widerspricht JPMorgan der vorherrschenden Panik. Dubravko Lakos-Bujas, Leiter der globalen Marktstrategie bei JPMorgan, schrieb laut CNBC, der Markt preise kurzfristige KI-Disruptionsszenarien ein, die unrealistisch seien. Angesichts der überverkauften Positionen, der übermäßig pessimistischen Einschätzung und solider Fundamentaldaten seien die Risiken zunehmend in Richtung einer Erholung verschoben. Kriti Gupta, globale Investmentstrategin bei JPMorgan, ergänzte, der Markt verkaufe ohne Unterscheidung. Selbst Unternehmen, die von der KI-Infrastrukturnachfrage profitieren dürften, seien in den Abwärtsstrudel geraten.
JPMorgan nennt in der Analyse 19 Softwareunternehmen, die als besonders widerstandsfähig gegenüber KI-bedingter Disruption gelten. Besonders hervorgehoben werden Microsoft und CrowdStrike, die laut der Bank von KI-getriebenen Effizienzgewinnen in Arbeitsabläufen profitieren und durch hohe Wechselkosten sowie mehrjährige Verträge geschützt seien. Zur Liste gehören unter anderem ServiceNow, Palo Alto Networks, Snowflake, Datadog, Okta und Zscaler. Als taktisches Argument führt JPMorgan an, dass die Leerverkaufsquoten im Softwaresektor auf Rekordniveau liegen und Hedgefonds derzeit KI-Halbleiter gegenüber Software bevorzugen, eine Konstellation, die laut der Bank auf eine bevorstehende Erholung hindeute.
Ein Beitrag von The Motley Fool vom 17. Februar 2026 greift die These auf und beschreibt die Marktlogik als widersprüchlich: Wenn KI tatsächlich die gesamte Softwarebranche verdrängen werde, müssten die Aktien der KI-Unternehmen selbst höher bewertet sein. Wenn KI hingegen überbewertet sei und die milliardenschweren Investitionen sich nicht auszahlen würden, bestehe für Softwareunternehmen weniger Grund zur Sorge. Beides gleichzeitig könne nicht zutreffen.
ServiceNow als Paradebeispiel
ServiceNow zählt zu den 19 Titeln auf JPMorgans Liste und illustriert die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung. Das Unternehmen veröffentlichte am 28. Januar 2026 seine Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025. Laut der Pressemitteilung lag der Umsatz bei 3,57 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 20,5 Prozent im Jahresvergleich. Die Abonnementerlöse stiegen um 21 Prozent auf 3,47 Milliarden US-Dollar und übertrafen die eigene Prognose um 1,5 Prozentpunkte. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 0,92 US-Dollar und übertraf die Analystenerwartungen. Die Erneuerungsrate der Kundenverträge betrug 98 Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2026 stellte ServiceNow Abonnementerlöse zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden US-Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 20 Prozent entspräche. CEO Bill McDermott bezeichnete ServiceNow laut Pressemitteilung als das am besten positionierte KI-Unternehmen im Unternehmensbereich und verwies darauf, dass die Plattform zunehmend als zentrale Steuerungsinstanz für KI-gestützte Geschäftsprozesse diene. Das KI-Produktpaket "Now Assist" verdoppelte seinen Neugeschäftsbeitrag im Vergleich zum Vorjahr. Zudem übernahm ServiceNow 2025 drei Unternehmen im Bereich KI und Cybersicherheit, darunter Moveworks für 2,85 Milliarden und Armis für 7,75 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser Ergebnisse notierte die Aktie zum Zeitpunkt der JPMorgan-Analyse deutlich unter ihren Höchstständen, was die These der Bank unterstreicht, dass der Markt fundamentale Stärke im Softwaresektor derzeit nicht angemessen einpreise.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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