Economic Moat

Burggraben-Aktien im Check: So können sich Anleger absichern

03.11.23 06:31 Uhr

Economic Moat: Wie Anleger ihr Portfolio absichern können | finanzen.net

Mittlerweile ist der durch Börsenlegende Warren Buffett geprägte Begriff der Burggraben-Aktie vielen Anlegern bekannt. Doch was macht ein solches Investment aus und können Burggraben-Unternehmen gefunden werden?

Werte in diesem Artikel

• Begriff der Burggraben-Aktie durch Warren Buffett geprägt
• Je breiter und tiefer der Graben, desto nachhaltiger der Erfolg des Unternehmens
• Wettbewerbsvorteile fallen sehr vielfältig aus

"Der Schlüssel zum Investieren ist nicht abzuschätzen inwiefern eine Industrie die Gesellschaft beeinflussen oder wie sehr sie wachsen wird, sondern viel mehr den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens zu bestimmen und vor allem die Dauer dieses Vorteils. Die Produkte oder Dienstleistungen, die einen breiten, nachhaltigen Burggraben um sich herum haben sind die, die Investoren am meisten Mehrwert bieten werden", sagte Starinvestor Warren Buffett schon im Jahr 1999 in einem Interview mit dem FORTUNE Magazine. Seither hat sich der "Burggraben" unter Anlegern bereits als wichtiges Kriterium bei der Aktien-Auswahl etabliert. Doch wie kann so ein Burggraben, oder auch "Moat", wie der Begriff im Englischen genannt wird, konkret aussehen und wie können entsprechende Unternehmen gefunden werden?

Der Burggraben - ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil

Ein Burggraben-Unternehmen unterscheidet sich von seiner Konkurrenz durch einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil, der es den Unternehmen ermöglicht mittel- bis langfristig eine über dem Durchschnitt liegende Kapitalrendite zu generieren. Aus diesem Grund sind Moat-Aktien besonders für die Buy-and-Hold-Strategie geeignet. Dies kann sich als zusätzlicher Vorteil für das eigene Depot erweisen, weil dadurch weniger Umschichtungen nötig sind, was wiederum Transaktionskosten spart. Je breiter und tiefer der Burggraben eines solchen Unternehmens ist, desto länger kann die Firma Wettbewerber abhalten und den eigenen Vorsprung verteidigen.

Wie genau ein solcher Burggraben aussieht, ist sehr individuell. Ein Blick auf unterschiedliche Branchen hilft dabei, den Marktführer ausfindig zu machen und dem Grund für die Marktführerschaft auf die Schliche zu kommen.

Alphabet-Aktie als klassisches Burggraben-Investment

Ein Beispiel für ein klassisches Burggraben-Unternehmen stellt der Tech-Riese Alphabet dar. Der große Wettbewerbsvorteil der Google-Mutter liegt klar in der gleichnamigen Suchmaschine, die mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent quasi unerreichbar vor den Rivalen liegt. Über die Suchmaschine gelangen regelmäßig Werbeeinnahmen in die Kasse des Konzerns. Zwar unterliegen diese Einnahmen gewissen Schwankungen, dennoch stellen sie eine lukrative Einnahmequelle dar, die wiederum genutzt werden kann, um weitere Geschäftsbereiche zu erschließen wie beispielsweise das florierende Cloud-Business. Aufgrund der soliden finanziellen Basis hat Alphabet auch noch langfristig das Potenzial weiter zu wachsen, der Burggraben ist also etwas länger gesichert.

Buffett-Liebling Coca-Cola-Aktie

Ein weiteres Beispiel, das häufig im Zusammenhang mit Burggraben-Investments auftaucht, ist das des US-Getränkeherstellers Coca-Cola, welcher Quartal für Quartal auch im Depot von Börsenlegende Buffett auftaucht. Der Wettbewerbsvorteil des Softgetränkebrauers liegt jedoch nicht in einem einzelnen Produkt, schließlich gibt es zahlreiche Brausehersteller weltweit, sondern viel mehr in der Marke Coca-Cola an sich. So hat der Getränkehersteller es erfolgreich geschafft, seine Produkte mit einem Lebensgefühl zu verknüpfen und so erfolgreich in mehr als 200 Länder zu exportieren. Auch auf sich ändernde Gewohnheiten der Kunden beziehungsweise neue Trends hat sich das Unternehmen erfolgreich angepasst indem es eine ganze Reihe an zuckerfreien Produkten auf den Markt brachte. Dennoch hat das Coca-Cola langfristig nur noch begrenztes Wachstumspotenzial. Es ist also nicht gegeben, dass ein Burggraben-Investment auch für immer eins bleibt.

Novo Nordisk-Aktie: Medizinisches Patent als Burggraben

Neben einer starken Marke kann auch ein fortschrittliches Patent zum Burggraben eines Unternehmens werden. Allerdings können sich hier Gesetzesänderungen als Herausforderung erweisen. Zudem sind viele Patente beispielsweise in der Pharma-Industrie auch zeitlich befristet. Dies sollte bei der Betrachtung des Burggraben-Kriteriums also nicht außer Acht gelassen werden. Schafft es jedoch ein Unternehmen in der Zeit, in der das Patent noch geschützt ist, weitere Produkte zu entwickeln, die wiederum dem Patentschutz unterliegen, gibt es wiederum langfristiges Wachstumspotenzial. Im Pharmasektor wird hier als Beispiel häufig der dänische Diabetesspezialist Novo Nordisk genannt. So verfügt der Pharmariese über eine beachtliche Pipeline und konnte über die Jahre die Marktführerschaft im Bereich Diabetes kontinuierlich ausbauen.

Skaleneffekte und Kostenvorteile nutzen

Ein weiterer Burggraben eines Unternehmens können Skaleneffekte darstellen. Gemeint ist hiermit, dass durch die schiere Größe eines Unternehmens eine bessere Verhandlungsmacht im Vergleich zu Konkurrenten und gegenüber Zulieferern besteht. Der Skaleneffekt ermöglicht es außerdem die fixen Kosten auf eine größere Stückzahl von Waren zu verteilen, wodurch diese günstiger angeboten werden können. Prominente Beispiele für solche Unternehmen sind die großen Online-Versandhäuser und Einzelhandelsriesen Amazon, Walmart oder Costco. Einige dieser Konzerne wie Amazon haben durch kostenpflichtige Mitgliedschaften noch ein zusätzliches Programm zur besseren Kundenbindung etabliert.

Ein ganz ähnlicher Burggraben besteht in Kostenvorteilen eines Unternehmens gegenüber der Konkurrenz. Allerdings ist es mittel- bis langfristig für Unternehmen recht schwierig solche Kostenvorteile aufrechtzuerhalten. Um hier langfristig Bestand zu haben, sollten die Vorteile mit einer hohen Ertragskraft einhergehen. So hat sich der Direktversicherer Admiral mit seinem ausschließlichen Vertrieb über den eigenen Internetauftritt, über Vergleichsportale oder die Telefon-Akquise einen Wettbewerbsvorteil dadurch gesichert, dass die Personalkosten gegenüber den Rivalen niedriger ausfallen.

Die Kunst dem Kunden den Wechsel schwer zu machen

Neben den Kostenvorteilen können Unternehmen auch hohe Wechselkosten für sich nutzen. Gemeint ist damit, dass mit dem Wechsel von den unternehmenseigenen Produkten hin zu Konkurrenzangeboten hohe Kosten verbunden sind. Wenn dies zusätzlich mit Lock-in-Maßnahmen kombiniert wird, wird die Kundenbindung noch zusätzlich gestärkt. Ein ganz klassisches Beispiel ist hier der iKonzern Apple. Das ganze Apple-Universum ist darauf ausgelegt, dass die Produkte miteinander kompatibel sind, ein Wechsel zu anderen Tech-Anbietern jedoch sehr beschwerlich ist. Für Kunden kann es dementsprechend sehr teuer werden, wenn sie sich entschließen von Apple-Produkten beispielsweise zu Android zu wechseln, da eventuell nicht nur ein neues Smartphone, sondern auch gleich ein neuer Laptop oder ein neues Tablet gekauft werden muss. Die unterschiedlichen Benutzeroberflächen der verschiedenen Betriebssysteme schaffen eine zusätzliche Hürde. Ein anderes Beispiel ist das Office-Paket des Software-Riesens Microsoft. Hier profitiert der Konzern von der Bequemlichkeit der Nutzer und hat stetige Einnahmen durch Software-Lizenzen.

Schwächephasen ausnutzen

Der Überblick zeigt wie vielfältig der Burggraben eines Unternehmens letztlich sein kann. Und die Liste ist noch lange nicht am Ende, so vielfältige Wettbewerbsvorteile gibt es. Für den Einstieg in ein Burggraben-Unternehmen lohnt es sich auf eine Schwächephase am Markt zu warten. Wenn der Anteilsschein des besagten Unternehmens unter seinem fairen Wert notiert, gibt es mehr Aufwärtspotenzial, das sich Investoren zunutze machen können. Darüber hinaus sollten Anleger beachten, dass der Burggraben eines Unternehmens nicht ewig währen muss. Das heißt wenn sich die Aussichten des Investments eintrüben oder der Wettbewerbsvorteil verloren geht, gilt es das Unternehmen zu überdenken. Vielleicht gibt es mittlerweile ja gar ein Unternehmen aus der gleichen Branche, dass nun bessere Aussichten hat.

Redaktion finanzen.net

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