21.07.2020 21:02

Softbank-Aktie mit Kursfeuerwerk: Kursplus mit Substanz oder Strohfeuer?

Corona-Krise: Softbank-Aktie mit Kursfeuerwerk: Kursplus mit Substanz oder Strohfeuer? | Nachricht | finanzen.net
Corona-Krise
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Die Softbank-Aktie konnte sich von ihrem Corona-Crash-Tief erholen und ist auf ein 20-Jahres-Hoch geklettert. Doch wie nachhaltig ist diese Erholung?
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• Softbank: Kursrally durch Kurspflege
• Beteiligungen mit viel verstecktem Potential...
• ...aber auch mit Risiken

Die Panik in Zusammenhang mit der Corona-Ausbreitung hatte im März auch die Anleger der Softbank erfasst, so dass der Aktienkurs mehr als die Hälfte seines Wertes verlor und bis auf 2.609,50 Yen einbrach. Doch die Stimmung drehte schnell und schon am 15. Juli wurde in Tokio mit 6.577,00 Yen ein 20-Jahres-Hoch erreicht. Entsprechend zuversichtlich gab sich CEO Masayoshi Son auch vor den Aktionären.

Konjunkturprogramme helfen Softbank

Doch wie stabil ist diese Erholung? Einige Analysten befürchten, dass die jüngste Kurssteigerung enorm durch die Hilfsprogramme der internationalen Regierungen und Notenbanken begünstigt wurde. Denn um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern, haben die Währungshüter die Geldschleusen weit geöffnet, während die Politik Konjunkturprogramme in historischem Ausmaße auf den Weg bringen. Diese Maßnahmen lassen viele Anleger rund um den Globus auf eine schnelle Erholung der Konjunktur sowie der Aktienmärkte hoffen.

Kurspflege durch Aktienrückkäufe

Außerdem betreibt der Konzern selbst Kurspflege - unter anderem auch auf Druck des aktivistischen Hedgefonds Elliott, der höhere Gewinne für die Aktionäre forderte: Ende März kündigte Softbank deshalb an, aus seinem Tech-Portfolio Firmen-Beteiligungen im Wert von bis zu 38 Milliarden Euro zu veräußern. Davon sollen fast 17 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe fließen, während der Restbetrag zur Schuldentilgung eingesetzt oder auf die hohe Kante gelegt werden soll. Das kam bei den Aktionären gut an.

Beteiligungsverkäufe

Zu den Beteiligungen die versilbert werden, gehören unter anderem Anteile am Onlinehändler Alibaba und der Telekom-Tochter T-Mobile US. Wie Son auf der Hauptversammlung erklärte, seien dadurch 35 Milliarden Dollar eingenommen worden und damit rund vier Fünftel der angepeilten Gesamtsumme.

Ferner prüft Softbank Insidern zufolge einen Börsengang seiner Halbleiter-Tochter Arm Holding. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sei eine Entscheidung bezüglich des den britischen Halbleiter-Anbieters jedoch noch nicht gefallen.

Außerdem will auch der chinesische Onlinehandelsriese Alibaba, der allein über 50 Prozent von Softbanks Bilanzwert ausmacht, Werte, die in seiner Bilanz schlummern, ausschöpfen. So hat seine Fin-Tech-Tochter Ant eigenen Angaben zufolge damit begonnen, einen Börsengang in Shanghai (Star) und Hongkong vorzubereiten. Insider hatten "Reuters" berichtet, dieser IPO könnte über 20 Milliarden Dollar schwer werden.

In der Bilanz von Softbank gibt es einige solche Investments, deren Wert nur schwer überprüfbar ist und die deshalb nur mit einem beträchtlichen Abschlag bewertet werden. Sollte es gelingen, diese erfolgreich zu verkaufen, so würde dies beträchtliche Werte für Softbank schaffen.

Risiken bleiben

Zwar erklärte Masayoshi Son Ende Juni den Aktionären, dass er für die Geschäftsentwicklung "genauso zuversichtlich wie zuvor" sei, doch scheint die jüngste Kursrally eher auf kursstützende Maßnahmen durch die Regierungen, Notenbanken sowie Softbank selbst als auf eine gesunde Geschäftsentwicklung zurückzuführen sein.

Andererseits könnte in den Softbank-Beteiligungen viel verborgenes Potential schlummern. Dass es sich dabei aber auch um sehr riskante Wetten handelt, zeigte das vergangene abgelaufenen Geschäftsjahr: Wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf Beteiligungen am angeschlagenen Coworking-Anbieter WeWork und dem Fahrdienst Uber musste der japanischen Technologieinvestor einen Rekordverlust ausweisen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: winhorse/iStock

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