22.09.2020 21:29

SAP-Aktie: Die Geschichte von SAP - Deutschlands erfolgreichstem Software-Export

Deutscher Softwaregigant: SAP-Aktie: Die Geschichte von SAP - Deutschlands erfolgreichstem Software-Export | Nachricht | finanzen.net
Deutscher Softwaregigant
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.10. zusätzlich! -W-

Die SAP SE ist einer der wenigen deutschen Konzerne, welcher auf internationaler Ebene mit den Technologieriesen unserer Zeit Schritt halten kann. Sie gilt als drittgrößter Softwarehersteller der Welt, als wertvollstes Unternehmen des DAX und als eine der wichtigsten Marken Europas. Die Anfänge des Giganten liegen heute 48 Jahre zurück und gehen auf fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter zurück.
Werbung
• 1972 fand die Gründung der "SAP Systemanalyse und Programmentwicklung GbR" statt.
• Das Unternehmen entwickelte fortan moderne Software zur Steuerung von Unternehmensprozessen.
• Heute ist die SAP SE ein Marktführer in Sachen Cloud-Computing und E-Commerce-Geschäftsnetzwerken.

Anfang der 70er Jahre kam den IBM-Angestellten Dietmar Hopp und Hasso Plattner bei ihrer Arbeit die Idee, eine Realtime-Standardsoftware für das betriebliche Management rund um die Lohnabrechnung und die Buchhaltung zu entwickeln. Laufen sollten die Programme über Computer mit Bildschirmen und Tastatur. Für die damalige Zeit ein revolutionärer Gedanke, da die Geräte sehr teuer waren und überwiegend Lochkarten zur Speicherung von Daten verwendet wurden. Womöglich erkannte ihr Arbeitgeber IBM auch daher nicht das ungeheure Potenzial des Vorschlags und wimmelte die beiden Visionäre mit der Erklärung ab, dass sich andere Personen innerhalb des Unternehmens um diese Angelegenheiten kümmern würden. Für Hopp und Plattner kam es allerdings nicht infrage andere Mitarbeiter an ihrer Idee arbeiten zu lassen und sie beschlossen daraufhin, IBM zu verlassen. Vor ihrem Abgang überzeugten sie noch ihre Kollegen Hans-Werner Hector, Klaus Tschira und Claus Wellenreuther von dem Vorhaben und nahmen sie in ihr Projekt auf. Gemeinsam gründete das Quintett im Jahr 1972 schließlich die "SAP Systemanalyse und Programmentwicklung GbR" - der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Die Anfänge von SAP

Die Anfänge des Unternehmens liegen in Weinheim. Hier bezog SAP das erste Büro. Die Gründer arbeiteten im Jahr 1972 jedoch hauptsächlich im Rechenzentrum des ersten Kunden, der deutsche Niederlassung von Imperial Chemical Industries (ICI) in Östringen, da dort die ersten Programme entwickelt wurden. Am Ende des ersten Geschäftsjahres beschäftigte SAP insgesamt neun Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 620.000 D-Mark. 1973 entstand das erste Finanzbuchhaltungssystem "RF", welches den Grundstein für das spätere "SAP R/1" bildete. Mit der neuen Software stiegen auch die Kundenzahlen an. 1974 nutzten schon 40 Unternehmen SAP-Produkte. In den folgenden Jahren wurde die Integration mehrerer Anwendungen vorangetrieben, sodass Daten von der Materialwirtschaft direkt in die Finanzbuchhaltung einflossen. Hierüber deckte das System die Prozesse unterschiedlicher Bereiche ab und verknüpfte sie miteinander.

1976 fand die Gründung der "SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung" statt. Sie wurde zunächst als Assistenz- und Vertriebsunternehmen genutzt, sollte jedoch fünf Jahre später nach der Auflösung der GbR zur Hauptgesellschaft werden. Der Umsatz belief sich im Jahr 1976 auf 3,81 Millionen Deutsche Mark und die Mitarbeiterzahl auf 25 Personen. Fortan wuchs das Unternehmen weiter und expandierte ins Ausland. Außerdem wurde der Firmensitz von Weinheim nach Walldorf verlegt, wo SAP noch heute ansässig ist.

Internationales Wachstum und Börsengang

In den achtziger Jahren kam die zweite Softwaregeneration "SAP R/2" auf den Markt, die den Unternehmenserfolg weiter steigerte. Zum zehnjährigen Jubiläum schied das Gründungsmitglied Claus Wellenreuther aus der Gesellschaft aus. Außerdem erzielte SAP einen Umsatz von 24 Millionen Deutsche Mark und knackte die 100-Mitarbeiter-Marke. Darüber hinaus wurde das Unternehmen in dieser Zeit zunehmend international ausgerichtet und die Software unter anderem um die Integration der Personalwirtschaft erweitert. Im Zuge des neuen Bilanzrichtliniengesetzes im Jahr 1986 erhöhte sich die Anzahl der Neuaufträge schlagartig, wodurch der Umsatz auf über 100 Millionen Deutsche Mark hochsprang.

1988 war es dann endlich soweit: Die SAP Gmbh firmierte in eine Aktiengesellschaft um und ging an die Börse. Vorher wurde jedoch noch das Grundkapital von fünf Millionen auf 60 Millionen Deutsche Mark erhöht. Insgesamt gab das Unternehmen 1,2 Millionen Aktien zu einem jeweiligen Emissionspreis von 750 Deutsche Mark an der Frankfurter und der Stuttgarter Börse aus. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte SAP 940 Mitarbeiter, hatte 1.000 Kunden und erwirtschaftete einen Umsatz von 245 Millionen Deutsche Mark.

SAP wird in den DAX aufgenommen

Im Jahr 1992, zum 20-jährigen Bestehen von SAP, fand die Markteinführung des neuen Systems "SAP R/3" statt. Dieses zeichnete sich nun durch ein Client/Server-Konzept, eine einheitliche grafische Oberfläche und die Kompatibilität mit Rechnern von unterschiedlichen Herstellern aus. Der Start der nächsten Softwaregeneration führte zu hohen Installationszahlen und brachte dem Unternehmen einen weiteren Wachstumsschub. 1993 erzielte SAP erstmalig einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Deutsche Mark. In den folgenden Jahren verstärkte man die internationale Präsenz durch zusätzliche Niederlassungen in Amerika, Osteuropa, Japan und China. Zudem wurde zur Freigabe von SAP R/3 auf Windows NT eine Kooperation mit Microsoft geschlossen. Darüber hinaus nutzten von nun an riesige, weltweit agierende Gesellschaften wie IBM, Telekom, Coca-Cola und Burger King das System für die Steuerung ihrer Unternehmensprozesse. Aber auch im deutschen Mittelstand wurden die Verkaufsaktivitäten erhöht. 1995 folgte schließlich die Aufnahme der SAP-Aktie in den DAX. Zu dieser Zeit erzielte das Unternehmen mit knapp 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Deutsche Mark.

Führungswechsel und die New Economy

1998 wechselten die beiden Gründer Dietmar Hopp und Klaus Tschira vom Vorstand in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz Hopp übernahm. In den Vorstand rückte Henning Kagermann nach. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Börseneinführung der SAP-Aktie an der New York Stock Exchange. Außerdem richtete sich das Unternehmen komplett neu aus und verstärkte seine Präsenz im Internet. Mit der Strategie "mySAP.com" verband man mittels modernster Webtechnologie die bestehenden ERP-Applikationen mit E-Commerce-Lösungen. Im Zuge der Reorganisation wurde ebenfalls die Internet-Tochtergesellschaft e-SAP.de gegründet. In der sogenannten "New Economy" entwickelte sich SAP zum führenden Anbieter von E-Business-Softwarelösungen. Eine besondere Neuerung war hierbei die Ermöglichung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern. Im März 2000 platzte jedoch die Dotcom-Blase und viele Unternehmen der New Economy erlebten erhebliche Wertverluste mit einhergehenden Insolvenzen. Der IT-Markt geriet infolgedessen in schwerwiegende wirtschaftliche Turbulenzen. Trotz der Krise konnte sich SAP weiterhin als solides Unternehmen behaupten. 2001 verbuchte die Gesellschaft ein fortwährendes Umsatzwachstum von 17 Prozent.

Mit dem Wechsel von Hasso Plattner in den Aufsichtsrat, verließ im Jahr 2003 das letzte Gründungsmitglied den Vorstand. Zuvor zogen Shai Agassi und Léo Apotheker in die Geschäftsführung nach. Indes setzte SAP seine technologische Innovation weiter fort und rief SAP NetWeaver ins Leben. Die neu entstandene Integrations- und Applikationsplattform ließ die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen. Zusätzlich trugen Akquisitionen und Expansionen zu einem stärkeren Wachstum bei. Im Jahr 2005 erwirtschafteten insgesamt mehr als 35.800 Mitarbeiter einen Gesamtumsatz von 8,5 Milliarden Euro.

Auch wenn das Platzen der Dotcom-Blase SAP nicht viel anhaben konnte, so hinterließ die weltweite Finanzkrise doch ihre Spuren im Unternehmen. 2009 musste SAP Personalkürzungen und andere Sparmaßnahmen ergreifen, um die Kosten zu senken. Im gleichen Jahr legte ebenfalls Henning Kagermann sein Amt als Vorstandssprecher nieder und Léo Apotheker trat seine Nachfolge an. Diese war jedoch nur von kurzer Dauer. Nicht einmal ein Jahr später übernahmen Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe die Führung als Doppelspitze.

SAP heute

Nach eigenen Angaben gilt SAP heute als ein Marktführer in Sachen Cloud-Computing und E-Commerce-Geschäftsnetzwerken. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem mehrere wegweisende Akquisitionen. Darüber hinaus sorgte die Einführung der SAP-HANA-Plattform, ein sogenanntes In-Memory-Produkt, das den Nutzern ermöglicht, Daten innerhalb von Sekunden zu verarbeiten, für ein weiteres Wachstum. Die Systeme S/4HANA und C/4HANA stellen die nächste Generation der Unternehmenssoftware dar. Sie soll laut SAP den Kunden helfen, sich zu intelligenten Unternehmen zu entwickeln.

Im Jahr 2014 änderte SAP seine Rechtsform von einer Aktiengesellschaft in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) um. Auch im Vorstand kam es erneut zu einem Wandel. Nach nahezu zehn Jahren trat Bill McDermott im Jahr 2019 von seinem Amt als Vorstandssprecher zurück. Das Duo Jennifer Morgan und Christian Klein übernahm daraufhin die Führung des Konzerns. Damit war Morgan die erste Frau in der Leitung eines DAX-Unternehmens und Klein, mit 39 Jahren, der jüngste Chef eines DAX-Konzerns. Inzwischen ist Klein der alleinige CEO von SAP.

Heute hat SAP über 440.000 Kunden in mehr als 180 Ländern. Der riesige Konzern beschäftigt rund 101.150 Mitarbeiter und hat etwa 21.500 Partnerunternehmen. Der Gesamtumsatz belief sich im Jahr 2019 auf stolze 27,63 Milliarden Euro.

Redaktion finanzen.net

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo Call Optionsschein auf SAPJC9AGQ
Open End Turbo Put Optionsschein auf SAPJC45CT
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JC9AGQ, JC45CT. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: nitpicker / Shutterstock.com, Cineberg / Shutterstock.com

Nachrichten zu SAP SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu SAP SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.10.2020SAP SE addBaader Bank
16.10.2020SAP SE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
07.10.2020SAP SE overweightJP Morgan Chase & Co.
07.10.2020SAP SE buyUBS AG
29.09.2020SAP SE kaufenDZ BANK
19.10.2020SAP SE addBaader Bank
16.10.2020SAP SE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
07.10.2020SAP SE overweightJP Morgan Chase & Co.
07.10.2020SAP SE buyUBS AG
29.09.2020SAP SE kaufenDZ BANK
15.09.2020SAP SE HaltenDZ BANK
28.07.2020SAP SE Sector PerformRBC Capital Markets
09.07.2020SAP SE HoldKepler Cheuvreux
09.07.2020SAP SE HaltenDZ BANK
29.06.2020SAP SE HaltenDZ BANK
17.12.2019SAP SE UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
05.04.2019SAP SE ReduceOddo BHF
21.07.2017SAP SE UnderperformBNP PARIBAS
24.10.2016SAP SE UnderperformBNP PARIBAS
19.10.2016SAP SE UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für SAP SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Dow schließt etwas leichter -- DAX geht sich mit Gewinnen ins Wochenende -- Intels Geschäft mit Rechenzentren enttäuscht -- Daimler hebt Gewinnprognose an -- Gilead, CureVac, AmEx, Wirecard im Fokus

Goldman Sachs zahlt im Korruptionsfall 1MDB weitere Milliardensumme. Siemens Healthineers: US-Kartellfreigabe für Varian-Übernahme. Uber und Lyft erleiden Niederlage vor Gericht bei Fahrerstatus in Kalifornien. Walmart verklagt US-Regierung wegen drohender Opioid-Strafen. Siemens Energy-Aktie moderat im Plus - Künftig Chance auf DAX-Aufstieg. Ceconomy mit gutem Start ins neue Geschäftsjahr.

Umfrage

Die Infektionszahlen steigen und die Corona-Schutzmaßnahmen werden verstärkt. Decken Sie sich angesichts dessen vermehrt mit Waren des täglichen Gebrauchs ein?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BioNTechA2PSR2
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
CureVacA2P71U
Amazon906866
BayerBAY001
NEL ASAA0B733
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
Ballard Power Inc.A0RENB
JinkoSolar Holdings Co Ltd Sponsored Amercian Deposit Receipt Repr 2 ShsA0Q87R
AlibabaA117ME
Intel Corp.855681