Aves One: Sprung auf die größere Bühne

Der Vermieter von Containern und Waggons, Aves One, führt eine große Kapitalerhöhung durch - und wechselt in den Prime Standard.
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag
Es ist ein großer Schritt. Via Kapitalerhöhung will der Vermieter von Frachtcontainern und Güterwaggons Aves One mehr als 18 Millionen Euro einnehmen. Die Hamburger Firma, deren Papiere bisher nur an den Regionalbörsen in Hamburg und Hannover spärlich gehandelt wurden, bietet bis Freitag mit Mehrzuteilungsoption über 3,2 Millionen Aktien zum Stückpreis von sechs Euro zur Zeichnung an. Die Summe ist ein Vielfaches des Freefloats, der an der Börse gehandelten Papiere.
Die bisher gehandelten rund 14 Prozent des Aktienkapitals sind knapp sechs Millionen Euro wert. Wenn die neuen Aktien ab Ende November in Frankfurt im strenger regulierten Prime Standard gelistet werden, dürften die Aussichten auf stabile Wertzuwächse auch wegen der besseren Handelbarkeit steigen. Altaktionäre halten die neuen Papiere mindestens zwei Jahre. Die Einnahmen aus der Kapitalerhöhung sollen ausschließlich zur Wachstumsfinanzierung eingesetzt werden. Schulden werden damit nicht reduziert. Zum Halbjahr lagen die Verbindlichkeiten von Aves bei mehr als 400 Millionen Euro. Das Eigenkapital bei nur 23,9 Millionen Euro. Günstigere Refinanzierungen sollen die Zinslast mindern und den Gewinn ansteigen lassen.
Anders als Kesselwaggon-Vermieter VTG hat Aves Standardgüterwaggons in der Flotte. Man verzichte bei Waggons und Containern auf Infrastrukturen für die Wartung und Stationierung der Transportmittel, sagt Vorstand Jürgen Bauer. "Diesen Part übernehmen unsere Partner. Wir sehen uns als aktiver Asset-Portfoliomanager", sagt Bauer. Der Manager kam mit der jüngsten Akquisition, der ERR Rail, zu Aves.
Container und Waggons fahren jeweils die Hälfte des Umsatzes ein, zur Jahresmitte waren es insgesamt etwas mehr als 22 Millionen Euro. Beide Geschäfte entwickeln sich im Jahresverlauf recht gleichmäßig. 2016 sollten es 50 Millionen Euro Umsatz werden. Der steigende Bedarf von angemieteten Kapazitäten bei Reedereien und Bahnbetreibern bringt Wachstum.
Das Geschäft ist lukrativ, die operative Marge (Ebitda) vor Holdingkosten beträgt etwa 70 Prozent. Mit drei Millionen Euro sind die Holdingkosten jedoch sehr hoch. Wegen dieses großen Kostenblocks rutschte das Unternehmen im ersten Halbjahr in die roten Zahlen.
Zeichnen: Die Haltefrist für Altaktionäre, die verbesserte Handelbarkeit sowie das operative Geschäft sind Pluspunkte. Wegen hoher Holdingkosten und Verschuldung sehr spekulativ.
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