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NASDAQ-Titel Apple-Aktie noch ein Kauf? So bewerten Analysten die jüngste Apple-Bilanz

08.11.23 22:59 Uhr

NASDAQ-Titel Apple-Aktie noch ein Kauf? So bewerten Analysten die jüngste Apple-Bilanz | finanzen.net

Der Tech-Riese Apple hat in der vergangenen Woche seine Bilanz für das jüngste Jahresviertel präsentiert und gleichzeitig auch einen Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Dabei konnte der iPhone-Hersteller nicht allen Erwartungen gerecht werden. Inzwischen haben sich zahlreiche Analysten zu den Apple-Zahlen geäußert und dabei auch angegeben, ob sie die Apple-Aktie nun noch für ein aussichtsreiches Investment halten.

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• Apple mit Quartalsgewinn, aber kleinem Umsatzrückgang
• Experten von Umsatzausblick und China-Geschäft enttäuscht
• Mehrheit der Experten bleibt für Apple bullish eingestellt



Apple konnte mit seinen Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2023 nicht vollständig überzeugen. Zwar fiel der Gewinn höher aus als erwartet, und auch der Umsatzrückgang lag insgesamt in etwa im Rahmen der Prognosen, jedoch vermieste ein schwaches China-Geschäft sowie ein enttäuschender Umsatzausblick für das laufende Quartal, in das auch das Weihnachtsgeschäft fällt, die Stimmung. So erwartet Apple für das aktuelle Quartal zwar weitere Zuwächse beim iPhone, insgesamt allerdings nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Apple-Aktie zeigte sich am Handelstag nach der Bilanzvorlage etwas leichter, große Verluste gab es letztlich jedoch nicht: Das Papier schloss bei 176,65 US-Dollar um 0,52 Prozent tiefer. Inzwischen ging es auch schon wieder nach oben: Zuletzt stand das Papier an der US-Börse NASDAQ bei 181,82 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 7. November 2023).

Die Experten zeigten sich nach der Bilanzvorlage zumeist etwas enttäuscht, äußerten sich aber nicht ausgesprochen negativ zu den Zahlen des Konzerns aus Cupertino. Häufig war von gemischten Ergebnissen die Rede. Zu welchen Punkten die Analysten Lob oder Kritik äußerten und was sie der Apple-Aktie jetzt noch zutrauen.

So beurteilen die Analysten die vorgelegte Quartalsbilanz

Die Ergebnisse von Apple im abgelaufenen Jahresviertel bewerteten die Experten überwiegend als zufriedenstellend. So sprach etwa Analyst Michael Ng von der Investmentbank Goldman Sachs von einem soliden Quartal, in dem der Gewinn die Erwartungen übertroffen habe. Ähnlich äußerte sich auch Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi, der vor allem auf die starken Bruttomargen als Grund für den überraschend hohen Gewinn verwies.

Tatsächlich hat bei der Bilanzvorlage vor allem der deutlich gestiegene Umsatz im Service-Geschäft positiv überrascht - und konnte dadurch laut den Experten Rückgänge im Bereich Hardware ausgleichen. So habe das iPhone-Geschäft laut den Experten von Wedbush Securities leicht unter den Erwartungen gelegen während Wearables deutlich zurückgeblieben seien, der starke Dienstleistungssektor habe letztlich jedoch zu über den Erwartungen liegenden Zahlen geführt, schrieben sie laut "Yahoo Finance" in ihrer Analyse. Auch die Experten von Piper Sandler zeigten sich laut der Nachrichtenseite enttäuscht über das schwache Geschäft mit Wearables, betonten aber, dass es dem iPhone "mit gutem Rückenwind von den Diensten" gut zu gehen scheine. Und auch von Goldman Sachs kam Lob für das deutlich gestiegene Servicegeschäft.

Für Analyst Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan hat Apple mit seiner Bilanz die Widerstandskraft seines Produktportfolios in einem schwierigen Umfeld bewiesen, wodurch es dem Konzern gelungen sei, ein Wachstum auf Basis konstanter Wechselkurse zu erzielen - obwohl das Hardware-Geschäft die Erwartungen verfehlt habe. "Apple sorgte weiterhin für Gewinnsteigerungen durch Hebel, die von den Anlegern sehr geschätzt werden, darunter eine Steigerung der Bruttomarge durch einen höheren Mix an Hardwareprodukten sowie einen höheren Mix an Serviceumsätzen, strenge Disziplin bei den Betriebskosten und robuste Rückkäufe", so Chatterjee laut "Yahoo Finance". "Das Apple-Schwungrad ist lebendig und gesund, nach einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte, in der Verbraucher ein Apple-Produkt kaufen, sich verlieben, ein anderes Produkt kaufen, einen Service hinzufügen, ein Upgrade durchführen und es wiederholen", lobten auch Gene Munster und Brian Baker von Deepwater Asset Management laut der Nachrichtenseite.

Weniger positiv äußerten sich die Experten der Investment-Boutique Rosenblatt Securities. Sie sprachen nur von "gedämpften" Ergebnissen im vierten Quartal und kritisierten laut "Yahoo Finance", dass Apple zwar dran arbeite, "sein riesiges Schlachtschiff zu bewegen", es aber dennoch kaum vorankäme. "Wir glauben, dass dieses gedämpfte Tempo noch eine Weile anhält", so die Analysten. Auch die Experten von der Investmentbank TD Cowen zeigten sich laut "Yahoo Finance" überwiegend vorsichtig. "Ein aktualisiertes Produktportfolio und eine starke Nachfrage in den Schwellenländern tragen dazu bei, makroökonomische und währungsbedingte Gegenwinde teilweise auszugleichen", schrieben sie, rieten Anlegern aber dennoch, sich auf die Umsatzprognose für das Dezemberquartal zu konzentrieren. Und die ist tatsächlich für viele Analysten das Haar in der Suppe.

Das sagen die Analysten zum Ausblick von Apple für das laufende Quartal

Apple erwartet für das laufende Geschäftsquartal einen Umsatz auf Vorjahresniveau, das iPhone-Geschäft dürfte jedoch Zuwächse verzeichnen - wohl vor allem wegen des neuen iPhones 15, das seit September erhältlich ist. Die Prognose von Apple für das Dezember-Quartal liege jedoch unter der Konsensschätzung, kritisierte Bernstein-Analyst Sacconaghi. Es stelle sich daher die Frage, ob Apple ein weiteres Jahr ohne Wachstum bevorstehe, denn das erste Geschäftsquartal gebe in der Regel den Ton für das gesamte Jahr an - und in diesem soll der Umsatz laut Apple stagnieren. UBS-Analyst David Vogt sieht sogar weitere drohende Risiken für das Dezember-Quartal und glaubt, dass der iPhone-Absatz die niedrigen Erwartungen sogar noch verfehlen könnte.

"Wir bewundern Apples Position als Hersteller des weltweit wichtigsten Geräts, des iPhones", schreiben die Rosenblatt-Analysten laut "Yahoo Finance". "Aber ohne disruptive neue Produkte scheinen die Verkäufe gedämpft zu bleiben", heißt es in ihrer Analyse weiter. Von der AR-Brille Apple Vision Pro, die in den USA Anfang 2024 erhältlich sein soll, erwarten sie noch nicht viel. Auch JPMorgan-Experte Samik Chatterjee äußerte laut der Nachrichtenseite in seiner Analyse Sorgen über die möglichen Auswirkungen anhaltender makroökonomischer Herausforderungen. Diese könnten seiner Meinung nach Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Apples Wachstum aufkommen lassen.

Für Gene Munster und Brian Baker von Deepwater Asset Management ist Apples Ausblick jedoch auf den zweiten Blick "besser, als es zuerst den Anschein hatte". Sie wiesen laut "Yahoo Finance" darauf hin, dass das laufende Quartal nur 13 statt der üblichen 14 Wochen lang sei, Apple aber trotzdem einen gleichbleibenden Umsatz erwartet. Hätte das Quartal die übliche Länge, würde der Umsatz ihrer Meinung nach um sieben Prozent zulegen. Wenn sich die Zeiträume ab März wieder normalisieren, sollte für Apple laut den Deepwater-Experten eine kontinuierliche Wachstumsrate von fünf Prozent drin sein. Auch die Analysten von Piper Sandler und Goldman Sachs blicken für Apple zuversichtlicher nach vorne. "Im Großen und Ganzen würden wir den Ausblick als einen bezeichnen, der durch Makrofaktoren und die Zeitplanung der Markteinführungen im letzten Jahr beeinträchtigt wurde", schrieb das Team von Piper Sandler laut "Yahoo Finance", während Goldman Sachs zeitliche Verschiebungen wegen der später anstehenden Markteinführung neuer iPad-Modelle als Grund für die schwache Prognose nannte.

So bewerten die Experten Apples China-Geschäft

Im China-Segment, inklusive Taiwan und Hongkong, verfehlte Apple die Erwartungen der Analysten mit einem Rückgang der Erlöse um 2,5 Prozent auf rund 15,1 Milliarden US-Dollar. Es wird zudem befürchtet, dass die anhaltenden Spannungen zwischen Peking und Washington das Geschäft des Konzerns weiter negativ beeinflussen könnten. Für die Analysten sind die rückläufigen China-Umsätze momentan jedoch noch kein Grund zur Sorge. Das Service-Geschäft und die Profitabilität hätten die schwierige Lage des Elektronikkonzerns auf dem chinesischen Markt wettgemacht, schrieb UBS-Analyst David Vogt. Für Gene Munster und Brian Baker von Deepwater Asset Management ist der Umsatzrückgang in China indes kaum erwähnenswert. Er liege im Bereich der normalen Schwankungen der letzten Jahre, so die Experten laut "Yahoo Finance". Für die ansonsten eher kritisch eingestellten Experten von Rosenblatt Securities sei China zwar eine "Quelle für Sorgen", aber Apples Daten hätten dafür gesprochen, dass die Region trotz des Rückgangs "OK" sei.

Diese Entwicklung prognostizieren die Analysten jetzt für die Apple-Aktie

Auch wenn die jüngste Bilanz und der Ausblick von Apple die Analysten nicht in Jubelstimmung versetzt hat, sind sie doch überwiegend optimistisch, was die Performance der Apple-Aktie angeht. Sowohl die Experten von Piper Sandler als auch die von JPMorgan und Wedbush Securities bewerten das Papier mit "Overweight". Das Rating von TD Cowen lautet "Outperform", und für Goldman Sachs steht die Apple-Aktie auch nach der Bilanzvorlage weiterhin auf der "Conviction Buy List". UBS und Rosenblatt Securities haben für den Anteilsschein das Rating "Neutral" vergeben, während Bernstein die Aktie mit "Market-Perform" ähnlich bewertet.

Die Kursziele für die Apple-Aktie reichen von 189 US-Dollar (Rosenblatt) bis 227 US-Dollar (Goldman Sachs), von gleich drei Analysehäusern (Piper Sandler, Wedbush, TD Cowen) wird das Kursziel mit 220 US-Dollar angegeben. Da der letzte Schlusskurs des Papiers bei 181,82 US-Dollar lag, gehen also alle Experten von einem weiteren Kursanstieg aus. Teils wird sogar ein kräftiges Aufwärtspotenzial gesehen.

Apple sei auch weiterhin "ein defensiver Name angesichts der robusten FCF [Free Cash Flow]- und Aktionärsrenditen und bietet gleichzeitig Zugang zu Optionen bei Spatial Computing (XR-Headset) und KI (Apple Silicon)", begründeten die Experten von TD Cowen ihre bullishe Einschätzung.

Redaktion finanzen.net

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