12.07.2018 20:35
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Mark Mobius: Der Handelskrieg ist nur der erste Akt für etwas viel Schlimmeres

Finanzkrise in Sicht?: Mark Mobius: Der Handelskrieg ist nur der erste Akt für etwas viel Schlimmeres | Nachricht | finanzen.net
Finanzkrise in Sicht?
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Starinvestor Mark Mobius glaubt, dass sich Investoren in diesem Jahr noch auf viel mehr einstellen müssen, als einen drohenden Handelskrieg und einen Einbruch von Aktien in Schwellenländern. Dies sei nur die Vorstufe, warnt der Experte.
Der langjährige Fondsmanager bei Franklin Templeton, Mark Mobius, hat sich bereits in den vergangenen Wochen und Monaten skeptisch bezüglich der Entwicklung an den Aktienmärkten gezeigt. Angesichts der aktuellen Ereignisse spricht der Schwellenmarktexperte nun aber eine noch deutlichere Warnung aus: Die vor einer weltweiten Finanzkrise.

"Das Schlimmste kommt erst noch"

Die Situation im Handelsstreit zwischen den USA und China droht zu eskalieren. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine Liste mit weiteren Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vorgelegt, die mit Strafzöllen von zehn Prozent belegt werden können. Die Chinesen drohen mit Vergeltungsmaßnahmen. Sollten die neuen Zölle Realität werden, wäre die Hälfte aller US-Einfuhren aus China von Sonderabgaben betroffen - ein Supergau für die chinesische Wirtschaft und zahlreiche dort ansässige Unternehmen. Emerging Markets-Experte Mark Mobius rechnet in diesem Zusammenhang mit einem weiteren Einbruch von Schwellenländer-Aktien um zehn Prozent. Und schlimmer noch: Dies werde eine weltweite Finanzkrise nach sich ziehen, so Mobius im Interview mit "Bloomberg". Der Handelskrieg sei nur die Vorstufe, warnt der Experte weiter.

Abhängigkeit von billigem Geld

"Es gibt keine Frage, wir werden früher oder später eine Finanzkrise erleben, weil wir uns erinnern müssen, dass wir aus einer Zeit des billigen Geldes kommen", erklärte der Experte im Interview. Viele Unternehmen der Emerging Markets seien von dem billigen Geld abhängig, um ihre Geschäfte aufrecht erhalten zu können. Für die werde es "echt Druck geben".

Bereits jetzt habe die auf Liquiditätsverknappung ausgelegte Politik der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank die Schwellenländer belastet - ein starker Dollar tue sein Übriges. Hinzu komme der Handelsstreit zwischen den USA und China, der sich Mobius zufolge wohl weiter verschlimmern wird. Für den MSCI Emerging Markets Index prognostiziert der Experte daher bis zum Jahresende einen weiteren Einbruch um zehn Prozent - mit einem voraussichtlichen Gesamtrückgang von 16 Prozent im Gesamtjahr trete man dann in einen Bärenmarkt ein.

Experte sieht auch Investitionsmöglichkeiten

Doch seinen Warnungen zum Trotz sieht Mobius in der aktuellen Marktlage auch Kaufgelegenheiten. Als potenzielle Gewinner eines Handelskrieges hat der Schwellenmarkt-Experte insbesondere Branchen in sechs Ländern ausgemacht: Das Industriesegment in Indien, den Technologiebereich in Südkorea, Agrar-Produzenten in Brasilien, das Geschäft mit Sojabohnen in Argentinien, Schuhe in Vietnam und die Bekleidungsbranche in Bangladesch.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: canbedone / Shutterstock.com, Franklin Templeton Investments
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