finanzen.net
16.01.2019 10:50
Bewerten
(0)
Werbemitteilung unseres Partners

Brexit: Das Chaos geht weiter

ING Markets-Kolumne: Brexit: Das Chaos geht weiter | Nachricht | finanzen.net
ING Markets-Kolumne
Carsten Brzeski
DRUCKEN
Nach der vernichtenden Niederlage für den vorliegenden Vertrag gibt es wohl nur noch ein Wort: "Chaos".
Werbemitteilung

Brexit: Das Chaos geht weiter

Nach der vernichtenden Niederlage für den vorliegenden Vertrag gibt es wohl nur noch ein Wort: "Chaos". Das politische Chaos im Vereinigten Königreich wird weitergehen, wahrscheinlich sogar noch schlimmer werden. Finanzmarktturbulenzen und ein schwächeres Pfund sind in den nächsten Wochen vorprogrammiert. Das einzige, was jetzt deutlich ist, ist, dass nichts deutlich ist. Die Welt weiß, was das britische Parlament nicht will, aber man hat keine Ahnung, was es dann wohl will.

Eine Vielfalt an Szenarien ist jetzt möglich: Neuwahlen, Neuverhandlungen, zweites Referendum, alter Deal, kein Deal, Verschiebung oder gar kein Brexit oder eine Kombination von den verschiedensten Szenarien. Problem dabei ist nur, dass den Briten die Zeit wegrennt. Es ist nur schwer vorstellbar, dass der Rest der EU für Neuverhandlungen oder Neuwahlen die Artikel 50-Frist verlängern wird. Warum sollte er? Denn auch bei Neuwahlen bleibt undeutlich, was die Briten eigentlich wollen.

Die EU wird sich etwas bewegen, aber nicht viel. Die Verhandlungen zum aktuellen Vertrag haben 17 schweißtreibende und frustrierende Monate gedauert. Die Briten wollen austreten und das Prinzip, dass ein Drittstaat schlechter dastehen sollte als ein Mitgliedsstaat der EU, wird nicht wackeln. Selbst eine Verlängerung der Artikel 50-Frist wird daher wenig bringen. Eher noch neue - an Satire grenzende - Fragen aufwerfen, ob das Vereinigte Königreich dann nicht auch noch an den Europawahlen teilnehmen muss.

Bei der aktuellen Diskussion darf man auch nicht vergessen, dass der Brexit Deal ja nur die Austrittsmodalitäten regelt, aber sehr viel Spielraum für zukünftige Handelsbeziehungen bietet.

Daher gibt es für mich eigentlich nur zwei realistische Szenarien in den kommenden Monaten: entweder ein zweites Referendum mit zwei Fragen (Brexit ja/nein und wenn Brexit, dann Mays Deal oder kein Deal) oder aber ein harter Brexit. Das heißt, dass mit dem heutigen Votum das Risiko eines harten Brexit stark gestiegen ist. Die Finanzmärkte hatten das bisher noch nicht so auf dem Schirm, daher ist von weiteren Verwerfungen auszugehen.

Für Deutschland und Europa bleibt weitestgehend die Rolle des Zuschauers. Bis auf leichte Zugeständnisse, wie Anfang dieser Woche von Tusk und Juncker gemacht, wird Europa sich wohl nicht bewegen. Das Problem ist dabei, dass Turbulenzen eines harten Brexit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kämen. Die negativen wirtschaftlichen Folgen wären zwar nur zeitlich und letztendlich zu hantieren, da sie aber im Augenblick einer konjunkturellen Abkühlung kommen, kann es über schwindendes Vertrauen, Unsicherheit und Chaos durchaus zu einem Teufelskreis kommen. Europa ist jetzt gut beraten, so viel Vorbereitungsmaßnahmen wie noch möglich gegen die Folgen einen harten Brexit zu treffen.



Wichtige rechtliche Hinweise:

Die obigen Beiträge und Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlungen zum Erwerb, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Es handelt sich auch nicht um eine Finanzanalyse, sondern um eine Werbemitteilung. Die Inhalte erfüllen nicht alle gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalyen und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die Inhalte geben nicht die Meinung der ING Bank N.V. wieder, sondern der Autoren der angegebenen Quelle. Der Verfasser übernimmt trotz sorgfältiger und eingehender Prüfung keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität, Korrektheit oder Qualität der zur Verfügung gestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser oder die ING Bank N.V., aufgrund von Schäden materieller oder ideeller Art durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen, beziehungsweise die durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen entstanden sind, werden grundsätzlich ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er beziehungsweise sein Arbeitgeber oder eine mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene Person im Besitz von Finanzinstrumenten sein könnte, auf die sich die Inhalte beziehen, beziehungsweise in den letzten 12 Monaten an der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt gewesen sein könnte . Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes. Der Autor versichert, dass sämtliche Inhalte unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt und veröffentlicht werden.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa, äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Enormes Potenzial

Der Megatrend Gesundheit bietet enormes Potenzial. Und Sie als Anleger können daran teilhaben, wenn Sie auf die richtigen Unternehmen setzen. Welche das sind und wie Sie am besten vom Megatrend Gesundheit profitieren, erfahren Sie heute um 18 Uhr.
Hier kostenlos anmelden und live dabei sein!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX legt zu -- Unterhaus sucht Brexit-Alternativen -- Nordex traut sich kräftiges Umsatzplus zu -- Bayer-Aktien trotz Xarelto-Einigung unter Druck -- Deutsche Wohnen, Airbus, Apple, Brexit im Fokus

Merck KGaA gibt Übernahmeangebot für Versum ab. Nintendo-Aktie schießt hoch: Kommen 2019 noch zwei neue Switch-Modelle? AIXTRON: Spezialmaschinenbau mit Hang zur Dramatik. Uber übernimmt Mitfahrdienst Careem für 3,1 Milliarden Dollar. RBC senkt Kursziel für Tesla-Aktie erneut - Aktie gibt nach.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Die Top-Autos des Genfer Autosalon 2019
Das sind die Highlights
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Vorstandschef der Deutsche Wohnen AG hat sich gegen Enteignungen privater Wohnungsunternehmen in Berlin ausgesprochen. Was halten Sie von dieser Bürgerinitiative?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
BayerBAY001
Apple Inc.865985
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Aurora Cannabis IncA12GS7
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Nordex AGA0D655
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Allianz840400
Volkswagen (VW) AG Vz.766403