30.06.2022 23:37

So hat sich eine US-Rezession in der Vergangenheit auf einen Bärenmarkt ausgewirkt

Korrelation?: So hat sich eine US-Rezession in der Vergangenheit auf einen Bärenmarkt ausgewirkt | Nachricht | finanzen.net
Korrelation?
Folgen
Dass eine Rezession in den USA auf den derzeitigen Bärenmarkt folgt, ist ein mögliches, vielleicht auch wahrscheinliches Szenario. Wie haben aber in der Vergangenheit Rezession und Bärenmarkt zusammengewirkt?
Werbung
• Jüngste Kurserholungen ohne nachhaltige Effekte
• Auf einen Bärenmarkt mit durchschnittlichem Minus von 43 Prozent folgt eine Rezession
• Aktuelles KGV preist die Rezession zu 50 Prozent ein


Derzeit befindet sich der Aktienmarkt seit 1990 zum neunten Mal im Bärenmarktmodus. Statistisch gesehen folgte nur auf jeden zweiten Bärenmarkt eine Rezession in den USA.

Durchschnittlich dauerte es in der Vergangenheit 14 Monate bis sich der Aktienmarkt wieder nachhaltig erholt hatte, berechnete Charlie Bilello von Compound Advisors. Demzufolge könnte sich der Bärenmarkt noch bis August 2023 hinziehen, da der S&P 500 erst im Juni 2022 die Verlustmarke von 20 Prozent gerissen hat.

Es sei davon auszugehen, dass der Bärenmarkt eher Monate als Wochen anhalte. Dennoch sei jeder Bärenmarkt anders, betont auch Vermögensverwalter Peter Hoppe und verweist auf den Bärenmarkt 2020, als die Pandemie zu einer Panik am Aktienmarkt führte. In Nachhinein betrachtet, handelte es sich mit nur 27 Tagen Dauer um die kürzeste, jemals gemessene Baisse, allerdings war dies zum damaligen Zeitpunkt nicht abzusehen.

In der Vergangenheit verlor der MSCI World All Countries durchschnittlich 43 Prozent, wenn mit einer Baisse eine Rezession einherging. In den Fällen in der Vergangenheit, in denen der Bärenmarkt nicht zu einer Rezession in den USA führte, verlor der Index im Mittel 21 Prozentpunkte.

Bodenbildung oder Rezession?

In den Bärenmarkt-Phasen, sprich einem Kursverfall von mindestens 20 Prozent unter dem letzten Hochpunkt, sanken die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) durchschnittlich auf 13,3, während sie in Phasen des tatsächlichen Wirtschaftsabschwungs bis auf 15,5 fielen. Daraus lasse sich schließen, dass bei einem derzeitigen KGV von 14,4 und einem Kursrückgang von 21 Prozent der Markt in historischen Vergleich eine Rezession schon zu 50 Prozent mit eingepreist habe, konstatiert Dirk Steffen am 21.06. im Deutsche Bank-Newsletter "Perspektiven am Morgen". "Noch ist es nicht entschieden, ob es tatsächlich zeitnah zu einer Rezession kommen wird. Die Aktienmarktschwankungen werden uns auf jeden Fall erhalten bleiben", so der Kapitalmarktstratege.

In seiner fundamentalen Analyse "Corona-Crash vs. Bärenmarkt" vom 23.06. schreibt Sven Weisenhaus, dass auch beim DAX in der jüngsten Kurserholung keine nachhaltige Stärke zu sehen sei. Er zweifle daher weiter an einer Bodenbildung oder gar Trendwende und betrachte das Chartbild weiterhin bearish. Ähnlich bewertet der Experte die Entwicklung des EURO STOXX 50.

Sinkende Bewertungsniveaus

Der Bewertungsabbau des DAX sei - auch im Vergleich zum S&P 500 - weit fortgeschritten und auf einem "normalen" Bewertungsniveau angekommen. Eine Analyse der Helaba, in der neben dem KGV auch noch das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) betrachtet werden, zeigt, dass der DAX bereits im unteren Normalbereich liegt, während der amerikanische Breitenindex erst im oberen Normalbereich angekommen ist.

Die aktuelle Korrektur dauere schon mehr als sechs Monate an, während Bärenmärkte, die nicht mit einer Rezession in den USA einhergingen, durchschnittlich ein halbes Jahr dauerten. Laut der Helaba-Experten sei das Chance-Risiko-Verhältnis inzwischen attraktiv, da der US-Aktienmarkt seit Januar bereits 24 Prozent verloren habe. Sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen, würde dies statistisch betrachtet mit weiteren Verlusten, insgesamt 38 Prozent im Mittel, einhergehen und sich über einen Zeitraum von 20 Monaten erstrecken.

Wie kann eine Trendwende erreicht werden?

Die Analysten von Goldman Sachs gehen in einem Bericht davon aus, dass es sich 2022 um einen zyklischen Bärenmarkt handle, der durch eine hohe Inflation sowie steigende Zinsen gekennzeichnet ist. Die Aktien hätten die Straffung der Geldpolitik bereits eingepreist. Durchschnittlich ziehe sich ein solcher Bärenmarkt über zwei Jahre hin und verzeichne einen Kursrückgang von 31 Prozent, damit käme die aktuelle Baisse den historischen Mittelwerten sehr nahe. Die Dauer werde jedoch geringer eingeschätzt, zitiert die CNBC aus dem Bericht.

Allerdings müsse die Inflation zunächst sinken, damit niedrigere Bewertungen, die Wachstumsaussichten sowie die Lockerung der Geldpolitik möglich würden. Denn eine Trendwende konnte in der Vergangenheit zumeist mit dem Sinken der Zinserwartung erreicht werden. "Erst wenn sich die Nachrichtenlage wieder positiv verändert, kann die Stimmung an den Börsen drehen", sagte auch Vermögensverwalter Peter Hoppe gegenüber der Welt. Dann könnten sinkende Zinsen sowie eine Wende beim Ölpreis eine kurzfristige Erholung oder aber das Ende des Bärenmarktes herbeiführen.

Redaktion finanzen.net

Ausgewählte Hebelprodukte auf Goldman Sachs
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Goldman Sachs
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Ilkin Zeferli / Shutterstock.com, Inked Pixels / Shutterstock.com

Nachrichten zu Goldman Sachs

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Goldman Sachs

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
01.04.2022Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
18.01.2022Goldman Sachs NeutralUBS AG
18.10.2021Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
17.09.2021Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
14.07.2021Goldman Sachs OverweightBarclays Capital
01.04.2022Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
18.10.2021Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
17.09.2021Goldman Sachs OverweightJP Morgan Chase & Co.
14.07.2021Goldman Sachs OverweightBarclays Capital
14.07.2021Goldman Sachs OutperformCredit Suisse Group
18.01.2022Goldman Sachs NeutralUBS AG
13.07.2021Goldman Sachs Sector PerformRBC Capital Markets
19.01.2021Goldman Sachs Sector PerformRBC Capital Markets
14.10.2020Goldman Sachs Sector PerformRBC Capital Markets
05.10.2020Goldman Sachs Sector PerformRBC Capital Markets
19.10.2017Goldman Sachs SellSociété Générale Group S.A. (SG)
24.02.2017Goldman Sachs SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.01.2017Goldman Sachs SellCitigroup Corp.
06.05.2016Goldman Sachs SellSociété Générale Group S.A. (SG)
01.03.2016Goldman Sachs SellSociété Générale Group S.A. (SG)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Goldman Sachs nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Inflationssorgen etwas rückläufig: Dow Jones stärker -- DAX schließt kaum verändert -- Daimler Truck überrascht positiv -- Siemens reduziert Prognose -- NEL ASA, Valneva, thyssenkrupp, Varta im Fokus

OPEC mit pessimistischerem Ausblick für globale Wirtschaft und Öl-Nachfrage. Sonos verschiebt Produktstart. KWS Saat übertrifft Wachstumsziel. Ceconomy rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Zehn-Euro-Flüge sind laut Ryanair-CEO O'Leary vorerst passé. SMA Solar von Lieferengpässen belastet. Hapag Lloyd sieht erste Anzeichen für Normalisierung der Lieferketten.

Umfrage

Worüber machen Sie sich derzeit die größeren Sorgen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln