Deutscher Staat kann auf volle Rückzahlung des Kredits für Air Berlin hoffen

Anders als andere Gläubiger der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin kann sich die Bundesregierung Hoffnung darauf machen, einen Großteil und möglicherweise sogar die gesamte Summe ihres 150 Millionen Euro umfassenden Staatskredits zurückzubekommen.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte dem Tagesspiegel, er gehe davon aus, dass man "den Großteil" der Summe im Laufe der nächsten Jahre zurückzahlen könne - allerdings ohne Zinsen. "Möglicherweise werden wir sogar imstande sein, die gesamte ausgereichte Summe zurückzuzahlen", betonte Flöther. Bislang seien rund 80 Millionen Euro zurückgezahlt worden.
Schlechter sieht es dagegen den Angaben zufolge für die anderen Gläubiger wie Lieferanten oder Ex-Kunden aus. "Die weiteren Air Berlin-Gläubiger werden voraussichtlich nur dann Zahlungen erhalten, wenn vom Gesellschafter Etihad zusätzliche Mittel zur Masse fließen", erklärte Flöther. Er habe das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC beauftragt, "eventuelle Haftungsansprüche gegen Organe des Konzerns zu prüfen", sagte der Insolvenzverwalter. Diese Prüfung erfolge für einen Zeitraum bis zehn Jahre vor der Insolvenzeröffnung.
Der wichtigste Vermögenswert in diesem Verfahren seien Ansprüche gegen Etihad. Eine von dieser staatlichen Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate einst abgegebene Zahlungszusage für Air Berlin halte er für eine "handfeste Patronatserklärung", für die man die Eigentümer haftbar machen könne, erklärte Flöther.
BERLIN (Dow Jones)
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