12.11.2016 08:00

KT Bank-Chef Ozan: "Wir verleihen kein Geld"

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Kemal Ozan » Der Chef der islamischen KT Bank spricht im Interview mit Euro am Sonntag über ein Geschäftsmodell ohne Zins.
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€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

€uro am Sonntag: Im März 2015 haben Sie von der Finanzaufsicht Bafin als erste islamische Bank in Deutschland eine Banklizenz erhalten. Wie läuft Ihr Geschäft gemessen an der Zielgruppe von vier Millionen Muslimen hierzulande?
Kemal Ozan: Wir haben derzeit bei 99 Millionen Euro Bilanzsumme und 60 Millionen Euro Einlagen eine vierstellige Kundenzahl. Bis Ende 2017 erwarten wir einen Kundenstamm von 20 000 Geschäfts- und Privatkunden. 80 Prozent unserer Kunden sind Muslime. Wir sehen aber auch großes Potenzial unter Nichtmuslimen.

Im Islamic Banking sind Zinsen verboten. Wie funktioniert das Geschäft?
Wir verleihen kein Geld, sondern finanzieren reale Güter und verkaufen sie an den Kunden mit Aufschlag und in Raten. Sparer werden an den Durchschnittsrenditen aller Kreditgeschäfte beteiligt. Das Inte­resse an uns steigt stetig im aktuellen Niedrigzinsumfeld.

Die Niedrigzinsen stören Sie nicht?
Die KT Bank refinanziert sich nicht bei der EZB oder am Kapitalmarkt, sondern vor allem über Kundeneinlagen. Insofern sind die Folgen der Niedrigzinsen beschränkt. Trotzdem müssen unsere Produkte wettbewerbsfähig sein, sodass wir uns auch an den Marktkonditionen orientieren.

Das bedeutet konkret?
Die Durchschnittsrenditen für Privatkunden bei Anlage auf das Beteiligungskonto (Beträge zwischen 1000 und 100 000 Euro, zwölf Monate Laufzeit) schwankten zuletzt zwischen 0,65 und 0,90 Prozent pro Jahr. Der Finanzierungsaufschlag für Gebrauchtwagen beginnt ab 5,99 Prozent.

Zins ist verboten, Dividende nicht. Warum?
Dividenden sind im Islamic Finance zulässig, da der Aktionär am Gewinn wie am Verlust des Unternehmens beteiligt ist.

Bildquellen: KTBank 2016, Andrey_Popov / Shutterstock.com

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