OTS: BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen / Geschäftsklimaindex ...

28.01.26 12:37 Uhr

Geschäftsklimaindex Consulting: Trotz positivem Blick nach vorn

fordern vielfältige Herausforderungen die Aufmerksamkeit der Branche

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Bonn (ots) - Der Geschäftsklimaindex im Consulting, den der Bundesverband

Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. quartalsweise erhebt, zeigt im letzten

Quartal 2025 eine leicht rückläufige Seitwärtsbewegung. Dabei nähert er sich mit

einem Wert von 88,7 (Q3 2025: 90,3) weiter dem ifo-Geschäftsklimaindex (87,6)

an. "Die anhaltende Seitwärtsbewegung bestätigt eine gewisse Marktzurückhaltung.

Dennoch hat die Marktdynamik im vierten Quartal 2025 zugenommen, so dass

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wesentlich mehr Firmen positiv in die Zukunft blicken als Ende 2024.", erläutert

BDU-Präsidentin Iris Grewe. "Hierbei ist interessant, wie die unterschiedlich

ausgerichteten Consultingfirmen auf die veränderten Marktanforderungen,

besonders bezogen auf die Kompetenzen und Aufgaben der Beschäftigten,

reagieren."

Die aktuelle Geschäftslage ist zwar im Vergleich zum Vorjahr ähnlich, allerdings

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sehen die Unternehmen für 2026 deutlich positiver in die Zukunft. 30 Prozent der

Beratungen erwarten günstigere Geschäftsaussichten (Q4/24: 26%) und nur 23

Prozent gehen von ungünstigeren Geschäftsaussichten aus (Q4/24: 30%). "Viele

Beratungen spüren eine wiedererwachte Bereitschaft im Markt, bestimmte Projekte

trotz uneinheitlicher Gesamtkonjunktur anzugehen.", erklärt Iris Grewe diese

Veränderung gegenüber dem Vorjahr.

Kleine Beratungen am stärksten unter Druck

Bezogen auf die Unternehmensgröße spüren kleine Beratungen die aktuelle

Zurückhaltung im Markt am stärksten. Hier ist der Geschäftsklimaindex, der die

aktuelle Geschäftslage sowie die Zukunftsaussichten umfasst, um fast zehn Punkte

auf 81,7 gefallen. Am positivsten zeigt sich der Index der großen Beratungen

(+2,6 Punkte) und der Beratungen zwischen 250.000 Euro und 1 Mio. Euro Umsatz

(+2,4 Punkte).

Aufgeschlüsselt nach Beratungsbereichen zeigen sich bei Sanierungsberatung mit

einem Geschäftsklimaindex von 106 (+3,4 Punkte) und in der IT-Beratung mit einem

Index von 93 (+3,5 Punkte) die stärksten Indexwerte. Das Schlusslicht bildet die

HR-Beratung mit einem Geschäftsklimaindex von 82

(-2,1%). Auffallend ist, dass Strategieberatungen mit 27 Prozent (Q3: 12%) und

Organisations- und Prozessberatungen mit 28 Prozent (Q3: 17%) am ehesten

ungünstigere Geschäftsaussichten erwarten.

Professional Services mit stärkstem Nachfragezuwachs in 2025

Bei den Branchen führen im Jahresvergleich weiterhin Versorger (47%) und Public

Sector (42%) die Liste der nachfragestärksten Branchen an. Fahrzeugbau (15%),

Maschinenbau (14%) und Chemie (7%) bilden wie im vierten Quartal 2024 die

Schlusslichter.

In der Branche der Professional Services zeigte sich im Laufe des letzten Jahres

stetig wachsende Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen, so dass die Branche

im Q4/25 mit 35% die drittstärkste Nachfrage zeigte (Q4/24: 23%, Platz 11).

Mittelgroße und große Beratungen stellen sich aktiver den Veränderungen in

Kompetenzen und Aufgaben als kleine Firmen

Bei den Veränderungen der Kompetenzen zeigt sich eine Spreizung nach

Größenklassen: Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt der Anteil der

Unternehmen, die von Kompetenzveränderungen berichten.

Bei den Aufgaben fällt auf, dass sich weniger die Aufgaben an sich verändert

haben, sondern vor allem die Art der Bearbeitung. Auf Leitungsebene geben 73

Prozent der kleineren, 81 Prozent der mittelgroßen und 79 Prozent der großen

Consultingunternehmen an, dass sich die Aufgaben "etwas" oder "deutlich"

verändert haben. "KI und Automatisierung verändern in vielen Dingen die

Tätigkeitsdurchführung. Die Tätigkeit an sich verändert sich dabei jedoch

nicht.", konkretisiert Iris Grewe.

Beleuchtet man den Umgang mit dieser Veränderung unter Berücksichtigung der

Größenklassen der Unternehmen, zeigen sich deutliche Unterschiede. Kleinere

Consultingunternehmen gehen bislang weniger systematisch mit dem Kompetenzwandel

um. So integrieren nur 37 Prozent der kleineren Firmen die Kompetenzentwicklung

in Leistungs- und Karriereprozesse. Im Gegensatz dazu tun dies bereits 69

Prozent der mittelgroßen und 93 Prozent der großen Unternehmen. Ebenso haben

bisher nur 24 Prozent der kleinen Unternehmen ihre Recruiting-Profile angepasst,

im Gegensatz zu 72 Prozent der mittelgroßen bzw. 79 Prozent der großen

Unternehmen.

Wichtigkeit von Kundennähe im Widerspruch zu gelebtem Homeoffice

Trotz der vermeintlichen Wichtigkeit von Kundennähe sind Beraterinnen und

Berater im Schnitt nur 1,4-1,5 Tage pro Woche beim Kunden. Die Möglichkeit für

Homeoffice ist in 95 Prozent des Gesamtmarkts etabliert, allerdings planen 17

Prozent der Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten höhere Präsenzzeiten und

nur noch vier Prozent eine weitere Flexibilisierung. Hier zeigt sich ein

Zielkonflikt vieler Unternehmen: Während Homeoffice bei 75 Prozent der Befragten

zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden beiträgt, so sehen nur 40 Prozent einen

positiven Einfluss bei der Produktivität. Deutlich negativ wird Home Office im

Hinblick auf die Einarbeitung neuer Teammitglieder (81%), der Zusammenarbeit

(70%) und der Kundennähe (58%) sowie dem Vertriebserfolg (54%) gesehen. "Die

Unternehmen müssen die positiven Effekte für das Personal gegen die operativen

und marktbezogenen Herausforderungen abwägen.", sagt Iris Grewe und ergänzt:

"Erwartbar ist daher, dass sich mittelfristig das Verhältnis von Präsenzarbeit

und Home Office weiter in Richtung Präsenz verschieben wird. Vor allem, wenn es

um die Akquisition und Betreuung von Neukunden und -geschäft geht".

Über den BDU:

Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600

Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zählt der

BDU weltweit zu den drei führenden Wirtschafts- und Berufsverbänden der

Consultingwirtschaft.

Zur Systematik

Der an die Systematik des ifo-Instituts angelehnte BDU-Geschäftsklimaindex (GKI)

erscheint quartalsweise und bildet die aktuelle wirtschaftliche Lage und die

Erwartungen der Branche an die geschäftliche Entwicklung ab.

Größenklassen: Der BDU-Geschäftsklimaindex ordnet die Beratungen in die fünf

Kategorien Große Beratungen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen

Euro, Mittelgroße Beratungen (1 bis 10 Millionen bzw. 10 bis 50 Millionen Euro)

sowie Kleinere Beratungen (1 Million bis 250.000 bzw. unter 250.000 Euro).

Beratungsfelder: Organisations- und Prozessberatung, Strategieberatung,

IT-Beratung, HR-Beratung, Sanierungsberatung

Teilnehmende: An der Befragung haben sich insgesamt 253 Beraterinnen und Berater

beteiligt.

Pressekontakt:

Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V.

Annette Sausen

Joseph-Schumpeter-Allee 29 | 53227 Bonn

T +49 (0) 228 9161-14 | mailto:annette.sausen@bdu.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/9562/6205788

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