Kein Börsengang

Ripple bleibt privat: Milliardenbewertung und ehrgeizige Zukunftsstrategie - Was Analysten erwarten

28.01.26 03:59 Uhr

Kein IPO geplant: Warum Ripple trotz Milliardenwert nicht an die Börse gehen will - Analysten im Blick | finanzen.net

Ripple bleibt trotz Milliardenbewertung privat - und setzt stattdessen auf strategische Partner, Übernahmen und Innovationen.

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• Ripple plant keinen Börsengang
• Unternehmen in 2025 mit starker Expansion
• Prognosen im Blick: Neues Allzeithoch voraus - oder Risiken durch geopolitische Unsicherheiten?

Ripple plant wohl kein IPO

Ripple hat erneut bestätigt, vorerst keinen Börsengang anzustreben. Präsidentin Monica Long erklärte in einem Interview mit Bloomberg, das Unternehmen verfüge über eine solide Bilanz und ausreichend Kapital, um weiteres Wachstum ohne einen Zugang zu den öffentlichen Märkten zu finanzieren. "Aktuell planen wir weiterhin, privat zu bleiben", so Long. Ein Börsengang sei weder aus Liquiditäts- noch aus Finanzierungsgründen notwendig.
Die Aussage folgt auf eine Kapitalerhöhung im November 2025, bei der Ripple 500 Millionen US-Dollar zu einer Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar einsammelte. Zu den Investoren gehörten die Fortress Investment Group, Citadel Securities und mehrere Krypto-Fonds. Long bezeichnete die Vertragsbedingungen der Finanzierungsrunde als "sehr positiv" und betonte, dass Ripple weiterhin auf strategische Partnerschaften und internes Wachstum statt auf einen Börsengang setze.

Rückblick auf 2025

2025 war für Ripple ein Jahr intensiver Expansion, wie CoinDesk erklärt. Das Unternehmen tätigte vier große Übernahmen im Gesamtwert von rund vier Milliarden US-Dollar, darunter den Multi-Asset-Prime-Broker Hidden Road, die Stablecoin-Plattform Rail, den Treasury-Dienstleister GTreasury sowie den Krypto-Verwahrer Palisade. Damit positioniert sich Ripple zunehmend als Komplettanbieter digitaler Finanzinfrastruktur. Eine zentrale Rolle spielt außerdem der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin RLUSD, der die Bereiche Zahlungen, Liquidität und Verwahrung verbindet. Long betonte im Interview, Ziel des Unternehmens sei es, die Brücke zwischen traditionellem Finanzwesen und digitaler Vermögensinfrastruktur zu schlagen und tokenisierte Assets sowie Stablecoins für den realen Einsatz nutzbar zu machen.

So könnte es für Ripple weitergehen

Der Analyst Bird hat, wie Trading View berichtet, zuletzt eine optimistische Prognose für Ripple veröffentlicht und rechnet mit einem Kursanstieg von bis zu 800 Prozent im laufenden Jahr. Sollte sich diese Einschätzung bewahrheiten, könnte der Token ein neues Allzeithoch von 18,40 US-Dollar erreichen. Grundlage der Analyse sei das Verhältnis von Ripple zu Bitcoin, das laut Bird bis Ende 2026 bei 1:5.000 liegen soll - derzeit beträgt es etwa 0,000022 Bitcoin. Damit müsste der Ripple-Kurs auf 0,0002 Bitcoin pro Coin steigen, was einer Marktkapitalisierung von 1,84 Billionen US-Dollar entspräche. In diesem Szenario würde Ripple in direkte Konkurrenz zu Ethereum treten und sich an die Bewertung von Bitcoin annähern.

Ein moderateres Basisszenario kommt derweil vom Marktbeobachter Sam Daodu, der bei anhaltender institutioneller Nachfrage, aber ohne deutliche Marktverschiebung, einen Ripple-Kurs zwischen 3 und 4 US-Dollar erwartet. Diese Entwicklung setzt voraus, dass Krypto-ETFs mehrere Milliarden US-Dollar anziehen und die Bitcoin-Dominanz auf 40 bis 50 Prozent sinkt.

Ein pessimistisches Szenario sieht dagegen Risiken durch geopolitische Unsicherheiten, sinkendes Anlegerinteresse und strukturelle Faktoren im Kryptomarkt. Eine Kapitalflucht in "sichere Häfen" wie Bitcoin oder Gold sowie eine stärkere Nutzung privater Blockchains und Stablecoins durch Banken könnten den Ripple-Kurs belasten.

Redaktion finanzen.net

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