Qualitätsaktien vor dem Comeback: 3 ETFs für stabile Renditen in volatilen Zeiten

Die letzten beiden Jahre verliefen für Qualitätsinvestoren enttäuschend. Während wenige Tech-Giganten die Börsen beherrschten, gerieten Unternehmen mit robusten Bilanzen und verlässlichen Cashflows ins Hintertreffen.
Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung in Europa: Klassische Qualitätssektoren wie das Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter durchliefen eine ungewöhnlich schwache Phase, während Finanzwerte und Rüstungsaktien die Indizes nach oben trieben.
Im Technologiesektor zeigte sich eine markante Spaltung: Unternehmen aus der KI-Infrastruktur - Halbleiter, Datenzentren, Cloud-Anbieter - verzeichneten starke Kursgewinne, während Software- und IT-Dienstleister zurückblieben. Diese extreme Marktkonzentration auf wenige Werte führte dazu, dass viele fundamental solide Unternehmen deutlich hinter hochkonzentrierten Aktienindizes zurückfielen.
Doch genau diese Konsolidierung eröffnet nun Chancen: Firmen mit hoher Profitabilität, solidem Gewinnwachstum und bewährten Geschäftsmodellen notieren erstmals seit Langem wieder zu vernünftigen Bewertungen. Die Risiken ambitionierter Bewertungen bei KI-getriebenen Aktien stehen im Kontrast zu attraktiven Einstiegsniveaus bei Qualitätstiteln, die historisch in Turbulenzen widerstandsfähiger sind und risikoadjustiert überdurchschnittliche Erträge liefern. Um das mögliche Comeback auf breiter Basis mitzugehen, bieten sich ETF-Lösungen an.
Mit dem iShares Edge MSCI World Quality Factor UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00BP3QZ601 / WKN A12ATE) erhalten Anleger Zugang zu knapp 300 hochwertigen Unternehmen aus Industrieländern weltweit. Der Fonds setzt auf den MSCI World Sector Neutral Quality Index und achtet dabei auf eine ausgewogene Sektorverteilung, sodass keine einzelne Branche dominiert. Mit jährlichen Kosten von 0,25 Prozent und einem verwalteten Vermögen von 3,8 Mrd. Euro zählt er zu den etablierten Produkten in diesem Segment. Das Auswahlverfahren konzentriert sich auf Firmen mit hoher Eigenkapitalrendite, stabilen Gewinnen und niedriger Verschuldung. Über drei Jahre hinweg schlägt ein Wertzuwachs von 53,6 Prozent zu Buche, bei Kursschwankungen von 14,8 Prozent - ein attraktives Chance-Risiko-Profil für langfristig orientierte Investoren.
Wer gezielt auf Unternehmen mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen setzen möchte, findet im Frankfurter UCITS ETF Modern Value (ISIN LU2439874319 / WKN FRA3TF) einen interessanten Kandidaten. Der Anbieter Shareholder Value Management verfolgt einen aktiven Selektionsansatz: Im Portfolio landen ausschließlich Firmen mit ausgeprägten Burggraben-Eigenschaften und verantwortungsvoller Führung. Die Gleichgewichtung aller Positionen verhindert Abhängigkeiten von Einzelwerten. Bei der Titelauswahl spielen neben finanziellen Kennzahlen auch Governance-Aspekte und nachhaltige Geschäftsmodelle eine zentrale Rolle. Trotz der höheren Kostenquote von 0,54 Prozent und des noch überschaubaren Volumens von 82 Mio. Euro überzeugt die Dreijahresbilanz: Mit 45,3 Prozent Wertsteigerung konnte der seit 2022 verfügbare Fonds seinen Qualitätsanspruch unter Beweis stellen.
Einen anderen Schwerpunkt setzt der SPDR S&P 500 Quality Aristocrats UCITS ETF (Acc) (ISIN IE000FJJZA01 / WKN A40UMR), der sich auf den amerikanischen Markt fokussiert. Das Portfolio umfasst 100 US-Unternehmen, die sich durch kontinuierliche Free-Cashflow-Generierung auszeichnen. Der Index-Anbieter filtert gezielt nach Firmen mit stabilen Mittelzuflüssen und soliden Bilanzen. Bei Verwaltungsgebühren von 0,25 Prozent und einem Fondsvermögen von 566 Mio. Euro bietet der ETF ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die starke USA-Gewichtung bringt allerdings Währungseffekte mit sich, da keine Absicherung gegen Dollarschwankungen besteht. Zudem entfallen knapp die Hälfte des Portfolios auf die zehn größten Positionen - darunter bekannte Namen wie Alphabet, Broadcom und Apple. Die Volatilität von 18,5 Prozent liegt etwas höher als bei global diversifizierten Alternativen.
Fazit: Die drei Fonds decken unterschiedliche Investorenprofile ab: weltweite Risikostreuung zum günstigen Preis, selektiver Burggraben-Ansatz mit Nachhaltigkeitsfokus oder konzentrierter Zugriff auf US-Qualitätsführer mit stabilen Zahlungsströmen. Sämtliche Produkte reinvestieren Erträge automatisch, was Anleger von Wiederanlagepflichten entbindet. Gerade in marktvolatilen Phasen können Qualitätsunternehmen ihre strukturellen Vorteile ausspielen - eine bewährte Kombination aus Stabilität und Wachstumspotenzial.
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