Goodyear-Aktie bricht zweistellig ein: Transformation überschattet von Milliardenverlust

Der US-Reifenriese Goodyear verzeichnet trotz operativer Fortschritte einen massiven Kursrückgang nach Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2025.
Werte in diesem Artikel
• Goodyear meldet für das Gesamtjahr 2025 einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden US-Dollar
• Strategieprogramm "Goodyear Forward" übertrifft mit Einsparungen von 1,25 Milliarden US-Dollar die Erwartungen
• Region Americas leidet unter hohen Lagerbeständen und einem Rückgang der Erstausrüstungsproduktion
Goodyear-Bilanz 2025: Sondereffekte führen zu tiefroten Zahlen
Die Goodyear Tire & Rubber Company hat für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 einen herben Nettoverlust in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Dieser stehe in krassem Gegensatz zum Vorjahresgewinn von 46 Millionen US-Dollar und resultiert primär aus massiven nicht zahlungswirksamen Abschreibungen, wie aus der entsprechenden Unternehmensmitteilung hervorgeht. Insbesondere eine Wertberichtigung auf latente Steueransprüche in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar sowie eine Firmenwertabschreibung von 674 Millionen US-Dollar drückten das Ergebnis tief in die Verlustzone. Bereinigt um diese Sondereffekte belief sich der Nettogewinn auf 136 Millionen US-Dollar, was jedoch immer noch eine Halbierung gegenüber dem Vorjahreswert von 278 Millionen US-Dollar darstellt.
Operative Lichtblicke durch "Goodyear Forward"
Trotz der negativen Schlagzeilen beim Nettoergebnis konnte das Unternehmen operative Erfolge durch sein Transformationsprogramm verbuchen. Laut Mark Stewart, Chief Executive Officer von Goodyear, markierten die Ergebnisse des vierten Quartals die höchste operative Segmentmarge seit mehr als sieben Jahren. Das Programm "Goodyear Forward" lieferte im vierten Quartal Vorteile in Höhe von 192 Millionen US-Dollar und erreichte bis Ende 2025 eine Run-Rate von 1,5 Milliarden US-Dollar. Zudem generierte der Konzern im Jahr 2025 Erlöse in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf des Chemie- und OTR-Geschäfts sowie der Marke Dunlop. Wie das Unternehmen im Rahmen der Ergebnisveröffentlichung mitteilte, übertrafen diese Deinvestitionen das ursprüngliche Ziel um rund 300 Millionen US-Dollar und wurden primär zur Reduzierung der Nettoverschuldung eingesetzt.
Herausforderndes Marktumfeld bremst Erholung
Das Marktumfeld bleibt für den in Akron, Ohio, ansässigen Konzern jedoch schwierig. Im vierten Quartal stagnierten die Umsätze bei 4,9 Milliarden US-Dollar, während das Reifenvolumen auf 42,3 Millionen Einheiten sank. Besonders in der Region Americas ging das Volumen im Ersatzgeschäft um 3,7 Prozent zurück, was das Management auf hohe Lagerbestände bei Importprodukten in den USA zurückführte. Auch die Erstausrüstung litt unter einer geringeren Produktion der Automobilhersteller. In Europa (EMEA) konnte zwar ein Marktanteilsgewinn bei Verbrauchern verzeichnet werden, doch die allgemeine Branchenschwäche führte auch hier zu einem Rückgang der Absatzzahlen um 2,3 Prozent.
Goodyear-Aktienkurs unter heftigem Abgabedruck
Marktteilnehmer reagierten mit deutlicher Skepsis auf die Zahlenvorlage und den vorsichtigen Ausblick auf das erste Quartal 2026. Die Goodyear-Aktie notiert an der NASDAQ zeitweise mit einem Minus von 13,5 Prozent bei 9,10 US-Dollar. Analysten zeigten sich insbesondere von der anhaltenden Schwäche im kommerziellen Sektor besorgt. Javier Martinez Olcoz Cerdan, Analyst bei Morgan Stanley, bestätigte laut Daten des Portals TipRanks seine Verkaufsempfehlung ("Sell") für den Titel. Er beließ das Kursziel bei 7,30 US-Dollar und verwies damit auf die weiterhin bestehenden strukturellen Herausforderungen des Reifenherstellers in einem inflationären Umfeld mit volatilen Rohstoffpreisen.
Redaktion finanzen.net
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