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13.06.2019 22:29
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464 Prozent Kursplus seit dem Börsengang: Wie hoch kann die Beyond Meat-Aktie jetzt noch steigen?

Rekord-Börsengang: 464 Prozent Kursplus seit dem Börsengang: Wie hoch kann die Beyond Meat-Aktie jetzt noch steigen? | Nachricht | finanzen.net
Rekord-Börsengang
Der mit Abstand beste Börsengang seit dem Jahr 2000 sorgt immer noch für Aufsehen an der Wall Street. Trotz eines verhältnismäßig geringen Umsatzes schießen die Aktien des veganen Fleischersatzherstellers in ungeahnte Höhen.
Die Aktie des US-amerikanischen Produzenten von veganen Fleischersatzprodukten konnte nicht nur einen rekordverdächtigen Börsengang feiern, sondern erfreut die Aktionäre auch noch Wochen nach dem IPO. Die Beyond Meat-Aktie, welche mit einem Ausgabepreis von 25 US-Dollar emittiert wurde, stieg allein am ersten Handelstag um über 163 Prozent auf 65,75 US-Dollar.

Beyond Meat-Aktie: 8 Milliarden US-Dollar Börsenwert und …

IPO-Investoren, die zu diesen Preisen jedoch schon Kursgewinne mitgenommen haben, dürften sich jetzt besonders ärgern. Denn mit einem gegenwärtigen Kurs von 141 US-Dollar notiert das Papier, rund sechs Wochen nach dem Börsengang, über 464 Prozent über dem Ausgabepreis. Somit kommt die in El Segundo ansässige Firma auf eine aktuelle Marktkapitalisierung von rund 8 Milliarden US-Dollar.

… nur 200 Millionen US-Dollar Umsatz

Laut den Erwartungen soll sich der Umsatz von Beyond Meat, trotz der hohen Marktkapitalisierung, im Jahr 2019 nur auf rund 200 Millionen Dollar belaufen. Dementsprechend wird der vegane Burger-Produzent aktuell fast mit dem 40-Fachen des Umsatzes bewertet. Auch wenn Experten von einem grandiosen Wachstum im Markt für Fleischersatzprodukte ausgehen, 6,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023, steht die aktuelle Bewertung der Aktie in keinem Verhältnis zu ihrem absehbaren Ertragspotenzial.

Gewinne lassen auf sich warten

Zwar konnte Beyond Meat seinen Umsatz im Laufe der Jahre erfolgreich steigern, jedoch ist es dem Konzern bisher noch nicht gelungen, einen Gewinn zu erzielen. In den zurückliegenden neun Monaten belief sich der Nettoverlust des Burger-Produzenten auf 22,4 Millionen US-Dollar und lag damit nur geringfügig unter dem Verlust des Vorjahreszeitraums, welcher sich auf 23,4 Millionen US-Dollar belief. Mit einem Nettoverlust in Höhe von 24,1 Millionen und 30,4 Millionen US-Dollar erzielte der Konzern auch in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 ein negatives Ergebnis. Laut Bekanntmachungen der Unternehmensführung dürfte sich diese Verlustserie auch in die Zukunft vorsetzen.

Investitionsvorhaben fressen die Gewinne

"Wir gehen davon aus, dass unsere Betriebskosten und Investitionen in absehbarer Zeit erheblich steigen werden, da wir weiterhin in unseren Kundenstamm, unser Lieferantennetzwerk und unsere Co-Produzenten investieren, unsere Vertriebskanäle erweitern, in unsere Vertriebs- und Produktionsstätten investieren und zusätzliche Mitarbeiter einstellen und unsere Technologie und Produktionskapazität verbessern. […] Unsere Expansionsbemühungen könnten sich als teurer als erwartet herausstellen, und es könnte uns nicht gelingen, unsere Einnahmen zu steigern", so heißt es in einem von Beyond Meat veröffentlichten Prospekt für Investoren.

Skepsis bei den Analysten

Dementsprechend haben nun auch die Analysten der US-Investmentbank JPMorgan reagiert und die Aktie auf "Halten" herabgestuft. Mit einem aktuellen Kursziel von 121 US-Dollar gehen nun auch die Experten davon aus, dass sich das Papier in einer Phase der Übertreibung befindet. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen ebenso die Analysten von Bernstein Research. Sie haben das Kursziel für die Aktie von 81 US-Dollar auf nun 108 US-Dollar angehoben.

"Ich würde mit einem Einstieg warten, bis aus der Aktie wieder etwas spekulative Luft entweicht", so Kevin Grundy, Analyst der US-Investmentbank Jefferies. Grundy geht davon aus, dass die Aktie kurz vor einem kleineren Kursrückschlag steht und sieht den fairen Wert somit nur bei 105 US-Dollar pro Papier. Unter den sieben Analysten, die sich momentan mit der Aktie beschäftigen, raten insgesamt sechs zum "Halten" und nur einer zum "Kauf" der veganen Unternehmensanteile.

Expansion nach Europa und Asien

Beyond Meat hat schon jetzt diverse Lieferabkommen mit europäischen Lebensmittelhändlern geschlossen und zeigt auch großes Interesse an bilateralen Abkommen mit europäischen Restaurantketten. Spätestens im Jahr 2020 möchte der Konzern außerdem eine eigene Produktionsstätte in Europa errichten. Über lokale Distributoren in Hongkong soll darüber hinaus auch bald der asiatische Markt mit veganem Fleisch versorgt werden.

Beyond Meat: Langfristig Top, kurzfristig Flop!

Die ambitionierten Pläne von Beyond Meat können langfristig zwar zum Erfolg führen, um jedoch die Gewinne aus den gegenwärtigen Investitionsausgaben einstreichen zu können, müssen Investoren mit einem sehr langen Anlagezeitraum kalkulieren. Denn bis der reale Unternehmensumsatz die aktuelle Marktkapitalisierung rechtfertigt, wird es noch einige Zeit dauern. Darüber darf man nicht außer Acht lassen, dass der derzeitige Erfolg des Konzerns auch Konkurrenten und Nachahmer aus der Lebensmittelindustrie auf den Plan rufen wird.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Beyond Meat, Dean Belcher/Getty Images

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