aktualisiert: 23.11.2011 11:05

IAC: Internet-Aktie mit blitzsauberer Bilanz

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Medienmogul Barry Diller ist ein Macher, ein Erfolgsgarant. Warum sein Internetkonzern IAC weiter auf der Erfolgswelle reitet.
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von Tim Schäfer, New York

Barry Diller liebt große Deals. Das zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Früher leitete er das Hollywood-Studio Paramount Pictures. Gemeinsam mit Medientycoon Rupert Murdoch gründete er die Fox-Fernsehgruppe. Er sitzt in zahlreichen Aufsichtsgremien, etwa von Coca-Cola.

Sein letztes Meisterstück war der Aufbau des Internetkonzerns IAC, an dessen Spitze er 17 Jahre lang stand. Aus der Gruppe war vor sechs Jahren beispielsweise die führende Reiseplattform Expedia ausgegliedert worden. Vor einem Jahr entschied sich der 69-jährige Diller für den Rückzug aus dem Rampenlicht. Seinem Nachfolger Greg Blatt, der zuvor die Dating-Tochter Match.com geleitet hatte, hinterließ er eine blitzsaubere Bilanz und schwarze Zahlen.

IAC betreibt mehr als 50 Websites in 40 Ländern. Jeden Monat steuern über 1,4 Milliarden Besucher die Seiten an. Im Kern basiert das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: der Internetsuche und der persönlichen ­Beziehungspflege. Die Internetsuche erstreckt sich auf eine Vielzahl von Marken, darunter Ask.com. Hier gibt der User die Suche in Form einer Frage ein und erhält eine entsprechende Antwort.

Mit Google besteht eine langjährige Kooperation. Ask.com erreicht im US-Markt mit einem Anteil von 2,6 Prozent immerhin fast doppelt so viele Surfer wie AOL. Zu der Sparte zählen außerdem Citygrid, Citysearch und Dictionary. Diverse Toolbars, das sind kleine Leisten, die Nutzer kostenlos auf ihre Bildschirmoberfläche laden können, runden das Angebot ab. In diesen Leisten kann man verschiedene Dienste mit einem Klick abrufen. Dahinter steckt eine Software, mit der IAC heimlich, still und leise Geld verdient.

Die zweite Säule des New Yorker Konzerns besteht hauptsächlich aus der Partnerbörse Match.com. In den USA hat die Site einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht. Onlinedating ist der Renner: Jeder fünfte Amerikaner findet mittlerweile den Lebensabschnittspartner übers Netz. Angesichts von 90 Millionen Singles ist das kostenpflichtige Portal eine Goldgrube. 20 Millionen einsame Herzen aus 25 Ländern sind registriert, darunter 1,3 Millionen Abonnenten, die 30 Dollar pro Monat zahlen. Yahoo hat sein eigenes Angebot eingestellt und leitet seine User auf Match.com weiter.

Mit einer Reihe von Spezialangeboten wie SeniorPeopleMeet, SingleParentMeet oder BlackPeopleMeet jagt der Marktführer außerdem der Konkurrenz Kunden ab. Im Fernsehen rühren die IAC-Dienste massiv die Werbetrommel. Gerade in den Nischen steckt Potenzial. Die Marktforschungsfirma Expertian Hitwise fand Erstaunliches he­raus: US-Singles ab 55 besuchen am häufigsten solche Plattformen. An zweiter Stelle folgt die Altersgruppe zwischen 45 und 54 Jahren. Jüngere Erwachsene befinden sich dagegen auf dem Rückzug, sie nutzen eher kostenlose Angebote wie Facebook. Out ist für alle indes das Schalten von „Suche Partner“-Anzeigen in Zeitungen.

Proppenvoll ist die Kriegskasse, in der 865 Millionen Dollar ruhen. Die Gruppe gleicht einer Gelddruckmaschine: Jedes Jahr wirft das Geschäft mehr als 340 Millionen Dollar Cash ab. Mit dem überschüssigen Geld hat Diller während der Finanzkrise fast die Hälfte aller ausstehenden Aktien zurückgekauft. Seit 2008 gab er mehr als eine Milliarde Dollar für Rückkäufe aus.

Darüber hinaus fängt er an, quartalsweise eine Dividende von zwölf US-Cent je Aktie auszukehren. „Ich glaube, es ist altmodisch und ein ziemlich dümmliches Konzept zu glauben, schnell wachsende Firmen sollten keine Dividende bezahlen“, höhnte Diller Anfang November mit Blick auf die knauserige Konkurrenz. Mindestens eine halbe Milliarde Dollar will er aber immer in der Kasse behalten. Teure Übernahmen lehnt er ab. Aber wenn sich günstige Gelegenheiten bieten, schlägt der charismatische Medienmogul zu – ohne lang zu fackeln. Als das zweitgrößte US-Wochen­magazin, „Newsweek“, ins Straucheln geriet, riss Diller es sich unter den Nagel und fusionierte es mit der Website Daily Beast.

Auch wenn er sich offiziell in den Aufsichtsrat zurückgezogen hat, bleibt Diller der starke Mann. Er sagt, wo’s langgeht — auch gegen erbitterten Widerstand. Im Oktober heuerte er Chelsea Clinton, die Tochter des Ex-US-Präsidenten, an. Mitsamt Aktienoptionen kassiert die 31-Jährige 300.000 Dollar im Jahr. Für die Verpflichtung der Prominenten, die an der New York University arbeitet, musste Diller viel Kritik einstecken. Clinton habe zu wenig Erfahrung und könne wenig zum Erfolg der Gruppe beitragen, lautete der Vorwurf. In der „New York Times“ machte sich ein Professor in ­einem Gastbeitrag unter der Überschrift „Das IAC-Investment in Chelsea ist ein ­Handicap“ über die Personalie lustig.

Diller lässt das kalt. Ihm geht es um mediale Aufmerksamkeit und um die Kontakte der Clintons. Etliche Weltkonzerne heuern Prominente an. Sidney Poitier sitzt bei Walt Disney im Aufsichtsgremium, Evander ­Holyfield bei Coca-Cola. Dillers Credo: Wenn man bereit ist, von den Großen zu lernen, hat das mit Altersstarrsinn nichts zu tun.

IAC - WKN: A0Q8BY

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