Stockpicking

Bank of America: So kann man den Aktienmarkt schlagen

09.03.24 22:17 Uhr

Den Aktienmarkt outperformen? Kein Problem mit diesen Tipps der Bank of America! | finanzen.net

Laut der Bank of America vollzieht sich aktuell ein Wandel am Aktienmarkt, der es Anlegern erleichtern könnte, den Markt zu schlagen. Das hat die Bank herausgefunden.

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• Bank of America sieht Vormarsch des passiven Investierens gegenüber aktiven Investments
• Aktives Stockpicking kann Chancen bieten
• Greenlight Capital-Gründer David Einhorn kommt zu ähnlichen Schlüssen

Die Bank of America hat einen Wandel in der Investmentwelt ausgemacht, wie Strategin Savita Subramanian in einem Kundenbericht erklärte, der MarketsInsider vorliegt. So spricht die Analystin von einem Wechsel weg vom aktiven Investieren hin zum passiven Investieren.

Dieser Wandel gepaart mit einigen strukturellen Katalysatoren könne jedoch aktiven Investoren dabei helfen, den Markt zu schlagen, meint die Strategin. So würden die "Abwanderung von Fachkräften (20 % weniger Verkäufer) und die Abwanderung von Vermögenswerten (40 % weniger Fonds) von aktiven, fundamentalen Anlagen zu passiven Anlagen und Private Equity" darauf hindeuten, dass "die Aktienmärkte weniger effizient sind und daher mehr Alpha-Potenzial bieten", so die BofA-Expertin. Konkret sieht Subramanian hier Vorteile für Anleger, die eine aktive Aktienauswahl vornehmen.

In ihrer Analyse unterteilte die Strategin den marktbreiten US-Index S&P 500 in zwei Gruppen: Jene Aktien, die sich vor allem auf unternehmensspezifische Nachrichten hin bewegten und solche, die sich eher aufgrund makroökonomischer Umstände bewegten und ein geringeres unternehmensspezifisches Risiko aufweisen würden.

Manche Branchen lohnen sich eher fürs Stockpicking

Je nach Branche gäbe es hier Segmente in denen sich eine aktive Aktienauswahl mehr lohne als in anderen: "Konsumgüter-, Technologie- und Gesundheitsunternehmen sind Sektoren, in denen die Aktienauswahl erfolgreicher sein kann, während Sektoren wie Finanz-, Versorgungs- oder Rohstoffunternehmen von makroökonomischen Zyklen bei Zinssätzen, Inflation und Wirtschaftswachstumstrends beeinflusst werden können", fasst Subramanian zusammen.

Darüber hinaus fand die Bank of America heraus, dass der Aktienmarkt für jene Unternehmen ineffizienter sei, die weniger durch die Wall Street-Analysten abgedeckt würden. Weniger effiziente Aktien würden derweil mit größeren Chancen und Risiken einhergehen. Daraus lässt sich schließen, dass beim aktiven Stockpicking ein besonderer Fokus auf weniger beliebte und nicht von zahlenreichen Analysten abgedeckte Titel gesetzt werden sollte: "Als wir unser Universum auf Aktien mit einer geringeren Analystenabdeckung auf der Verkäuferseite beschränkten - was wohl ein weniger effizientes Universum ist - verbesserte sich die Performance der Fundamentalfaktoren dramatisch", so Subramanian.

Langer Anlagehorizont von Vorteil

Was Anlegern ebenso bei der Outperformance des Marktes helfen würde, sei ein langer Anlagehorizont, erinnert die Strategin zudem. Dabei kritisiert die BofA-Expertin, dass immer mehr Anleger es darauf abzielen würden innerhalb kürzester Zeit große Gewinne einzustreichen und sich dementsprechend immer kurzsichtiger präsentieren würden. Am Aktienmarkt wäre man mit dieser Einstellung jedoch fehl am Platz: "Wir erinnern uns daran, dass die Wahrscheinlichkeit, im S&P 500 Geld zu verlieren, von einem Münzwurf auf ein 2-Sigma-Ereignis sinkt, wenn man die Haltedauer von einem Tag auf ein Jahrzehnt verlängert", gibt die Strategin dementsprechend zu bedenken.

David Einhorn sieht Aktienmarkt "als grundlegend kaputt an"

Mit ihrer Einschätzung, dass ein Markt, der vermehrt von passiven Anlagen dominiert wird, eine Chance für aktives Stockpicking bietet, steht Subramanian derweil nicht allein da. Greenlight Capital-Gründer David Einhorn monierte in dem Podcast "Masters in Business", dass durch passive und algorithmische Investments das Value-Investing immer schwieriger würde. Stattdessen würde man mittlerweile sogar fast besser fahren gleich auf überbewertete Aktien zu setzen. Seine Schlussfolgerung fiel dementsprechend ernüchternd aus: "Ich sehe den Markt als grundlegend kaputt an."

Value eines Unternehmens wird unwichtiger

Aufgrund der steigenden Beliebtheit von passiven Anlageprodukten wie Indexfonds gäbe es immer weniger Anleger, die Aktien aufgrund ihrer individuellen Vorzüge handeln würde. Dies wiederum erschwert es Value-Investoren wie Einhorn unterbewertete Titel zu finden, die langfristig ihre Bewertungslücke schließen würden. Das Problem werde von Trading-Algorithmen noch verschärft, da diese ihren Fokus fast ausschließlich auf kurzfristige Kursbewegungen legen und nicht auf die zugrundeliegenden Fundamentaldaten des Unternehmens. Der "Value" eines Unternehmens und eine Prognose darüber, welchen Preis einen Aktie in der Zukunft aufweisen sollte, spiele hier keine Rolle mehr.

Disziplinierte Aktienauswahl

Aus diesem Grund sei Greenlight Capital mittlerweile dazu übergegangen, seine ursprüngliche Value-Investing-Strategie neu auszurichten. So sei das Team rund um Einhorn mittlerweile noch disziplinierter bei der Aktienauswahl. So würde Greenlight Capital mittlerweile keine Aktien mehr erwerben, die zum zehn- oder elffachen der zu erwarteten Gewinne gehandelt würden. Man würde Unternehmen bei dem vier- oder fünffachen der Earnings kaufen. Allerdings könne man aufgrund der schwindenden Zahl aktiver Investoren nicht mehr darauf zählen, dass das unterbewertete Unternehmen auch von anderen Anlegern "entdeckt" werden würde und aufgrund dessen langfristig im Wert steigen würde. Schließlich wäre "ein Schnäppchen, das ein Schnäppchen bleibt, kein Schnäppchen", wie sich der Greenlight-Gründer auf ein Sprichwort beruft.

Aus diesem Grund setze man auf Unternehmen, die Aktienrückkäufe durchführen und über einen Barmittelfluss verfügen würden, der reicht um über die Zeit 10, 15, 20 Prozent an Aktien zurückzukaufen. Innerhalb von vier bis fünf Jahren hätte das Unternehmen dann entsprechend entweder keine Aktien mehr, die es noch zurückkaufen könne, oder die Aktien seien im Wert gestiegen. Auf diese Weise lasse man sich das Investment in das Unternehmen, durch dieses selbst bezahlen. Denn "wenn dieses Geld wieder zu uns zurückkommt, geht es über die Zeit aufwärts", erklärt Einhorn in dem Podcast.

Weniger Mitwettbewerber

"Passive Investoren haben keine Meinung zum Wert. Sie nehmen an, dass jemand anders die Arbeit schon gemacht hat. Und dann gibt es noch den Rest von dem, was vom aktiven Investment noch übrig ist. Die Value-Investment-Industrie wurde völlig zerstört", gibt sich Einhorn resigniert. Doch diese würde auch Chancen kreieren. So gäbe es mittlerweile deutlich weniger Mitbewerber am Markt und Unternehmen für die man in der Vergangenheit das zehn- oder elffache der Earnings hätte zahlen müssen, könne man jetzt bereits beim vier- oder fünffachen der zu erwartenden Gewinne erwerben. Und auch wenn man generell den Eindruck habe, der Markt sei sehr teuer, würde dies nicht auf die Titel zutreffen, auf die Greenlight Capital setzt.

Investmentintention so klar wie möglich verfolgen

Darüber hinaus hatte Einhorn auch noch einen Tipp für Anleger parat, nämlich in ihren Investmentideen so geradeheraus wie möglich zu sein: "Wenn Sie bullish gegenüber Ölpreisen sein wollen, kaufen sie nicht zehn Öl-Aktien. Kaufen Sie Öl." Auf diese Art und Weise habe man entweder Recht mit seiner Einschätzung oder nicht, aber man hätte genau das bekommen, was man wolle. Während es bei einem Investment in ein Öl-Unternehmen auch möglich sei, dass die Aktie an Wert verliere, weil sich der Konzern etwas zuschulden kommen lassen habe. Hier hätte man nicht immer die nötigen Einblicke vorweg.

Redaktion finanzen.net

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