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21.04.2021 12:12

Auf Kurssprung folgt Einbruch der Juventus-Aktie - keine Chance mehr für Super League

Super League wackelt: Auf Kurssprung folgt Einbruch der Juventus-Aktie - keine Chance mehr für Super League | Nachricht | finanzen.net
Super League wackelt
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Die Aktien von Juventus Turin sind am Mittwoch nach ihrem Kurssprung am Montag mächtig abgerutscht.
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Das schwer wackelnde Projekt einer angekündigten "Super League", das die Juventus Football Club-Papiere zu Wochenbeginn auf ein Hoch seit September katapultierte, ließ den Kurs nun an der Mailänder Börse um 12,15 Prozent auf 0,77 Euro absacken. Durch den Rückzug von sechs englischen Fußballvereinen gelten die Pläne für eine eigene Liga als zumindest vorerst gescheitert.

Heftiger Gegenwind war in den vergangenen Tagen etwa in der Politik und Fangemeinden gegen die Pläne aufgekommen, mit denen die großen Clubs noch mehr Geld scheffeln wollten. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Dem folgten die anderen fünf englischen Mitgründer FC Liverpool, Manchester United, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und FC Chelsea. Die in den USA gelistete Aktie von Manchester United war daraufhin am Vorabend in New York schon um sechs Prozent abgerutscht.

Neben den englischen Clubs sollen noch je drei Vereine aus Spanien und Italien zu den Super-League-Unterstützern zählen - darunter die Traditionsvereine Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin. Laut Medienberichten will der in Deutschland börsennotierte Fußballclub Borussia Dortmund (BVB (Borussia Dortmund)) dem Projekt eine Absage erteilen. Hier fielen die Aktien am Mittwoch um 1,7 Prozent. In der Bundesliga kämpft der BVB derzeit um die Qualifikation für die Champions League.

Juve-Chef Agnelli sieht keine Chance mehr für Super League

Das Projekt einer europäischen Super League von zwölf europäischen Fußball-Topclubs ist gescheitert. Mitinitiator Andrea Agnelli, Präsident des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin, räumte am Mittwoch ein, dass durch den Rückzug der sechs englischen Gründerclubs die Pläne nicht mehr umsetzbar seien. Entsprechende Aussagen des Juve-Chefs wurden der Deutschen Presse-Agentur von einer Clubsprecherin bestätigt.

Zwölf europäische Spitzenclubs, darunter sechs englische Premier-League-Vereine sowie Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese hätte in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union UEFA gestanden. Aus der Bundesliga hatte sich kein Club der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Projekt durch eine US-Großbank.

In der Nacht zu Mittwoch hatten alle sechs englischen Teams um Meister FC Liverpool nach massivem Druck von Fans und Öffentlichkeit ihren Verzicht auf die Gründung der geschlossenen Eliteliga verkündet. Auch Atlético Madrid und Inter Mailand stiegen am Mittwoch aus.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin begrüßte den Entschluss der englischen Vereine und hofft auf eine dauerhafte Kooperation mit den Spitzenclubs. "Ich habe gestern gesagt, dass es bewundernswert ist, einen Fehler zuzugeben, und diese Vereine haben einen großen Fehler gemacht", sagte der Slowene. "Aber sie sind jetzt wieder in der Reihe und ich weiß, dass sie nicht nur unseren Wettbewerben, sondern dem gesamten europäischen Spiel viel zu bieten haben", betonte der 53-Jährige.

Ceferin will offenbar von unmittelbaren Konsequenzen für die einsichtigen Abweichler absehen. "Das Wichtigste ist jetzt, dass wir weitermachen, die Einheit, die das Spiel zuvor genossen hat, wieder aufbauen und gemeinsam vorankommen", sagte der Chef des Fußball-Kontinentalverbandes. Als Drohkulisse hatte er zuvor selbst einen Ausschluss aus der noch laufenden Europapokal-Saison und eine EM- und WM-Sperre für alle Profis der Clubs ins Spiel gebracht.

Auch Atlético Madrid zieht sich aus Super League zurück

Nach den sechs englischen Vereinen hat auch der spanische Fußball-Topclub Atlético Madrid seinen Rückzug aus dem umstrittenen Projekt zur Gründung einer europäischen Super League bekanntgegeben. Der Verwaltungsrat des Clubs sei am Mittwoch zusammengekommen und habe diese Entscheidung getroffen, teilte Atlético mit.

Für den Verein sei die "Eintracht zwischen allen Angehörigen der rotweißen Familie das Wichtigste", hieß es. Es gehe vor allem aber um die Wünsche der Fans. Die Spieler und der Trainerstab um Chefcoach Diego Simeone seien mit der Entscheidung zufrieden, wurde betont. Sie seien der Überzeugung, dass "die sportlichen Verdienste Vorrang vor allen anderen Kriterien haben müssen".

Inter Mailand wendet sich von Super League ab

Auch der italienische Fußball-Club Inter Mailand hat sich von den Plänen der Super League abgewandt. Der Club sei nicht mehr Teil des Projekts, teilte der aktuelle Tabellenführer der Serie A am Mittwoch mit. Man wolle den Fans stets das beste Fußballerlebnis bieten. Inter sei der Ansicht, dass der Fußball ein Interesse daran haben müsse, seine Wettbewerbe ständig zu verbessern, um Fans aller Altersgruppen auf der ganzen Welt im Rahmen zu begeistern, hieß es weiter.

Zuvor war bekannt geworden, dass auch der Präsident von Juventus Turin und Mitinitiator der Super League keine Chance mehr für das Projekt sehe. Ohne die englischen Vereine gehe es nicht, zitierten mehrere Medien Juve-Boss Andrea Agnelli am Mittwoch. In der Nacht zu Montag hatten zwölf Top-Clubs aus Spanien, Italien und England angekündigt, zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Super League gründen zu wollen. In der Nacht zu Mittwoch wandten sich schließlich die Vereine aus England ab. Das Projekt hatte in vielen Verbänden für großen Wirbel gesorgt.

/tih/jha/

MAILAND/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Ohmega1982 / Shutterstock

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