Nach schwachen Quartalsergebnissen und Kurszielkürzungen: Verluste bei PayPal-Aktie setzen sich fort

Die jüngsten Geschäftszahlen und ein unerwarteter Führungswechsel haben bei PayPal für massive Turbulenzen gesorgt. Die Verlusteserie der Aktie setzt sich fort.
Werte in diesem Artikel
• Kerngeschäft Branded Checkout wächst weit unter Markterwartungen
• Experten von BTIG und Macquarie bemängeln strategische Versäumnisse und fehlende Wettbewerbsfähigkeit
• Enrique Lores muss umfassende Transformation bewältigen
Die Präsentation der Ergebnisse für das Schlussquartal löste bei PayPal-Investoren einen erheblichen Ausverkauf aus. Der Zahlungsdienstleister verpasste dabei nicht nur die Prognosen beim Ergebnis pro Aktie, sondern erschütterte die Märkte insbesondere mit einem nahezu stagnierenden Wachstum bei "Branded Checkout". Während das Transaktionsvolumen in diesem strategisch wichtigen Segment im Vorjahreszeitraum noch um sechs Prozent gestiegen war, betrug das währungsbereinigte Wachstum im zurückliegenden Quartal nur noch ein Prozent. Fachleute interpretieren diese Entwicklung als deutliches Indiz für Marktanteilsverluste gegenüber innovativen Wettbewerbern.
Macquarie-Einschätzung: Bedeutender Rückschlag bei wichtiger Kundengruppe
In einer aktuellen Marktbetrachtung, die Investing.com aufgreift, skizzierte Paul Golding von Macquarie die ernste Situation des Unternehmens. Das enttäuschende Abschneiden resultiere aus zunehmendem Konkurrenzdruck und unzureichender Umsetzung in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, so Golding gegenüber Investoren. Besonders bei Verbrauchern mit durchschnittlichem Einkommen, einer zentralen Kundengruppe, habe das Unternehmen Terrain eingebüßt. Er verwies darüber hinaus auf eine generelle Schwächephase im amerikanischen Einzelhandel sowie einen markanten Rückgang in Bereichen wie Reisebuchungen, Kryptowährungstransaktionen und Ticketverkäufen, welche die Quartalszahlen zusätzlich belasteten.
BTIG-Bewertung: Erhebliche Marktanteilsverluste an Stripe und Adyen
Besonders scharf fiel die Kritik der BTIG-Analysten zur zukünftigen Unternehmensstrategie aus. Andrew Harte betonte in einer Stellungnahme, dass der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 "sehr schlecht" ausfalle und deutlich unter den Markterwartungen bleibe, wie Investing.com berichtet. Dies deute laut Harte darauf hin, dass PayPal sowohl bei seinen Markenlösungen als auch im White-Label-Bereich (Unbranded Solutions) erheblich gegen Konkurrenten wie Stripe oder Adyen verliere. Obwohl die Aktienbewertung rechnerisch attraktiv erscheine, mangele es den Anlegern am notwendigen Vertrauen für eine nachhaltige Kurserholung.
Die interne Fehleranalyse hat offenbar bereits eingesetzt. Die Interims-Vorstandschefin Jamie Miller gab laut Seeking Alpha zu, dass man die operativen Schwierigkeiten bei der Modernisierung der Händlererfahrungen unterschätzt habe. Zudem erweise sich die Veränderung der Ausgabemuster von etwa 400 Millionen aktiven Nutzern als komplizierter als angenommen. Adam Frisch von Evercore ISI sieht den künftigen CEO Enrique Lores vor einer gewaltigen Aufgabe. Die entscheidende Frage sei, ob Lores ein leistungsstarkes Payment-Team etablieren könne oder ob er gezwungen sein werde, strategische Alternativen für einzelne Geschäftsbereiche zu evaluieren, so Frischs Einschätzung.
Analystenstimmung: Flächendeckende Kurszielreduktionen nach Quartalsbericht
Das gegenwärtige Analystenurteil nach der Zahlenvorlage ist von ausgeprägter Zurückhaltung und umfassenden Zielanpassungen gekennzeichnet, wie TipRanks-Daten zeigen. Zahlreiche namhafte Experten haben ihre Einschätzungen substanziell nach unten revidiert: JPMorgan reduzierte das Kursziel von 70,00 auf 46,00 US-Dollar, Evercore ISI korrigierte die Prognose von 65,00 auf 40,00 US-Dollar. Auch die Bank of America (von 68,00 auf 48,00 US-Dollar) sowie TD Cowen (von 65,00 auf 48,00 US-Dollar) nahmen deutliche Abwertungen vor. Trotz dieser Anpassungen behalten die meisten Institute, darunter Needham, Raymond James und BTIG, zunächst ihre "Hold"-Bewertung bei. Ausschließlich Macquarie fällt mit einer "Buy"-Empfehlung und einem optimistischen Kursziel von 100,00 US-Dollar auf, während Compass Point seine Einschätzung zwar auf "Hold" anhob, das Kursziel jedoch leicht auf 51,00 US-Dollar senkte.
PayPal-Aktie setzt Verlustserie fort
Nach der Zahlenvorlage stürzte die PayPal-Aktie am Dienstag an der NASDAQ letztlich um 20,22 Prozent auf 41,94 US-Dollar ab. Am Mittwoch gaben die Anteilsscheine 1,61 Prozent auf 41,03 US-Dollar nach. Am Donnerstag verlieren die Papiere weitere 4,71 Prozent auf 39,10 US-Dollar. Seit Jahresbeginn haben die Titel damit rund ein Drittel an Wert verloren.
Redaktion finanzen.net
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