ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

26.01.26 13:29 Uhr

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Wer­bung

Ifo-Geschäftsklimaindex stagniert im Januar

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Januar entgegen den Erwartungen nicht aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stagnierte auf dem Vormonatsniveau von 87,6 Punkten. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg auf 88,0 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung stieg auf 85,7 (85,6) Punkte. Erwartet worden waren 86,0 Punkte. Der Index der Erwartungen sank auf 89,5 (89,7) Punkte. Die Prognose hatte auf 90,0 gelautet. "Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr", kommentierten die Konjunkturforscher die Zahlen.

Ifo-Stagnation ist eine Nullnummer

LBBW-Volkswirt Jens-Oliver Niklasch empfindet die Stagnation des Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar als "enttäuschend" und eine "Nullnummer". "Die meisten anderen Indikatoren für die deutsche Konjunktur waren zuletzt eher im Vorwärtsgang", merkt er an. Aber es habe keinen Sinn über die aktuellen Zahlen zu klagen. Die Lage der gewerblichen Wirtschaft sei wie sie sei, und zwar nicht gut. "Man sollte daher auch in den kommenden Wochen wieder mit möglichen Enttäuschungen für die Konjunkturdaten rechnen, nachdem es seit Jahresbeginn viele positive Überraschungen gab."

Aufschwung in Deutschland bisher nur Hoffnungswert

Die Stagnation des Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar zeigt nach Aussage von KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher, dass der erwartete Aufschwung in Deutschland bisher nur ein Hoffnungswert ist. "Die deutschen Unternehmen bleiben verhalten zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der konjunkturellen Dynamik angeht", schreibt er in einem Kommentar. Vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit sei relative Robustheit der Erwartungen ein positives Zeichen. Gleichzeitig verharre die Einschätzung der aktuellen Lage auf niedrigem Niveau.

Wer­bung

Ifo-Stagnation im Januar enttäuschend

Alexander Krüger, der Chefvolksiwrt von Hauck Aufhäuser Lampe, findet die Stagnation des Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar "gemessen an den immensen Schuldenplänen der Politik" enttäuschend. "Die Lagebeurteilung bleibt schlecht, die Erwartungen profitieren vom Fiskalpaket bisher nicht", schreibt er in einem Kommentar. Selbst bei der Sicht durch die rosarote Brille sei die Konjunkturlage weiter ernst. "Für eine echte Aufbruchsstimmung muss das Geschäftsklima endlich klettern, und das deutlich. Der Glaube an eine Investitionsoffensive bleibt wegen schwieriger Standortbedingungen schwach", befindet der Ökonom. Das Drama um das Mercosur-Abkommen zeige, dass manche Politiker noch im Wolkenkuckucksheim verweilten.

IG Metall: Sondervermögen in Deutschland ausgeben

Die IG Metall will, dass die im so genannten Sondervermögen für Infrastruktur vorgesehenen staatlichen Mittel deutschen Unternehmen zu Gute kommen. "Das Sondervermögen für Infrastruktur muss bei heimischen Herstellern ankommen. Und Subventionen der EU dürfen nicht länger für Standortverlagerungen innerhalb Europas missbraucht werden. Das ist schizophren und sofort zu beenden", sagte der Zweite Vorsitzende, Jürgen Kerner, in Frankfurt.

SNB nimmt Anpassung bei der Verzinsung von Sichtguthaben vor

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) reduziert den Faktor für die Limite, ab dem mindestreservepflichtige Girokontoinhaber einen geringeren Zins auf ihre Überschussreserven bei der Zentralbank erhalten. Wie die SNB mitteilte, sinkt der Faktor per 1. März von 16,5 auf 15,0. Die Berechnungsgrundlage der Limite bleibt unverändert: Für mindestreservepflichtige Girokontoinhaber entspricht die Limite dem laufenden Durchschnitt der Mindestreserveerfordernisse über die letzten drei Jahre, multipliziert mit dem aktuell geltenden Faktor; die übrigen Girokontoinhaber verfügen weiterhin über eine fixe Limite.

Wer­bung

US-Shutdown nach Schüssen in Minneapolis nahezu unvermeidlich

Die Wahrscheinlichkeit eines teilweisen Shutdowns der US-Regierungsgeschäfte ist von unwahrscheinlich auf nahezu unvermeidlich gestiegen. Grund dafür sind die Schüsse in Minneapolis. Am Freitag läuft die Frist für den US-Kongress ab, einen Haushaltsentwurf für weite Teile der Regierung zu verabschieden, was nicht nur das Heimatschutzministerium, sondern auch andere Behörden einschließt. Sollte dies nicht geschehen, drohen diesem Ministerium und weiteren Stellen Zwangsurlaub für Mitarbeiter sowie eine Unterbrechung einiger Abläufe.

+++ Konjunkturdaten +++

Brasilien Leistungsbilanz Dez Defizit 3,4 Mrd USD (Nov: Defizit 4,9 Mrd USD)

Brasilien/Ausländische Direktinvestitionen Dez 5,2 Mrd USD

Brasilien/Ausländische Direktinvestitionen 12 Monate 77,7 Mrd USD

DJG/DJN/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 26, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)