Umfrage: Generation Z zeigt doch hohe Arbeitsbereitschaft

30.01.26 06:40 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Von wegen nur Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung: Zumindest gegenüber den Arbeitgebern der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie zeigt die Generation Z in einer Befragung eine hohe Arbeitsbereitschaft und großen Optimismus. So strebten zwei Drittel der etwa zwischen 1995 und 2010 geborenen Jugendlichen eine Vollzeitbeschäftigung an, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Untersuchung. Ein Viertel wünscht sich jedoch die Möglichkeit, je nach Lebensphase zwischen Voll- und Teilzeit wechseln zu können.

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2.700 Abiturienten und Abiturientinnen befragt

Für die Untersuchung haben der Arbeitgeberverband Nordmetall, die Nordakademie und das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) nach eigenen Angaben in den Jahren 2022 bis 2024 in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mehr als 2.700 Abiturientinnen und Abiturienten sowie 200 Geschäftsführungen und Personalleitungen befragt. Die Ergebnisse seien nun in einer Broschüre zusammengefasst worden.

Der Generation Z zugeordnete Jugendliche gelten als "Digital Natives", die mit Smartphones und sozialen Medien vertraut sind. Im Allgemeinen wird ihnen nachgesagt, dass sie Wert auf Individualität, Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung legen - mit Folgen für Beruf und Konsum.

Der Befragung zufolge sind für die jungen Leute Überstunden kaum ein Problem. So seien rund 80 Prozent grundsätzlich bereit, situativ mehr zu arbeiten. Jeder fünfte Jugendliche sei sogar "immer gern" bereit für Überstunden. Nur drei Prozent der Jugendlichen wollten "möglichst gar nicht" Überstunden machen. Knapp die Hälfte der Befragten könne sich zudem vorstellen, später eine Führungsrolle zu übernehmen.

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Ungleichgewicht bei den Berufswünschen

Allerdings besteht der Umfrage zufolge ein deutliches Ungleichgewicht bei den Berufswünschen: So interessierten sich Abiturienten kaum für Karrierewege in gewerblich-technischen Berufen wie Montage, Instandhaltung oder Maschinensteuerung. Sie bevorzugten stattdessen Tätigkeiten im Projektmanagement, in Forschung und Entwicklung oder im Verkauf und Marketing.

Gleichzeitig unterschätzten sie die Verdienstmöglichkeiten in der Industrie. "Berufseinsteiger nach einer Ausbildung oder einem Bachelor-Studium schätzen ihr späteres Gehalt um ca. 800 bis 1.100 Euro beziehungsweise 900 bis 1.000 Euro monatlich zu niedrig ein", erklärte Nordmetall.

Nur wenig Mathematik- und Physik-Fans

Den Arbeitgebern bereitet der geringe Anteil von Jugendlichen Sorge, die Mathematik und Physik/Informatik zu ihren Lieblingsfächern zählen. Trotz des hohen Bedarfs der Industrie an MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) seien es nur 9,0 Prozent der Befragten. "Deutschlands Zukunft hängt davon ab, junge Menschen früh für MINT zu begeistern - denn hier ist der Fachkräftemangel am größten", betonte der Präsident und Vorstand der Nordakademie, Stefan Wiedmann.

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"Wenn wir heute nicht in die berufliche Orientierung und Ausbildung junger Menschen investieren, wird uns morgen die Fachkräftelücke mit voller Wucht treffen", warnte ifaa-Direktor Sascha Stowasser. Gerade die Metall- und Elektroindustrie müsse jetzt zeigen, wie spannend, sinnstiftend und zukunftssicher ihre Berufe seien. "Der frühe direkte Kontakt zwischen Unternehmen und Jugendlichen, etwa im Rahmen von Schulkooperationen, ist dabei ein zentraler Schlüssel."/klm/DP/zb