Luftfahrt-Sektor im Fokus

Bombardier-Aktie: Trump mit neuen Zolldrohungen gegen Kanada - auch Kuba gerät ins Visier

30.01.26 09:18 Uhr

Bombardier-Aktie im Blick: Trump droht mit 50 Prozent Strafzölle - auch Kuba gerät ins Zoll-Kreuzfeuer | finanzen.net

US-Präsident Donald Trump verschärft seine "America First"-Politik drastisch und nimmt dabei sowohl den engen Verbündeten Kanada als auch den Dauerrivalen Kuba ins Visier. Die neuen Drohgebärden kombinieren wirtschaftlichen Protektionismus mit geopolitischem Druck.

US-Präsident Donald Trump droht dem Nachbarland Kanada mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 50 Prozent für den Import von Flugzeugen. Zudem erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social, sämtlichen Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier und allen anderen dort hergestellten Jets werde die US-Genehmigung entzogen.

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Als Grund nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen. Kanada habe mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump. Sollte dies nicht "sofort korrigiert" werden, werde die angekündigte Importgebühr fällig.

Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Trump greift Verbündeten Kanada zunehmend an

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada mit horrenden Zöllen gedroht, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarn mit China zu verhindern. Sollte die kanadische Regierung einen Deal mit der Volksrepublik schließen, würden alle Importe aus Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz belegt, schrieb er auf Truth Social.

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Kanadas Premierminister Mark Carney, der - ebenso wie sein Vorgänger Justin Trudeau - in der Vergangenheit diverse Streitigkeiten mit Trump auszutragen hatte, war im Januar nach Peking gereist und kündigte danach eine engere Zusammenarbeit mit China an. So nimmt Kanada einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos zurück, im Gegenzug will China Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen.

Nach seiner China-Reise fiel Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

Parallel zu den Handelsstreitigkeiten im Norden nimmt der US-Präsident nun auch die Energieversorgung im Süden ins Visier.

Trump droht mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten

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US-Präsident Donald Trump droht Öllieferanten Kubas mit Zusatzzöllen, um die Energieversorgung des Karibikstaats zu schwächen. Die Zusatzzölle sollen ab dem heutigen Freitag auf Waren erhoben werden können, die aus jenen Ländern in die Vereinigten Staaten importiert werden, von denen Kuba sein Öl bezieht. Das geht aus einer Verordnung Trumps hervor, die das Weiße Haus veröffentlichte. Der Außenminister des sozialistisch regierten Inselstaats, Bruno Rodríguez, verurteilte in einem Post auf der Plattform X diese "neue Eskalation der USA gegen Kuba" aufs Schärfste.

Zur Rechtfertigung stützten sich die USA auf "eine lange Liste von Lügen, die Kuba als eine Bedrohung darstellen sollen, die es nicht ist", schrieb Rodríguez weiter. "Der einzige bösartige Einfluss ist derjenige, den die US-Regierung auf die Nationen und Völker unseres Amerikas ausübt in dem Versuch, diese ihrem Diktat zu unterwerfen", hieß es in dem Post unter anderem weiter.

Bei den angedrohten Zusatzzöllen geht es um Produkte aus Ländern, die direkt oder über Drittstaaten und Zwischenhändler Rohöl oder Erdölprodukte an Kuba verkaufen. Wie hoch die - bislang noch nicht verhängten - Zusatzzölle sind, wurde in der Verordnung nicht genannt. Und welche Länder die USA konkret ins Visier nehmen werden, will Trump erst noch entscheiden.

Zusatzzölle könnten Kubas Wirtschaft kollabieren lassen

Die seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zwischen Havanna und Washington haben sich seit Trumps Amtsantritt vor einem Jahr nochmals deutlich verschlechtert. Trump wirft der kommunistischen Regierung der Karibikinsel vor, den USA zu schaden - und könnte die ohnehin schon angeschlagene kubanische Wirtschaft mit einem Stopp der Öllieferungen aus dem Ausland faktisch vollends zusammenbrechen lassen.

Der US-Präsident hatte zuletzt davon gesprochen, dass Kuba kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Nach dem Angriff der USA auf Venezuela - einen wichtigen Verbündeten Havannas - und der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro bekomme Kuba von dort kein Öl oder Geld mehr. Zudem brachten die USA in den vergangenen Wochen mehrere Öltanker in der Region unter ihre Kontrolle.

Aktuell steckt die autoritär regierte Karibikinsel in einer ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution unter Fidel Castro 1959. Es fehlt an Treibstoff und vielen Waren des täglichen Bedarfs, viele Kubaner leiden unter Armut. Medienberichten zufolge soll inzwischen auch Mexiko die Öllieferungen nach Kuba auf Druck der USA hin reduziert haben, allerdings gibt es dafür keine Bestätigung von mexikanischer Seite.

Trump will selbst über Zusatzzölle entscheiden

Mehrere US-Ministerien, darunter das Finanz- und das Handelsministerium, sollen nun Vorschläge für konkrete Zollsätze erarbeiten. Über deren Höhe und die betroffenen Länder will Trump dann am Ende selbst entscheiden. Vorsichtshalber warnte der US-Präsident sowohl Kuba als auch andere Länder schon vor Vergeltungsmaßnahmen - sollten Gegenschritte ergriffen werden, werde er die Verordnung ändern und vermutlich verschärfen.

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Ralph Freso/Getty Images, Action Sports Photography / Shutterstock.com

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