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14.11.2019 19:06
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Uber muss umdenken, um zu überleben: Etwa Lyft aufkaufen, bevor es ein anderer tut?

Ungewisse Zukunft: Uber muss umdenken, um zu überleben: Etwa Lyft aufkaufen, bevor es ein anderer tut? | Nachricht | finanzen.net
Ungewisse Zukunft
Fahrdienstvermittler Uber tut sich schwer - nach dem verpatzten Börsengang steigen die Zweifel zunehmend, ob jemals die Profitabilität erreicht wird. Denn die Konkurrenz ist stark. Uber steht folglich vor einem Kampf ums Überleben und hat nicht allzu viele Optionen.
• Konkurrenten wie Lyft erschweren Uber Weg in die Profitabilität
• Akquisition möglicherweise einziges Überlebenselexier
• Uber muss weitere Wachstumschancen wahrnehmen

Das US-amerikanische Tech-Unternehmen Uber hat im vergangenen Quartal erneut große Verluste verbucht, obwohl starke Geschäftszuwächse generiert wurden. So stand per Ende September ein Minus von 1,2 Milliarden US-Dollar in den Büchern des Fahrdienstvermittlers. Um Konkurrenten - allen voran Lyft - auszustechen, investierte Uber nach wie vor enorm. Mehr Fahrgäste sollten mit besonderen Angeboten und Promo-Aktionen angelockt werden. Der Preiskampf im Wettbewerb um neue Kunden setzt sich auch nach wie vor fort. Das könnte schnell zu einem maßgeblichen Problem werden. Denn augenscheinlich reichen mehr Fahrer plus mehr Kunden, was kürzere Wartezeiten bedeutet, nicht aus, um die Wende zu bringen.

Uber muss den Konkurrenten Lyft aufkaufen

Uber prägt seit geraumer Zeit den Personentransport in zahlreichen US-amerikanischen Städten und wurde kurzerhand zum Taxischreck erklärt. Auch Lyft hat sich schnell diesem Trend angeschlossen und wurde zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten, mit dem Uber nun um Fahrgäste kämpft. Um aus dem Teufelskreis immer niedrigerer Preise auszubrechen, zu überleben und Profitabilität möglich zu machen, kommt eine Übernahme des Konkurrenten in Frage. Zwar läuft es bei dem konkurrierenden Mobilitätsunternehmen identisch schlecht, aber schluckte Uber Lyft, würde der Fahrdienstvermittler unangefochtener Marktführer. Das gegenseitige Preisedrücken und Fahrgaststehlen hätte ein Ende und würde dem Konzern auf dem Weg in die schwarzen Zahlen eine große Hürde nehmen.

Trägheit könnte für Uber zur Stolperfalle werden

Doch zu lange warten kann Uber mit dieser möglichen Akquisition nicht. Auch von anderen Seiten drängen namhafte Unternehmen auf den Markt und wollen am Fahrdiensttrend mitverdienen. So beispielsweise Google: Über die Tochter Waymo arbeitet der Internetriese bereits mit Lyft zusammen, denn Waymo stattet den Uber-Konkurrenten mit autonomen Fahrzeugen aus. Da Uber selbst zuletzt Negativschlagzeilen mit seinem selbstfahrenden System machte - ein tödlicher Crash -, könnte ein starker Partner hier Abhilfe schaffen.
Für Lyft ist eine Übernahme durch Google womöglich durch die erprobte Zusammenarbeit aber näher - die Alphabet-Tochter könnte folglich sogar Lyft mit Waymo und auch dem Kartendienst Maps verschmelzen. Uber muss sich also ranhalten, um seinen größten Konkurrenten zu seinem Vorteil zu nutzen und eine Übernahme zu arrangieren.

Kostenkontrolle für mittelfristigen Gewinn

Doch allein die Übernahme von Lyft wird Uber womöglich nicht retten. Das Vermittlungsunternehmen muss seine Strategie weitaus mehr stärken, um in Zukunft profitabel werden zu können. Während der Konferenz nach Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal kündigte Uber-Chef Dara Khosrowshahi an, dass für 2021 ein bereinigter Gewinn in Aussicht steht, den er mit entsprechender Kostenkontrolle erreichen wolle. Bislang steckte Uber viel Geld in Forschung und Entwicklung, aber auch in Fahrten- und Fahrersubventionierungen sowie in Marketing. Ob eine strengere Kontrolle der Ausgaben allein dazu ausreicht, in die schwarzen Zahlen vorzurücken, steht offensichtlich in Frage.

Uber muss weiter denken - Zusammenarbeit mit Behörden?

Bislang werden Unternehmen wie Uber von der Regierung eher weniger gern gesehen. Während das Verkehrschaos - auch für Klimaschutzziele - eigentlich reduziert werden soll, steigen einige Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln wie der U-Bahn um auf Uber-Fahrten. Das ist den Machthabern ein Dorn im Auge, weshalb beispielsweise die New Yorker Aufsichtsbehörden Flottenbeschränkungen erließen und Daten über sämtliche Fahrten sammeln, berichtet Business Insider. Ibrahim AlHusseini, der durch ein ehemaliges Investment mit den Vorgängen bei Uber, Lyft und auch Tesla vertraut ist, schlägt in einem Artikel auf Business Insider deshalb vor, dass eine Zusammenarbeit mit Behörden von Vorteil sein könnte - Uber sollte Teil der Lösung sein und nicht als Problem erscheinen.
Ein Beispiel ist ein Konkurrent aus Texas: Via Transportation fungiert in Arlington mit sechssitzigen Vans als öffentliches Verkehrsmittel mit dem Namen Via Rideshare und wird mit öffentlichen Geldern unterstützt - Via hat als Ziel, bis Ende des Jahres weltweit 200 Städte zu bedienen, schreibt AlHusseini. Uber muss also auf der Hut sein und sollte sich um einen vergleichbaren Deal bemühen, um nicht abgehängt zu werden.

Uber Eats und Uber Money als Hoffnungsfunken

Mit Uber Eats etablierte sich der Fahrdienstvermittler in einem Milliardenmarkt. Zwar sind hier zahlreiche konkurrierende Anbieter am Start, da Uber aber bereits global aufgestellt ist, sind die Möglichkeiten groß. Beispielsweise konnte Uber bereits eine Zusammenarbeit mit Starbucks sichern, die ab dem nächsten Jahr starten soll. "Wir bemühen uns, neue und einzigartige digitale Erlebnisse zu schaffen, die für unsere Kunden sinnvoll, wertvoll und praktisch sind", wird Starbucks-COO Roz Brewer in einem Statement des Kaffeehauses zitiert. "Unsere Kunden sind große Starbucks-Fans und lieben es, ihre Lieblingssachen mit Uber Eats-Geschwindigkeit zu bekommen", erklärte UberEverything Vizepräsident Jason Droege in einer Unternehmensmeldung. Da auch Starbucks weltweit agiert, dürfte Uber in diesem Bereich einen wertvollen Partner gewonnen haben, um in diesem Segment das Wachstum voranzutreiben.

Mit Uber Money dringt der Mobilitätsanbieter in einen ganz anderen Markt vor: die Finanzbranche. Damit schließt sich Uber aber einem aktuellen Trend an, in dem Unternehmen eigene Finanzprodukte an den Start bringen - Beispiele sind etwa Apple und Amazon mit ihren Kredikarten und auch Facebook hegt bekanntermaßen Ambitionen in diese Richtung. Mit einer hauseigenen Kreditkarte und einem gebührenfreien Bankkonto will Uber seinen Kunden das eigene Finanzprodukt schmackhaft machen. Besonders die mehr als vier Millionen Uber-Fahrer sollen durch einen leichteren Zugang zu ihren Finanzen davon profitieren. Zwar ist der neue Finanzservice von Uber zunächst nur in den USA und Südamerika nutzbar, das Potenzial dürfte aber bald auch auf dem globalen Markt ausgeschöpft werden.

Schafft ein eigenes Uber-Universum Gewinne?

Ähnlich wie Apple mit seinem größtenteils in sich geschlossenem Produktuniversium schafft der Fahrdienstvermittler mit vielen Tätigkeitsfeldern damit eine eigene Uber-Welt, die wichtige Punkte des Lebens miteinander verknüpft. Schafft es Uber, sich in Sachen Personentransport mittels der Lyft-Übernahme zum unangefochtenen Marktführer zu schlagen und die weiteren, jüngst betretenen Branchen durch Kooperationen auszuweiten, könnte die von den Anlegern ersehnte Profitabilität doch noch in Aussicht stehen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Christopher Penler / Shutterstock.com, Uber

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