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07.07.2020 08:31

Die kleinen Krisen nach der großen

Vermögensverwalter-Kolumne: Die kleinen Krisen nach der großen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Der DAX steuert auf ein neues Rekordhoch zu, die technologielastigeren Indices haben mancherorts bereits neue Höchststände markiert. Pandemien? Krisen? Alles vergessen, könnte man meinen. Das aber ist ein kurzfristiger Trugschluss.
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Denn je normaler die Welt nach der großen Pandemie wird, desto mehr werden die kleineren und größeren Krisen wieder ins Bewusstsein dringen. Es wird sich dann der Nebel lichten über den Dingen, die der ein oder andere Staatenlenker im Zuge der Pandemie beschlossen hat oder hat beschließen lassen. Lichten wird sich auch der Nebel über den Zukunftsplänen manchen Unternehmens. Und es wird nicht alles davon gut sein.

Das betrifft die ganz konkreten Hilfspakete, deren Wirkung oder auch das Fehlen einer echten Wirkung sich in den kommenden Monaten zeigen wird. Abermilliarden von Staat und Notenbank helfen nur dann, wenn diese Milliarden auch beim Empfänger ankommen. Und wenn dieser wiederum das Vertrauen in eine gute Zukunft hat. Denn nur dann werden Privathaushalte genau wie Unternehmen gewillt sein, das Geld zu investieren, in langlebige Wirtschaftsgüter, etwa Autos oder Maschinen. Fehlt das Vertrauen, wird nichts passieren.

Unter dem Deckmantel, den Schutz der eigenen Bürger organisieren zu wollen, ist vieles beschlossen worden, was noch länger nachwirkt. Längere Amtszeiten etwa, neue steuerliche Regeln, Zollregeln und so einiges mehr. Manches davon wird schleichend protektionistisch wirken. Genau wie das regionale Aufstellen von Lieferketten in Unternehmen. Zwar ist es wichtig, auch in einer Pandemie handlungsfähig zu bleiben. Wichtiger ist es allerdings, auch außerhalb von Pandemien wettbewerbsfähig zu sein. Denn im Zweifel sind die Pandemie-Zeiten kürzer als die Ohne-Pandemie-Zeiten.

So manches Unternehmen hat sich nicht nur die Lieferketten vorgenommen, sondern auch überlegt, welches Geschäftsmodell auch in Zukunft tragfähig ist. Die deutschen Banken haben offensichtlich noch keines gefunden, weshalb neben Wirecard auch die Commerzbank im Führungsvakuum taumelt. Und viele andere Firmen halten jetzt Geschäftsbereiche mit Staatshilfen über Wasser, die sie sonst möglicherweise längst hätten aufgeben müssen. All dies wird sich aber erst dann auch wieder vollständig einschätzen lassen, wenn die Staatshilfen zurückgefahren werden und die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wieder zählt.

Eine Randbemerkung ist es angesichts der oftmals starken eigenen Pandemiebetroffenheit, was anderenorts so alles passiert: keine der latenten oder akuten Krisen weltweit wurde während des Pandemie-Lockdowns gelöst, kein Konflikt beigelegt. Manches wurde vertagt wie der Ölstreit in der Opec oder der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Auch hier werden wieder Aufgeregtheiten entstehen, sobald das derzeit beherrschende Thema die Schlagzeilen verlässt.

Ist das jetzt ein pessimistischer Ausblick? Nein, denn zum einen lässt sich derzeit aufgrund der Liquidität gutes Geld verdienen. Zum anderen aber ist es immer auch für die Kurse gut, wenn irgendwann wieder die realwirtschaftliche Vernunft auch an den Märkten einkehrt.

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Von Uwe Zimmer, Geschäftsführer Fundamental Capital GmbH, Hennef

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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