Wirtschaftsministerin Reiche: Frührente 'gehört auf den Tisch'

30.11.25 17:18 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Nach den Vereinbarungen der Koalitionsspitzen im Rentenstreit setzt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf weitere Reformen und lobt die Junge Gruppe in der Unionsfraktion. "Die Junge Gruppe hat diese wichtige Debatte mit guten Argumenten geführt und dadurch viel erreicht. Wir haben jetzt einen klugen Kompromiss gefunden, der Ausgangspunkt für die weitere Arbeit ist", sagte die CDU-Politikerin der "Welt am Sonntag".

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"Es zeigt, wie wichtig es ist, diese Debatten zu führen, auch wenn sie unbequem sind. Dabei geht es auch um hohe Teilzeitquoten oder Frühverrentungsprogramme, die für Unternehmen rentenmathematisch attraktiv sind. All das gehört auf den Tisch", sagte die Wirtschaftsministerin. Wenn Unternehmen einerseits über Fachkräftemangel klagten, andererseits aber Menschen früher aus dem Betrieb nähmen, passe das nicht zusammen, kritisierte Reiche.

Wichtig sei auch die Stärkung der privaten Vorsorge. "Es ist gut, dass wir das jetzt angehen, um die umlagefinanzierte Rente zu entlasten und der jungen Generation Luft zu verschaffen."

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD hatten sich zuvor im Koalitionsausschuss verständigt, am geplanten Rentenpaket festzuhalten, es aber mit der Zusage von Reformschritten zu verbinden. Ob das angesichts der Unverbindlichkeit reicht, um Kritiker aus der Jungen Gruppe zur Zustimmung zu bewegen, ist aber offen. 18 junge Unionsabgeordnete hatten Widerstand gegen das Rentenpaket angekündigt, der die schwarz-rote Mehrheit in Gefahr bringen könnte./kli/DP/he