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21.01.2020 01:00
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Nahost-Krise: Was sie für die Märkte bedeutet - Investment-Ideen für die sichere Seite

Zündeln am Pulverfass: Nahost-Krise: Was sie für die Märkte bedeutet - Investment-Ideen für die sichere Seite | Nachricht | finanzen.net
Zündeln am Pulverfass
US-Präsident Trump sorgt wieder einmal dafür, dass die Welt den Atem anhält. Ein Krieg in der Golfregion scheint vorerst abgewendet, die Gefahr aber bleibt.
€uro am Sonntag
von Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag

Wie ein Seismograf zeigen die Preiskurven von Gold und Rohöl die Verfassung der weltweiten Investoren an. Angst und Erleichterung - zwischen diesen Emotionen pendelt die Stimmung an den Märkten seit Tagen. Aktuell signalisieren die Kurven nach heftigen Ausschlägen wieder Entspannung. Ein Krieg im Nahen Osten scheint vorerst abgewendet.

Noch Anfang der Woche stieg der Ölpreis der Nordseesorte Brent erstmals seit vergangenem Sommer auf zeitweise mehr als 70 Dollar pro Fass. Auch am Mittwoch - der Iran hatte in der Nacht Raketen auf US-Stützpunkte im Irak abgefeuert - schnellten die Notierungen rasch über die 70-Dollar-Marke.

Der Goldpreis notierte am Mittwoch sogar kurzzeitig über 1.600 US-Dollar je Feinunze. Seit März 2013 sind die Dollar­notierungen für das Edelmetall nicht mehr so hoch geklettert. Im Gegenzug ging es mit den Kursen an vielen Aktien­börsen weltweit nach unten.

Die Anleger zeigen sich nervös, und das aus gutem Grund. Denn eskaliert der Konflikt zwischen den USA und Iran - manche sprechen gar schon von einem dritten Golfkrieg -, treibt das die Ölpreise nach oben. Eine Verteuerung des schwarzen Goldes wiederum belastet die Weltwirtschaft und kann das sowieso schon nicht überbordende Wachstum einbrechen lassen.

Keine Angebotsausfälle bei Öl


Doch das ist bisher nicht der Fall. Rein fundamental hat sich die Lage am Ölmarkt nicht verändert. So kam es bei der bisherigen Vergeltungsmaßnahme für die Ermordung des iranischen Generals Kassem Soleimani nicht zu Angebotsausfällen bei Öl. Dabei ist ein Angriff auf saudische Ölraffinerien oder die Ölinfrastruktur in der Region nach Ansicht von Analyst Gabor Vogel von der DZ Bank eine mögliche Option. "Bereits im September vergangenen Jahres kam es zu einem Drohnenangriff auf die größte Ölraffinerie weltweit in Saudi- Arabien", so Vogel. "Die USA erklärten den Iran als dafür verantwortlich."

Aktuell ist ungewiss, ob die iranische Regierung oder verbündete Milizen nach dem Raketenangriff auf US-Militärbasen im Irak noch weitere Vergeltungsschläge planen. Beide Konfliktparteien wollen die Situation wohl nicht außer Kontrolle geraten lassen. Präsident Donald Trump reagierte nach dem Angriff Teherans in einer ersten Twitter-Botschaft ungewohnt besonnen ("Alles ist gut"). Später kündigte er zwar neue Wirt­schaftssanktionen gegen den Iran an, aber keine weiteren Militärschläge. Und auch der Iran machte deutlich, dass an einer Eskalation kein Inter­esse besteht.

Dennoch bleibt die Lage angespannt, wie auch der Raketenbeschuss der Grünen Zone in Bagdad in der Nacht auf Donnerstag zeigte. Die Versorgungsrisiken bei Rohöl bleiben deshalb erhöht, auch wenn sich die Stimmung an den Märkten wieder gedreht hat. So kommentierte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch am Donnerstagvormittag: "Mit dem gestrigen Preisrückgang haben die Ölpreise sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Rein fundamental ist das nachvollziehbar. Denn falls es keine Angebotsausfälle gibt, ist der Ölmarkt reichlich versorgt."

Das sieht auch DZ-Bank-Analyst Vogel so. "Langfristig dürften sich Preise oberhalb von 70 US-Dollar nicht halten können", erklärt der Experte. Argumente dafür seien die hohe OPEC-Reservekapazität von rund zwei Millionen Barrel pro Tag, die großen strategischen Lagerbestände in den USA, Saudi-­Arabien und China sowie die geringe globale Nachfragedynamik.

In ihrem Basisszenario sieht die DZ Bank den Ölpreis für die Sorte Brent auf Sicht der kommenden zwölf Monate bei 63 US-Dollar notieren. Sollten sich die geopolitischen Wogen stärker als erwartet glätten, fiele der Ölpreis in den kommenden zwölf Monaten auf 55 Dollar. Im Szenario einer offenen militärischen Konfrontation mit längeren Produktionsausfällen könnte der Ölpreis zügig die Marke von 90 Dollar überspringen.

Neue Machtkonstellationen


Doch solch einem Eskalationsszenario billigen die DZ-Bank-Analysten die geringste Wahrscheinlichkeit zu. Auch Saurabh Lele, Rohstoffanalyst bei der Fondsgesellschaft Loomis Sayles, sagt: "Wir erwarten nicht, dass die iranische Führung etwas Drastisches wie die Schließung der Straße von Hormus versuchen wird, da dies den Schauplatz des Konflikts unnötigerweise in die Nähe des Iran verlagern und die Welt gegen ihn vereinen würde."

Auch wenn es zu keinen weiteren militärischen Aktionen kommen sollte, hat Trumps befohlene Tötung des Generals Soleimani das Potenzial, die regionalen Machtkonstellationen im Nahen Osten kräftig durcheinanderzuwirbeln. So will sich Teheran nun vollständig aus dem internationalen Atomvertrag zurückziehen, der eine große Bedeutung für die Stabilität der Region besitzt. Inwiefern Europa hier vermittelnd und mäßigend eingreifen kann, ist fraglich.

Zum anderen haben die USA auch eine neue Konfrontation mit dem Irak eröffnet. Bei dem Drohnenangriff auf Soleimani kam schließlich auch der ­irakische Milizenführer Abu Mahdi al-Muhandis ums Leben. Als Reaktion darauf beschloss das irakische Parlament eine Resolution, wonach ausländische Truppen das Land verlassen sollen. Die Regierung muss sich zwar nicht an diese Resolution halten, aber auch Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi sprach sich für einen Abzug der ausländischen Truppen aus.

Das würde die Lage im Irak noch unberechenbarer machen. Wenn sowohl US- als auch europäische Streitkräfte abziehen müssten, würde der iranisch-schiitische Einfluss im Land wieder zunehmen. Die Folge könnte sein, dass sich frustrierte Sunniten erneut Terrormilizen vom Schlage des IS anschließen. Trump hätte mit der Tötung Soleimanis dann so ziemlich das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte.

Investor-Info

DiscountZertifikat Brent-Öl
Auf Besonnenheit setzen


Sollte der Iran-Konflikt nicht eskalieren und es zu Angebotsausfällen bei Öl kommen, spricht viel für einen Brent-Ölpreis zwischen 60 und 70 US-Dollar. Anleger können von einem solchen Seitwärtsmarkt mit einem Discountzertifikat der DZ Bank profitieren. Dabei kaufen sie den Rohstoff mit fast zehn Prozent Rabatt auf den aktuellen Ölpreis. Der Gewinn ist bei 70 Dollar gedeckelt, was einer Maximalrendite von knapp 20 Prozent bis Ende Oktober entspricht. Das Papier ist währungsgesichert.

Xetra-Gold
Sichere Zuflucht


Gold gilt als sicherer Zufluchtsort, wenn es weltpolitisch unübersichtlich wird. Kein Wunder, dass der Preis für das Edelmetall im Zuge des Iran-Konflikts heftig angesprungen ist. Zuletzt sind die Notierungen aber wieder zurückgegangen. Vielleicht kein schlechter Einstiegszeitpunkt? Der Kurs der Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold der Deutschen Börse entwickelt sich parallel zur Notierung des Edelmetalls. Bei Bedarf kann das Gold gegen Gebühr ausgeliefert werden.

FvS Multiple Opportunities
Mischfonds mit Goldakzent


Stets einen zehnprozentigen Anteil an Gold hält auch Fondsmanager Bert Flossbach in seinem Portfolio. Das soll ihm eine gewisse Absicherung gegen Extremrisiken bieten und hat sich schon des Öfteren ausgezahlt. Doch nicht nur der Goldanteil macht den Mischfonds für vorsichtig eingestellte Anleger attraktiv. Flossbach investiert überwiegend in weltweite Qualitätsaktien. Wird ihm das ­Risiko an den Märkten zu hoch, sichert er das Portfolio mit Derivaten ab. Ein Fonds, dessen stabile Entwicklung seit Jahren überzeugt.







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Bildquellen: Maxx-Studio / Shutterstock.com, rawf8 / Shutterstock.com
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Trotz geplatztem Vergleich: VW bietet Entschädigung an. Deutsche Post nimmt keine Pakete nach China und Hongkong mehr an. Deutsche Börse verlängert Vertrag mit CEO Weimer um vier Jahre. Haldex will Aktionär Knorr-Bremse loswerden. Rodung auf Tesla-Gelände bis Ende Februar.

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