12.07.2021 16:10
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Kommerzielle Raumfahrt - Zukunftsbranche oder Geldverbrennung?

CMC-Markets Deutschland: Kommerzielle Raumfahrt - Zukunftsbranche oder Geldverbrennung? | Nachricht | finanzen.net
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Mit dem Ende der Fußball-Europameisterschaft hat bereits ein neuer spannender Wettbewerb begonnen.
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Virgin Galactic-Gründer Richard Branson ist am Sonntag ins All gestartet, auf den Fersen ist ihm Ex-Amazon-Chef Jeff Bezos, der seinerseits am 20. Juli starten will. Damit erreicht der Kampf um kommerzielle Vorherrschaft im Weltraum eine neue Dimension. Ein Wettlauf, der auch an der Börse bereits seine Spuren hinterlassen hat. So ist die Aktie des Weltraumtourismus-Pioniers Virgin Galactic von noch 15 US-Dollar Anfang Mai im Vorfeld des Fluges auf über 50 US-Dollar gestiegen - ist der Kampf ums All also auch interessant für Anleger?

Wettstreit der Milliardäre

Mit den beiden Ereignissen zeichnet sich nicht nur ein äußerst spannender Wettkampf zwischen Milliardären ab, damit könnte auch der Startschuss zum Ausbau einer kompletten Industrie fallen, wie vor über 100 Jahren zwischen Carl Benz und Henry Ford um ihre ersten Motorenwagen. Immer mehr privates, aber auch öffentliches Kapital wird in die Erforschung des Weltraums gesteckt. Satelliten, Luftfahrt- und Verteidigungs-Produkte, das Ariane-Raketen-Programm und mittlerweile auch der Weltraumtourismus - die Tätigkeitsfelder von Raumfahrt-Konzernen sind vielfältig und nicht immer für die große Öffentlichkeit bestimmt, wie man sich vorstellen kann.

Branson hat die Nase vorn

Nach zahlreichen Pannen und Verzögerungen bei den Flugtests hatten Analysten und Anleger die Aktie von Virgin Galactic bereits abgeschrieben. Dann aber folgte die Wende. Ein erfolgreicher Testflug und die kommerzielle Lizenz, auch Passagiere ins All befördern zu dürfen, ließen auch die Aktie selbst wie eine Rakete abheben. Nun hat der Flug am Sonntag mit voller Besatzung stattgefunden und den Gründer und Milliardär Sir Richard Branson höchstpersönlich ins All und wieder zurückgebracht. Der Termin war auch deshalb wichtig, weil es den für den 20. Juli bereits medial kommunizierten Testflug eines anderen Milliardärs, Jeff Bezos, in den Schatten stellen könnte. Raumfahrtbegeisterte und Investoren konnten das Abenteuer auf dem hauseigenen Unternehmenskanal und via Social Media live mitverfolgen.

Viel Fantasie im Kurs

Der Aktienmarkt liebt bahnbrechende Geschichten und Anleger lieben Unternehmen mit erheblichem Umsatzpotential. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit etwa 13 Milliarden US-Dollar wurde jedoch bereits viel Fantasie in die Aktie von Virgin Galactic eingepreist. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Unternehmen in diesem Jahr lediglich einen Umsatz von etwa drei Millionen Dollar erwirtschaften wird, der im kommenden Jahr auf 53 Millionen Dollar steigen könnte. Und von der Profitabilität ist Virgin Galactic noch weit entfernt. Aber betriebswirtschaftliche Kennzahlen machen bei einer Analyse solcher Unternehmen wenig Sinn. Ein langer Atem und eine die Liebe zum Risiko sind bei solchen Investitionen die entscheidenden Zutaten. Das kommerzielle Raumfahrtgeschäft steckt noch in den Kinderschuhen. Die Umsätze sind gering, mit viel Potenzial nach oben. Sollten die Investoren in Zukunft aber wieder etwas risikoscheuer werden, könnte es für solche Aktien besonders ungemütlich werden. Die jungen Start-Up Unternehmen reagieren vor allem auch auf steigende Zinsen. Sie machen die Finanzierung von zukünftigem Wachstum schwieriger. Sie reduzieren den Barwert zukünftiger Gewinne, und hier ist die Zeitachse oft sehr lang.

Interessant ist die Industrie drum herum

In der kommerziellen Raumfahrt wittern Anleger nicht nur ein neues Geschäftsfeld, sondern auch astronomische Renditen. In den kommenden Wochen könnte die Erschließung des Weltalls dank des technologischen Fortschrittes und des privaten Engagements von interessierten Milliardären in ein neues Zeitalter aufbrechen. War die Raumfahrt jahrzehntelang der Herrschaftsbereich von öffentlichen Institutionen wie etwa den großen Raumfahrtagenturen NASA oder ESA, treiben nun immer öfter privat finanzierte Unternehmen den Fortschritt an. Jeff Bezos mit Blue Origin, Elon Musk mit SpaceX und Richard Branson mit Virgin Galactic sind hier die Vorreiter. Sollte das Vorhaben dieser exzentrischen Milliardäre erfolgreich sein, könnte in den kommenden Jahren eine ganze Industrie entstehen, auch mit einigen interessanten Opportunitäten für Anleger. Die Investmentgesellschaft ARK um ihre Star-Managerin Cathy Wood hält sehr viel von dieser Idee und will ebenfalls auf diesen Zug aufspringen. Mit dem "Space Exploration ETF" brachte ARK das passende Instrument dafür auf den Markt.

Wildes Treiben auf dem US-Börsenparkett

Bei der Erforschung und Erschließung des Weltraums werden viele Firmen mitwirken und mitverdienen. Ob für die weltweite Versorgung mit Hochgeschwindigkeits-Internet oder für die Erdbeobachtung - aktuell arbeiten zahlreiche Unternehmen und Institutionen am Aufbau größerer Satelliten-Konstellationen im All. Die meisten von ihnen kommen durch sogenannte Mantelgesellschaften in den USA an die Börse. Wie hoch die Qualität ist und ob die Kandidaten schon reif genug sind für die Börse, bleibt dabei allerdings oft im Nebel des IPOs zurück. Mittlerweile ist es nicht einfach, sie alle im Blick zu behalten. Stable Road Acquisition fusioniert mit der Raumfahrtlogistikfirma Momentus. Vector Acquisition fusioniert mit Mini-SpaceX Rocket Lab USA. Holicity fusioniert mit dem Dienstleister Astra. Osprey Technology Acquisition fusioniert mit dem Satellitendienstleister BlackSky. NavSight fusioniert mit dem Satellitendienstleister Spire und Genesis Park Acquisition fusioniert mit dem Raumfahrt-Infrastrukturanbieter Redwire.

Der US-Markt ist also erneut der maßgebliche Taktgeber einer neuen Industrie. Europa und vor allem Deutschland müssen sich jedoch nicht verstecken. Mit dem Raketenhersteller OHB und dem Laser-Satelliten-Unternehmen Mynaric tummeln sich auch zwei interessante "Weltraum-Perlen" auf dem hiesigen Frankfurter Börsenparkett, die in Zukunft auf sich aufmerksam machen könnten.

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Konstantin Oldenburger ist Marktanalyst bei CMC Markets Deutschland mit Sitz in Frankfurt. Bei der Marktanalyse hat er sich auf die Charttechnik spezialisiert und bedient sich dabei der Elliot-Wellen-Theorie sowie den Fibonacci-Zahlen und Symmetrien, die am Markt auftreten. Dieser Ansatz berücksichtigt psychologische Dimensionen des Marktverhaltens, ohne auf statistische Analysen zu verzichten.

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Oskar

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