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20.05.2020 20:11

Was Sie über die Kryptowährung EOS wissen müssen

Ethereum-Konkurrent: Was Sie über die Kryptowährung EOS wissen müssen | Nachricht | finanzen.net
Ethereum-Konkurrent
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Unter großer medialer Aufmerksamkeit startete im Juni 2017 die neue Kryptowährung EOS. Das Initial Coin Offering (ICO) war eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Cyberdevisen. Doch was macht EOS so besonders und wer entwickelte den Ethereum-Konkurrenten?
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Bei EOS handelt es sich nicht nur um eine Kryptowährung, sondern auch um eine Plattform für Blockchain-basierte Anwendungen. Mit diesem Konzept möchte man den Vorreiter Ethereum herausfordern und dessen System übertrumpfen. Dieses Leitmotiv soll sich auch im Namen wiederfinden: In der griechischen Mythologie ist Eos die Göttin der Morgenröte. Laut der Website "Cryptolist" steht daher die Einführung von EOS für einen Neuanfang bzw. die Neu- und Weiterentwicklung von Ethereum. Mit dieser Idee konnte man sich auch schon erfolgreich gegen andere Kryptowährungen behaupten: Die Marktkapitalisierung von EOS beläuft sich aktuell auf rund 2,35 Milliarden US-Dollar (Stand: 25.05.2020), womit sich EOS laut "CoinMarketCap" einen Platz unter den Top 10 der virtuellen Währungen sichern kann.

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Die Entwickler von EOS

Hinter EOS steht das auf den Cayman-Inseln ansässige Unternehmen Block.one. Die beiden Gründer der Gesellschaft sind der Investor Brendan Blumer und der Softwareentwickler Daniel Larimer. Letzterer ist ein Spezialist für Kryptowährungen und Blockchain-Anwendungen. Er war bereits in der Vergangenheit maßgeblich an der Erschaffung der virtuellen Coins von BitShares und Steem beteiligt, wodurch er sich in der Krypto-Branche einen gewissen Namen gemacht hat.

Nach Angaben von "Cryptolist" handelt es sich bei der Entwicklung von Block.one genau genommen um eine Software namens EOS.IO. Diese beinhaltet sämtliche konzeptionellen Funktionen, sodass sie von den Entwicklern auch als Blockchain-Betriebssystem bezeichnet wird. Die bereitgestellte Plattform kann neben EOS auch als Grundlage für andere Kryptowährungen und Systeme dienen, indem diese in Form von Tokens auf der Blockchain implementiert werden.

Die Technologie von EOS

Die Blockchain von EOS basiert auf dem Verfahren des "Delegated Proof of Stake" (DPoS). Mittels dieses Algorithmus wird im Netzwerk ein Konsens über die Validierung von Transaktionen und das Erzeugen von Blöcken erreicht. Wie die Internetseite "Hackernoon" erklärt, wählen die Nutzer des Systems hierfür untereinander sogenannte Zeugen (Witnesses) aus, denen sie die Durchführung dieser Aufgaben anvertrauen möchten. Die Anzahl der Stimmrechte jedes einzelnen Wählers hängt hierbei mit deren jeweiligem "Guthaben" (Stake) zusammen. Entitäten mit einem hohen Stake habe somit auch einen großen Einfluss auf das Netzwerk. Letztendlich werden nämlich nur jene Nutzer als Zeugen auserkoren, die die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Sie erhalten im Anschluss an die Wahl die tatsächlichen Rechte zur Validierung und Fortschreibung der Blockchain. Die Größe dieser Spitzengruppe ist im Vorhinein genau definiert und beschränkt sich auf wenige Mitglieder - in der EOS Blockchain sind es insgesamt 21.

Neben den Zeugen gibt es noch die Delegierten (Delegates), welche eine wichtige Aufsichtsfunktion innerhalb der Blockchain übernehmen. Laut der Website "Block-Builders" überwachen sie den Verifizierungsprozess. Außerdem können die Delegierten Zweifel an der "sauberen Arbeit" der Zeugen kundtun. Ihre Beanstandungen äußern sie über Änderungsvorschläge, die beispielsweise die Größe der Blöcke oder "die Vergütung" der Zeugen thematisieren. Diese vorgetragenen Eingriffe können jedoch erst stattfinden, wenn sie durch eine Wahl von den Nutzern akzeptiert wurden.

Die Funktionsweise des DPoS-Mechanismus führt zu einer sehr schnellen Verarbeitung von Transaktionen. Darüber hinaus ist der Algorithmus im Vergleich zum "Proof of Work"-Verfahren sehr energieeffizient und umweltfreundlich, da deutlich weniger Rechenleistung benötigt wird. Das Wahlsystem des DPoS ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll es dazu dienen, die Zeugen zu einer vertrauenswürdigen und fleißigen Arbeit zu ermutigen. Andererseits können es aber auch sehr anteilsstarke Akteure zu ihren Gunsten beeinflussen. Im Generellen steht hinter dem demokratischen Gedanken die Überlegung, dass durch eine permanent stattfindende Wahl, schlechte Zeugen unverzüglich von der Allgemeinheit erkannt und durch bessere Kandidaten ersetzt werden. Wer also in seinem Amt bleiben möchte, der muss demnach kontinuierlich eine sehr zufriedenstellende Arbeit abliefern. Finden nun aber innerhalb der Blockchain Absprachen zwischen größeren Anteilsbesitzern statt, kontrollieren diese unter Umständen die Ernennung der Zeugen, sodass die Leistungsorientierung abhanden gehen kann und nicht mehr die besten Nutzer zu Blockproduzenten werden. Diese Möglichkeit zur Beeinflussung der Wahlen stellt ein merkliches Sicherheitsrisiko dar. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass DPoS zwar sehr schnell ist, dafür aber weniger sicher und dezentralisiert.

Diese Vorteile bietet EOS

EOS bringt im Wesentlichen drei bedeutende Vorteile mit sich. Hierzu zählt vor allem die Kostenfreiheit. Anders als bei Ethereum wird bei EOS pro Transaktion keine Gebühr fällig. Außerdem können schwerwiegende Systemfehler, wie beispielsweise Hackerangriffe, über ein "Supermajority-Konsens" durch Rollback-Aktionen behoben werden. Hierbei werden die Datenbestände eines vorherigen Zeitpunkts einfach wiederhergestellt und in einen intakten Zustand zurückgeführt. Zu guter Letzt weist EOS eine sehr hohe Skalierbarkeit auf. Wie bereits erläutert, können aufgrund des Delegated Proof of Stake Verfahrens sehr viele Transaktionen pro Sekunden verarbeitet werden. Dadurch ist die Blockchain in der Regel deutlich schneller als "traditionelle" Proof of Work- oder Proof of Stake-Systeme. Laut dem "Whitepaper" von EOS könnte die Technologie letztendlich sogar Millionen Transaktionen pro Sekunde ermöglichen. Aktuell ist sie von diesem Wert mit geschätzten rund 4.000 Transaktionen pro Sekunde aber noch sehr weit entfernt.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: kaprik / Shutterstock.com
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