25.05.2022 23:10

Terra LUNA-Coins steigen über 100 Prozent an: Steht LUNA vor einem großen Comeback?

Turnaround-Chance?: Terra LUNA-Coins steigen über 100 Prozent an: Steht LUNA vor einem großen Comeback? | Nachricht | finanzen.net
Turnaround-Chance?
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Der Terra LUNA-Coin verlor seit dem Crash fast 99 Prozent an Wert. Das Drama rund um den Stablecoin Terra UST und den damit verzahnten LUNA-Coins scheint gleichbedeutend mit dem Ende des Terra-Ökoystems zu sein. Doch Kleininvestoren wetten vermehrt auf ein Comeback von Terra LUNA: In den vergangenen Tagen konnte die Cyberwährung wieder zulegen.
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• Terra-Crash vernichtete 50 Milliarden US-Dollar
• LUNA Coins inzwischen quasi wertlos
• Kleine Investitionszuflüsse haben große Auswirkungen auf den LUNA-Kurs

Ein LUNA Coin kostete Mitte April noch bis zu 119 US-Dollar, die Marktkapitalisierung überstieg zeitweise die 40 Milliarden-Marke. Doch davon sind die Coins nun meilenweit entfernt. Am 21. Mai betrug die Marktkapitalisierung nur noch 680 Millionen US-Dollar. Immerhin hat sich der LUNA-Kurs in den letzten Tagen auf einem äußerst bescheidenen Niveau konsolidieren können. Inzwischen kostet ein LUNA 0,0001599 US-Dollar, damit liegt die Marktkapitalisierung bei 1.049.872.002 Dollar. (Stand: 24. Mai 2022). Einige verbliebene LUNA-Anleger hoffen auf ein Mega-Comeback - zurecht?

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Der doppelte Terra-Crash

Der bis heute nicht geendete Alptraum für Terra-Anleger begann am 9. Mai. Innerhalb weniger Stunden stürzte der vermeintliche "Stablecoin" Terra UST ab, obgleich dieser eigentlich die Parität zum US-Dollar anstrebt. Mittlerweile ist der Terra UST nur noch 0,06866 US-Dollar wert. Genauer gesagt handelt es sich aber um einen Doppelcrash.

Der mit dem UST zusammenhänge Coin LUNA zielt nämlich darauf ab, die Parität des UST zum US-Dollar aufrechtzuerhalten. Dies funktioniert mittels eines komplexen Algorithmus-Systems, bei dem das Angebot und die Nachfrage nach LUNA die Parität des UST zum Dollar garantiert. Ein UST hat hierbei immer den Gegenwert eines Dollars in LUNA. Die Besitzer können stets im Sinne eines Arbitragegeschäfts zu einem fixen Wechselkurs UST im Wert von einem Dollar verbrennen ("burnen") und LUNA im gleichen Wert erschaffen ("minen"). So kann beispielsweise das Angebot an UST-Tokens verknappt werden, was einen Preisauftrieb verursacht und die Parität zum US-Dollar aufrechterhält. Im Gegenteil zu den etablierten Stablecoins Tether und USD Coin gibt es bei "algorithmischen Stablecoins" folglich keine physischen Finanzreserven, die einen potenziellen Crash abfedern könnten. Als der UST seine Parität zum US-Dollar nicht mehr halten konnte, musste deswegen eine große Menge an LUNA-Token "nachgedruckt" werden. Dies führte zu einer Hyperinflation und somit zu einem Wertverfall der LUNA-Coins. Eine wochenlangen Negativspirale setzte ein, aus der Terra bislang nicht ausbrechen konnte.

LUNA-Coins: Vor dem Totalausfall oder Mega-Comeback?

Aber Totgesagte leben ja bekanntlich länger - dies könnte eventuell auch für den LUNA-Coin gelten. Jedoch wird Krypto-Fachkreisen oftmals vermutet, dass - wenn überhaupt - nur der UST Stablecoin noch zu retten sei, der LUNA sei dagegen dem Tod geweiht. Bislang ließ die Kursentwicklung auch kaum einen anderen Schluss zu. Seit Tagen ging es kontinuierlich bergab, bis sich der Kurs am Wochenende vom 21. und 22. Mai innerhalb von knapp zwanzig Stunden mehr als verdoppelte. In der Talsohle waren nur 690 Millionen US-Dollar im LUNA investiert gewesen, nach weniger als einem Tag waren es immerhin 1,4 Milliarden US-Dollar. Von welchen Anlegern stammen die 700 Millionen US-Dollar an Kapitalzuflüssen? Wer vertraut der eigentlich ja als gescheitert geltenden Cyberdevise noch einen Cent an?

Welche Spekulanten hinter dem Kurssprung stecken

Laut Informationen von "BTC-ECHO" sind es hauptsächlich Kleininvestoren aus Südkorea, die auf eine Trendwende bei den LUNA-Coins spekulieren. Der Vorteil liegt darin, dass bereits vergleichsweise kleine Summen - wie von Samstag auf Sonntag nur 700 Millionen US-Dollar - ausreichen, um enorme Kurssprünge auszulösen. Bei den großen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder auch Ripple (XRP) hätte ein solches Investitionsvolumen viel geringere Auswirkungen.

Deshalb sollte der LUNA-Kurssprung auch nicht überbewertet werden - ein breites Re-Investment in die Coins deutet sich scheinbar nicht an, zumal der Kurs in dieser Woche nicht an seinen Aufwärtstrend vom Wochenende anknüpfen konnte. Andererseits steckt in der geringen Marktkapitalisierung natürlich auch eine Chance für Kleinanlegern, die mit kleinen Dollarbeträgen potenziell hohe Gewinne machen könnten.

Doch viele Experten mahnen zu unbedingter Vorsicht, die meisten Krypto-Kenner wie beispielsweise Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin gehen denn auch von einem baldigen Ende des Terra-Ökosystems aus, der LUNA würde dann wohl vollends wertlos werden. Dann würden zwischenzeitliche Comeback-Träume wie Seifenblasen zerplatzen.

Terra-Gründer Do Kwon droht die Beschlagnahmung seiner Immobilien

Zuletzt illustrierte der angeblich anstehende Gerichtsprozess gegen den Terra-Gründer Do Kwon die toxische Gemengelage, in der das hinter den LUNA-Coins steckende Unternehmen Terraform Labs sich befindet. Südkoreanische Investoren, die einen besonders hohen Anteil unter den (ehemaligen) Terra-Investoren ausmachten, wollen nämlich rechtliche Schritte gegen den CEO von Terraform Labs, Do Kwon, einleiten. Wie "BTC-ECHO" berichtet, intendieren sie dabei die Beschlagnahmung seines Eigentums, da der Terra-Gründer die Terra-Anleger betrogen habe. Kwon habe schon 2021 eine Liquidation geplant, um seinen Anteil aus dem "Kartenhaus" Terra zu entnehmen. Ebenfalls könnte es dazu kommen, dass Kwon eine Strafe wegen Steuerhinterziehung im Wert von 100 Milliarden südkoreanischen Won(etwa 78 Millionen US-Dollar) zahlen muss.

Ob die scharfen Vorwürfe zutreffen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fakt ist aber, dass es für einen erfolgreichen Turnaround der LUNA-Coins, wofür die Zurückgewinnung des Anlegervertrauens unerlässlich ist, noch jeder Menge Aufklärungsarbeit bedarf.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Wit Olszewski / Shutterstock.com
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