Baltic Dry Index

Containerschiffe: Bruttoregister-Wonnen für Anleger

28.02.10 16:00 Uhr

Der Rohstoffhunger Chinas lässt Frachtraten steigen. Der Baltic Dry Index dürfte deshalb weiter zulegen. Mit welchen Produkten Anleger profitieren.

von Euro-Redakteur Richard Pfadenhauer

Das Jahr 2009 hat bei Reedereien für Schlagseite in der Bilanz gesorgt. Der Welthandel ging um rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Rund 500 Containerschiffe liegen nach Angaben des Verbandes deutscher Reeder derzeit vor Anker. Knapp 40 Prozent der Containerschiffe aus Asien fahren nach der Löschung in Europa leer zurück. Auf den Asien-USA-Routen sind es gar 60 Prozent. Für einige Reeder leuchtet jedoch ein Silberstreif am Horizont: der Baltic Dry Index (BDI).

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Das Barometer registriert die Preisentwicklung für Hauptfrachtgüter wie Kohle, Eisenerz und Getreide auf Standardrouten. Nach dem Nahezu-Untergang auf 663 Punkte in der zweiten Hälfte 2008 erholte sich der Index auf 3160 Punkte. Auftrieb gibt ihm die Nachfrage nach Kohle und Eisenerz aus China.

Der Aufwärtstrend könnte sich fortset­zen. „Ich erwarte 2010 einen Anstieg des BDI auf 4000 Punkte und 4500 Punkte 2011“, erklärt Jim Wong. Seinen Optimismus begründet der Analyst bei der japanischen Nomura-Bank mit der weiterhin hohen Rohstoffnachfrage aus Schwellenländern. „Viele Aufträge für Schiffe wurden zudem storniert oder die Auslieferung verschoben. Die Kapazitäten werden deutlich weniger wachsen als noch vor einigen Monaten befürchtet“, sagt Wong.

Investoren eröffnen sich zwei interessante Möglichkeiten, von einer Fortsetzung der steigenden Raten für Hauptfrachtgüter zu profitieren. Risikoaverse wählen das Garantiepapier auf den BDI-Index. Oberhalb von 3572 Punkten partizipiert das Produkt vollständig am Aufwärtstrend. Steigt der Index bis Fälligkeit Ende Dezember 2013 um 26 Prozent gegenüber dem Startwert auf 4500 Punkte, erhalten Inhaber entsprechend 1260 Euro pro Anteil ausbezahlt. Fällt das Barometer bis dahin unter den Startwert, greift die Kapitalgarantie und es wird der Nominalbetrag von 1000 Euro zurückbezahlt. Die einzige Schwäche ist der Cap bei 130 Prozent des Startwerts. Daraus ergibt sich eine maximale Rendite zum Laufzeitende von umgerechnet 6,9 Prozent.

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Risikofreudigere Anleger setzen auf das BDI-Outperformance-Zertifikat. Oberhalb des Startwerts von 2356 Punkten greift ein Hebel von 1,35. Gewinnt der Index bis Laufzeitende 50 Prozent gegenüber dem Anfangswert, ergibt sich daraus ein Gewinn von 67,50 Prozent. Unterhalb des kritischen Werts erleiden Käufer jedoch Verluste – ohne Hebel.

Neben Investments auf den Fracht­ratenindex konnten in den vergangenen Monaten zwei Derivate auf Shipping-Indizes mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung beeindrucken. Der Global Shipping Select- sowie der Scope Shipping Select-Index umfassen Betreiber von Frachtgut-, Container- und Kreuzfahrtschiffen sowie Tankern. Dazu zählen A. P. Moeller-Maersk, Nippon Yusen, Pacific Basin und Teekay. Steigende Raten für Frachtgüter und Container werden den Aktien und damit den Indizes mittelfristig Auftrieb geben.