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04.02.2017 12:00
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Carmignac-Stratege Léroux: "Mehr Gewicht für Zykliker"

Euro am Sonntag-Interview: Carmignac-Stratege Léroux: "Mehr Gewicht für Zykliker" | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Interview
Der Chef der Abteilung Cross Asset des französischen Vermögensverwalters Carmignac, Frédéric Léroux, über die aktuelle Ausrichtung der milliardenschweren Fonds.
€uro am Sonntag
von Lucas Vogel, Euro am Sonntag

Carmignac Gestion verwaltet fast 60 Milliarden Euro. Wie die Experten des unabhängigen Vermögensverwalters aus Paris auf Donald Trump reagieren, erklärt Makro-Stratege Frédéric Léroux.


€uro am Sonntag: Monsieur Léroux, wie ist Carmignac in das Börsenjahr 2017 gestartet?
Frédéric Léroux:
Mit Optimismus. Wir haben die Aktienquote in unserem Mischfonds Carmignac Patrimoine auf das Maximum von 50 Prozent hoch­gefahren und innerhalb des ­Aktienportfolios umgeschichtet: weniger Gewicht in defensiven Sektoren wie Pharma und Technologie, mehr Gewicht für zyklische Branchen wie Energie, Industrie und Banken. Diese Ausrichtung gilt natürlich auch für unsere Aktienfonds.


Sie glauben also, dass sich die Trump-Rally fortsetzt?
Ja. Wir gehen davon aus, dass Trump die Unternehmenssteuern massiv senken wird und einen Steuerdeal macht, der es den großen US-Konzernen ermöglicht, die vielen Milliarden Auslandsgewinne zu repatriieren. Wahrscheinlich bekommen sie eine niedrige Besteuerung dieser Gewinne, wenn sie in den USA investieren. Dazu kommt das Infrastrukturprogramm, das das Wachstum beschleunigen wird. Mehr Investitionen, höhere Gewinnmargen dank niedrigerer Steuern - davon sollten zyklische Aktien profitieren.

Was macht Sie so optimistisch?
Der Trump-Effekt kommt gerade zur rechten Zeit. Schon vorher mehrten sich die Zeichen, dass die US-Konjunktur an Fahrt aufnimmt. Die Einkaufsmana­ger­indizes, ein guter Frühindikator, stiegen. Und auf dem Arbeitsmarkt waren erste Lohnsteigerungen zu beobachten. Trumps Pläne verstärken diesen Trend jetzt. Schauen Sie sich nur an, wie stark das Konsumsentiment gestiegen ist! Das ist wichtig, denn am Ende ist Ökonomie auch viel Psychologie.


Die protektionistische Agenda des neuen US-Präsidenten ­beunruhigt Sie gar nicht?
Sicher, ein Zurückdrehen der Globalisierung wäre schlecht für Wirtschaftswachstum und Finanzmärkte. Aber wir erwarten zwar Neuverhandlungen einiger Freihandelsabkommen wie Nafta (Abkommen zwischen Kanada, Mexiko und den USA, Anm. d. Red.), doch eher moderate Adjustierungen, kein Ende des Freihandels. Und selbst wenn einige Handelsschranken und Zölle eingeführt würden - sie würden anfangs die Inflation anheizen. Das ist bis zu einem gewissen Grad eine gute Sache.

Inwiefern?
Inflation würde es einer überschuldeten Welt leichter machen, die realen Schuldenstände zu senken. Und steigende Preise bringen mehr Investi­tionen, weil die Unternehmen ihre Umsatzprognosen anheben. Seit Jahren versuchen die Notenbanken doch, Inflation deshalb zu erzeugen. Jetzt bekommen wir sie.

Können wir mit Trump im ­Weißen Haus also das Schreck­gespenst Deflation vergessen?
Erst einmal ja. Mit höheren Inflationsraten kommen wir zur Normalität zurück. Denn die Notenbanken können dann nicht mehr bei jedem konjunkturellen Gegenwind eingreifen und die Geldpolitik lockern. Wir hätten dann wieder echte Konjunkturzyklen. Die Märkte würden wieder normal funktionieren und nicht mehr nur von den Notenbankern abhängig sein.

Inflation in den USA, okay. Aber in Europa, mit der hohen Arbeits­losigkeit und der niedrigen ­Kapazitätsauslastung?
Wir erwarten keine galoppierende Inflation. Aber ein paar Indikatoren zeigen bereits an, dass die Preise steigen. Der schwache Euro spielt natürlich eine Rolle. Bisher war die Inflation in Deutschland - und die zieht ja nicht nur bei Mieten an - ein guter Indikator dafür, was im restlichen Europa folgt.

Was bedeutet das für deutsche Bundesanleihen?
Die dürften 2017 fallen und die Renditen steigen. Wir haben ­unsere Bond-Portfolios dementsprechend ausgerichtet und fahren mittels Derivaten eine negative Duration.

Kurzvita

Frédéric Léroux leitet bei Carmignac ­Gestion das Team Cross Asset und ist für insgesamt sechs Fonds verantwortlich. Der Fondsmanager mit 27 Jahren Erfahrung in der Finanz­branche führt die Makro-­Analysen des Hauses zusammen, deren Ergebnisse die Aktienquoten der Misch- und Dachfonds maßgeblich bestimmen.
Bildquellen: David Coulon pour Carmignac
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