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23.08.2013 10:02
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SJB FondsEcho. Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund.

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Ausgewählte Schwellenländerwährungen sind in den vergangenen Wochen unter kräftigen Abgabedruck geraten.
Besonders stark erwischte es den brasilianischen Real sowie die indische Rupie, die in den letzten drei Monaten -18,6 Prozent bzw. -16,2 Prozent zum Euro einbüßten. Antizyklisch orientierte Investoren, die nach Alternativen zu den mit einer nur minimalen Verzinsung ausgestatteten Unternehmens- und Staatsanleihen guter Bonität aus dem Euroraum suchen und die generell höhere Volatilität einer Anlage in Fremdwährungen nicht scheuen, können sich derzeit langfristig attraktive Einstiegskurse in Anleihenfonds aus dem Emerging-Markets-Bereich sichern. Dem Währungsrisiko stehen dabei gesteigerte Renditechancen durch die höheren Zinskoupons gegenüber, wobei zu bedenken ist, dass viele Schwellenländer mit Blick auf Haushaltsdisziplin und Verschuldungsquote weit bessere Werte als die nur vordergründig soliden Mitgliedsstaaten der Eurozone erreichen. Der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund A Acc USD (WKN A0QYDL, ISIN LU0345767262) gehört zu den langfristig erfolgreichsten Rentenfonds, die sich auf Schwellenländeranleihen in Lokalwährung spezialisiert haben. Der Fonds agiert an den Emerging Markets weltweit und setzt seine regionalen Schwerpunkte in der Türkei, Russland und Brasilien. Neben Staatsanleihen werden auch ausgewählte Unternehmensanleihen erworben. Die durchschnittliche Bonität der Titel im Portfolio liegt mit „BBB“ im unteren Investment Grade-Bereich. FondsManager Peter Eerdmans ist zugleich Leiter des Emerging Markets Debt Teams der südafrikanischen FondsGesellschaft Investec Asset Management und ein ausgewiesener Experte für Schwellenländerwährungen. Eerdmans verwendet als Vergleichsindex den JP Morgan GBI-EM Global Diversified Composite USD Index, stellt das Anleihenportfolio des Fonds aber ganz nach eigenem Ermessen zusammen. Der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund wurde am 30. November 2011 aufgelegt und besitzt ein FondsVolumen von 1,60 Milliarden Euro. Seit Auflage gelang es dem Fonds, eine jährliche Durchschnittsrendite von +5,00 Prozent in der FondsWährung US-Dollar zu erzielen, während der von Lipper ermittelte Sektordurchschnitt nur bei +3,50 Prozent liegt. Welche Anlagestrategie verfolgt Schwellenländer-Experte Eerdmans im Detail?

FondsStrategie. Aufwärtspotenzial. Genutzt.

Der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund hat sich die langfristige Wertsteigerung seiner Anlagen zum Ziel gesetzt und investiert hierzu vorwiegend in Anleihen, die von Regierungen, Institutionen und Unternehmen in den Schwellenmärkten emittiert werden. Die Schuldpapiere müssen in der Währung des jeweiligen Ausgabelandes begeben sein. In der Länder- und Sektorengewichtung ist FondsManager Eerdmans frei und nicht an die Benchmark gebunden. Mit Blick auf die Bonität werden Anleihen mit Investment-Grade-Status bevorzugt, obwohl auch Titel mit einem schwächeren Rating erworben werden. FondsManager Eerdmans hebt die Chancen hervor, die ein Engagement in Schwellenländeranleihen mit sich bringt: Viele der weniger entwickelten Volkswirtschaften würden zu den am schnellsten wachsenden Ökonomien der Welt gehören, ihre Währungen entsprechendes Aufwertungspotenzial bieten. Gerade in den letzten zehn Jahren, so Eerdmans weiter, hätten sich die makroökonomischen Daten der Emerging Markets erheblich verbessert, genauso wie das politische und rechtliche Umfeld. Auf lange Sicht sei deshalb damit zu rechnen, dass das gesteigerte Risiko einer Anlage in Schwellenländerwährungen durch höhere Erträge mehr als kompensiert werde. Wie ist sein FondsPortfolio im Einzelnen strukturiert?

FondsPortfolio. Türkei. Führend.

In der geografischen Allokation des Investec-Fonds liegt die Türkei mit einem Anteil von 12,6 Prozent auf dem ersten Platz. Knapp dahinter ist Russland platziert, wo 9,2 Prozent des FondsVermögens investiert sind. Auf Platz drei der Ländergewichtung findet sich Brasilien mit 8,6 Prozent. In Mexiko sind 8,1 Prozent des FondsVolumens angelegt, Anleihen aus Malaysia besitzen einen Anteil von 7,1 Prozent. Weitere Rentenpapiere in Lokalwährung besitzt der Fonds in Indonesien (7,0 Prozent), Südafrika (6,8 Prozent) und Thailand (6,4 Prozent). Kleinere Positionen in Ungarn (5,7 Prozent), anderen Schwellenmarkt-Rentenfonds (5,0 Prozent) und Polen (3,0 Prozent) runden das FondsPortfolio ab.

In der Sektorengewichtung des global breit diversifizierten Fonds befinden sich Staatsanleihen der Schwellenländer in Lokalwährung mit großem Abstand auf Platz eins. 83,6 Prozent der FondsBestände sind hier investiert. Auf Platz zwei liegen Emerging-Markets-Rentenfonds, die 5,0 Prozent des FondsVolumens abdecken. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Qualität machen 0,4 Prozent der Bestände des Investec-Fonds aus. Recht gering sind die Anteile von High-Yield-Anleihen sowie Währungspositionen (jeweils 0,1 Prozent). Ein Cashbestand von 10,8 Prozent des FondsVermögens rundet per Ende Juli das Portfolio des Schwellenländerfonds ab.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Sinkend.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse stellen wir den Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund dem Barclays Capital Bond Composite – Global als Vergleichsindex gegenüber, einem weltweit gestreuten Index für Staats- und Unternehmensanleihen. Über ein Jahr ist die Korrelation mit 0,62 deutlich ausgeprägt, für drei Jahre geht sie auf 0,48 zurück. Die kurzfristig stärkere Parallelität der Kursverläufe von Fonds und SJB-Vergleichsindex findet ihren Niederschlag in der Kennzahl R², die für ein Jahr 0,39 beträgt und über drei Jahre auf 0,24 zurückgeht. Damit haben sich kurzfristig 61 Prozent der Fondsentwicklung indexunabhängig vollzogen, mittelfristig sind es 76 Prozent. Die Kursentwicklung des Investec-Fonds verläuft damit recht unabhängig vom globalen Anleihenmarkt, was die Eigenständigkeit der auf Schwellenländerwährungen fokussierten Anlagestrategie von FondsManager Eerdmans unterstreicht. Dies verdeutlicht zudem der Tracking Error von 10,16 Prozent im Dreijahreszeitraum. Welche Schwankungen hat der Emerging-Markets-Fonds aufzuweisen?

FondsRisiko. Volatilität. Kontrolliert.

Der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund weist für drei Jahre eine Volatilität von 10,30 Prozent auf, die damit oberhalb des Schwankungsniveaus liegt, das der Barclays Capital Bond Composite – Global Index mit 8,06 Prozent in diesem Zeitraum zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr schwankt der Schwellenländerfonds stärker als der globale Anleihenindex: Hier beträgt die „Vola“ des Investec-Fonds 13,35 Prozent, wohingegen die von der SJB ausgewählte Benchmark eine Schwankungsbreite von 8,37 Prozent aufweist. Die kurzfristige Volatilitätserhöhung geht dabei auf die jüngst zunehmenden Kursschwankungen von Schwellenländerwährungen zurück. Absolut betrachtet ist die Schwankungsneigung für einen Fonds mit Schwerpunkt auf Emerging-Markets-Anleihen aber moderat und wird von FondsManager Eerdmans durch die breite geographische Streuung gut unter Kontrolle gehalten.

Die insgesamt attraktive Risikostruktur des Investec-Produktes manifestiert sich auch in dem unter Marktniveau liegenden Beta des Fonds von 0,64 für drei Jahre. Im Einjahreszeitraum steigt die Risikokennzahl hingegen auf 1,08 an und liegt damit über dem Marktrisikofixwert von 1,00. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre zeigt, dass in der großen Mehrheit der Fälle die Kennziffer unter Marktniveau lag und der Fonds damit über das bessere Risikoprofil verfügt: Das Beta war in 26 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume geringer ausgeprägt als der marktneutrale Wert von 1,00 und nahm dabei einen Wert von 0,15 im Tief an. Lediglich in drei Zeitintervallen, die alle in der jüngeren Vergangenheit liegen, waren die Wertschwankungen mit maximal 1,12 vergleichsweise stärker. Hinzu kommen sieben Zeitintervalle mit einem negativen Beta von zutiefst -0,15, in denen sich Fonds und Referenzindex gegenläufig bewegten. Welche Renditen konnte FondsManager Eerdmans mit diesem positiv zu wertenden Risikoprofil erzielen?

FondsRendite. Alpha. Generiert.

Per 19. August 2013 hat der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von -1,81 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von -0,61 Prozent p.a. entspricht. Hier hat der bei Schwellenländeranleihen zu verzeichnende Kursrücksetzer der vergangenen Monate die ursprünglich positiven Renditeergebnisse aufgezehrt. Etwas besser kommt aktuell der Barclays Capital Bond Composite – Global Index weg: Der weltweit streuende Rentenindex mit einem stärkeren Fokus auf die Industrieländer kann mit einer Gesamtrendite von +3,43 Prozent in Euro bzw. einem Ergebnis von +1,13 Prozent jährlich aufwarten. Beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr stellt sich das Szenario ähnlich dar: Mit einer Wertentwicklung von -12,09 Prozent muss der Investec-Fonds dem SJB-Vergleichsindex den Vortritt lassen, der mit ebenfalls negativen, aber weniger stark im Minus liegenden Renditezahlen aufwartet (Barclays Capital Bond Composite: -9,83 Prozent). Kurz- wie mittelfristig konnte der Investec-Fonds mit seinem Fokus auf Schwellenländeranleihen den globalen Rentenmarkt damit nicht schlagen – eine Diagnose, die langfristig orientierte antizyklische Investoren aber nicht schreckt, die von dem grundsätzlichen Aufwärtspotenzial der betreffenden Währungen überzeugt sind.

Die leicht unterdurchschnittliche Wertentwicklung des Investec-Fonds im Vergleich zum Barclays-Referenzindex wird auch an dem negativen Alpha offenbar, das über drei Jahre bei -0,08 liegt. Auf Jahressicht präsentiert sich die Renditekennzahl mit -0,10 nochmals leicht schwächer. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre hellt das Bild für den Fonds auf: Denn nun wird deutlich, dass es dem Schwellenländerprodukt recht häufig gelang, die SJB-Benchmark zu schlagen, bevor der Performancevorsprung in den letzten Monaten abgegeben wurde. In 30 der letzten 36 betrachteten Einjahreszeiträume verzeichnete der Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund eine Outperformance zum Barclays-Index und markierte positive Alpha-Werte bis 1,62 in der Spitze. Die insgesamt sechs Perioden mit einer schwächeren Wertentwicklung sind zudem mit einem Alpha von -0,42 im Tief weit weniger ausgeprägt. Insgesamt verfügt der Investec-Fonds damit über ein attraktives Chance-Risiko-Profil und lange Phasen der Mehrrendite, die durch die heftigen Kursbewegungen der letzten Monate lediglich überlagert wurden.

SJB Fazit. Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund.

Die Volatilität von Schwellenländerwährungen hat jüngst kräftig zugenommen und die Kurse der entsprechenden Anleihen unter Druck gesetzt. Die Notierungen von Schuldpapieren in türkischer Lira, russischen Rubel oder dem brasilianischen Real sind damit auf ein für antizyklische Langfristinvestoren sehr attraktives Niveau gefallen. Mit dem Investec Emerging Markets Local Currency Debt Fund, der seit Auflage eine Rendite von +5,0 Prozent p.a. bei kontrolliertem Risiko erzielte, können Anleger mit Durchhaltevermögen sich das nachhaltige Aufwärtspotenzial der wichtigsten Emerging-Markets-Währungen sichern. Nicht nur für Euroskeptiker interessant!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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