Kryptomarkt unter Druck

Krypto-Crash bei Bitcoin, Ethereum & Co. beschleunigt sich: Bessent erteilt Rettungsschirm klare Absage

05.02.26 22:37 Uhr

Blutbad am Kryptomarkt - BTC, ETH & XRP tiefrot: Bessent-Aussagen belasten, Michael Burry warnt vor "Todesspirale" | finanzen.net

Die klare Absage von US-Finanzminister Scott Bessent bezüglich staatlicher Stützungsmaßnahmen für den Kryptosektor hat den Markt tief verunsichert.

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• US-Finanzminister Scott Bessent verneint im Ausschuss jegliche Befugnis für Krypto-Rettungsschirme
• Investor Michael Burry warnt vor einer "Todesspirale" und massiver Wertvernichtung digitaler Assets
• Nominierung des Falken Kevin Warsh für den Fed-Vorsitz sorgt für zusätzlichen Verkaufsdruck am Markt

Klare Absage an staatliche Interventionen durch Scott Bessent

Die Stimmung am Kryptomarkt hat sich seit Mittwochabend drastisch verschlechtert, nachdem der US-Finanzminister Scott Bessent vor dem House Financial Services Committee eine deutliche Position bezog. Auf die explizite Frage, ob das US-Finanzministerium die rechtliche Handhabe besitze, Bitcoin oder andere digitale Währungen zu erwerben, reagierte Bessent mit einer unmissverständlichen Absage. "Ich habe nicht die Befugnis dazu, und als Vorsitzender des FSOC besitze ich diese Autorität ebenfalls nicht", stellte Scott Bessent laut Yahoo Finance gegenüber den Abgeordneten des Ausschusses klar. Diese Äußerung dämpfte die Hoffnungen jener Marktteilnehmer, die auf eine institutionelle Absicherung durch die US-Regierung unter der neuen Administration gesetzt hatten.

Michael Burry warnt vor fundamentaler Wertvernichtung

Zusätzliches Öl ins Feuer goss der prominente Investor Michael Burry, der durch seine korrekte Prognose der Finanzkrise von 2008 weltweite Bekanntheit erlangte. In einem aktuellen Beitrag auf seinem Substack-Kanal, aus welchem Yahoo Finance zitiert, warnte Burry davor, dass ein anhaltender Preisverfall bei Bitcoin eine unkontrollierbare "Todesspirale" in Gang setzen könnte, die zu einer massiven Zerstörung von Marktkapitalisierung führen würde. Michael Burry kritisierte in seinem Schreiben an die Abonnenten zudem das Narrativ der Kryptowährung als Inflationsschutz. "Bitcoin wurde als rein spekulatives Asset entlarvt und ist weit davon entfernt, eine Absicherung gegen Währungsabwertung zu sein, wie es Gold und andere Edelmetalle sind", konstatierte Michael Burry in seiner Analyse der aktuellen Marktlage.

Geldpolitische Straffung belastet Risiko-Assets

Neben den regulatorischen Unsicherheiten lastet auch die personelle Neuaufstellung an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve schwer auf den digitalen Vermögenswerten. Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag Kevin Warsh als Nachfolger für Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. Kevin Warsh gilt in Marktkreisen als geldpolitischer Falke, von dem eine striktere Disziplin und potenziell höhere Realzinsen erwartet werden. Diese Aussicht auf einen restriktiveren Leitzins stärkte zuletzt den US-Dollar und minderte gleichzeitig die Attraktivität von hochvolatilen Anlagen. Marktbeobachter werten die Nominierung als Signal für ein Ende der Ära des billigen Geldes, was den gesamten Krypto-Sektor in einen Abwärtstrend drückte.

Kein klassischer Crash

"Am Markt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geldpolitischen Unwägbarkeiten, befürchteter Liquiditätsverknappung und dem Rückzug institutionellen Kapitals", beschrieb Analyst Timo Emden von Emden-Research die Stimmung. "Anleger zeigen sich nach wie vor spürbar verunsichert."

Aktuelle Kursreaktion am Kryptomarkt

Die Reaktion der Kurse auf die Kombination aus Bailout-Absage und hawkish gefärbten Personalentscheidungen fällt heftig aus. Bitcoin notierte am Donnerstag zeitweise mit einem Abschlag von 12,42 Prozent bei rund 63.975,73 US-Dollar und fällt damit deutlich unter die 70.000er-Marke. Auch die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum gerät unter massiven Abgabedruck und fiel auf rund 1.881,21 2 US-Dollar zurück (-12,18 Prozent). Besonders hart trifft es Ripple (XRP), das einen Abschlag von 22,13 Prozent hinnehmen musste und bei 1,18 US-Dollar gehandelt wurde. Der Fear & Greed-Index liegt inzwischen laut CoinMarketCap-Daten bei 11 und damit im Bereich "Extreme Fear". Damit setzt sich die seit Jahresbeginn anhaltende Durststrecke fort, in der die Krypto-Leitwährung bereits signifikant an Boden verloren hat.

Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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