Aktien von Novo Nordisk, Eli Lilly und Pfizer stark: Trump startet TrumpRx - FDA will gegen Wegovy-Kopie vorgehen

Das Weiße Haus hat am Donnerstag eine Website mit gesuchten verschreibungspflichtigen Arzneimitteln unter dem Namen TrumpRx gestartet.
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Der Schritt stellt den Höhepunkt der Bemühungen der US-Regierung dar, die Arzneimittelkosten für Verbraucher zu senken.
Marktstart von TrumpRx: Wegovy und Zepbound zu massiv reduzierten Preisen verfügbar
Zum Start waren dort etwa 40 Medikamente verfügbar, darunter die Adipositas-Medikamente Wegovy von Novo Nordisk und Zepbound von Eli Lilly sowie Fertilitätsmedikamente wie Gonal-F von EMD Serono. Die Preise für die Medikamente auf TrumpRx lagen im Allgemeinen weit unter den Listenpreisen, wobei Präsident Trump mit Rabatten von mehreren hundert Dollar pro Monat wirbt.
Auf TrumpRx.gov können Kunden nach bestimmten Medikamenten suchen und diese über die Direktvertriebsseite des Herstellers kaufen. In einigen Fällen erhalten Nutzer Gutscheine, die sie in bestimmten Apotheken einlösen können. "Wir werden viel Geld sparen und gesund sein", sagte Trump bei der Vorstellung der Website im Weißen Haus und versprach, den Amerikanern Milliarden einzusparen. "Sie werden enorm viel Geld sparen."
Analysten-Urteil zu TrumpRx: Erster konkreter Schritt zur Bezahlbarkeit von Medikamenten?
Die Trump-Regierung hat in den vergangenen Wochen ihre Bemühungen zur Senkung der Lebenshaltungskosten für Amerikaner hervorgehoben, nachdem Umfragen zeigten, dass die Wähler im Land zunehmend unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik des Präsidenten sind. "Es ist einer der ersten Schritte,... die sich wirklich konkret auf die Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung konzentrieren", sagte Chris Meekins, Analyst bei Raymond James.
Die Website wird wahrscheinlich keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Kosten haben, die den Amerikanern für ihre verschreibungspflichtigen Medikamente entstehen, weil die meisten US-Bürger entweder über private oder staatliche Krankenversicherungen versichert sind und schon über ihre Versicherung wahrscheinlich günstigere Preise für Medikamente erhalten.
Die rund 27 Millionen Amerikaner, die nicht versichert sind, werden am ehesten von den Direktangeboten für Verbraucher profitieren. "TrumpRx richtet sich wirklich an den Selbstzahlermarkt. Das ist nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Amerikaner", sagte Ipsita Smolinski, Beraterin für Gesundheitspolitik. "Es gibt einfach nicht viele Amerikaner, die davon profitieren können."
Preisvorteil bei Zepbound: Eli Lilly unterbietet bisherige Angebote auf TrumpRx
Bei Zepbound, dem Medikament gegen Fettleibigkeit von Eli Lilly, wird die niedrigste Dosis von auf der Website für 299 Dollar pro Monat angeboten - etwa 50 Dollar günstiger, als sie das Unternehmen zuvor auf seiner Website für bar zahlende Patienten angeboten hatte. Laut 46brooklyn Research, einer gemeinnützigen Organisation, die Arzneimittelpreise analysiert, ist es außerdem etwa 700 Dollar günstiger als der Listenpreis. Die Listenpreise für Arzneimittel spiegeln oft nicht wider, was versicherte Verbraucher aus eigener Tasche bezahlen. Versicherer und Arbeitgeber zahlen aufgrund von Rabatten und Preisnachlässen oft einen niedrigeren Nettopreis für Medikamente.
Kooperation mit Top-Pharma-Riesen: Novo Nordisk, AstraZeneca, Pfizer und Co. machen den Anfang
Viele der Medikamente, die im Rahmen der Preisverhandlungen des Weißen Hauses mit den Arzneimittelherstellern angekündigt worden waren, wie Repatha von Amgen und Epclusa von Gilead, sind auf der Website noch nicht verfügbar. Das Weiße Haus teilte mit, dass die Website derzeit Produkte der ersten fünf Hersteller enthält, die Vereinbarungen mit der Trump-Regierung getroffen haben, darunter AstraZeneca, Eli Lilly, EMD Serono, Novo Nordisk und Pfizer. Weitere Medikamente sollen bald hinzukommen.
Pfizer gab bekannt, dass mehr als 30 seiner Medikamente über TrumpRx mit Rabatten für nicht versicherte Patienten oder solche, die außerhalb ihrer Versicherung bezahlen, erhältlich sein werden. Die Rabatte werden laut Pfizer durchschnittlich etwa 50 Prozent betragen und bis zu 85 Prozent des Listenpreises ausmachen. Die Regierung hat sich um sogenannte "Meistbegünstigungspreise" bemüht, also Preise, die denen entsprechen, die andere Industrieländer für verschreibungspflichtige Medikamente zahlen.
Das Weiße Haus hat den Kongress aufgefordert, Meistbegünstigungspreise als Teil von Trumps Gesundheitsplan gesetzlich zu verankern, anstatt sich auf weitere Ad-hoc-Verhandlungen zu verlassen. Es wird jedoch erwartet, dass diese Bemühungen auf heftigen Widerstand der Abgeordneten stoßen werden. Änderungen in der Politik der Bundesregierung, darunter Preisverhandlungen im Rahmen von Medicare, haben dazu geführt, dass Arzneimittelhersteller die Listenpreise für Markenmedikamente gesenkt haben.
Finanzielle Einbußen bei Johnson & Johnson: Milliardenumsatz trotz Trump-Deal erwartet
Johnson & Johnson gab an, dass das Abkommen mit der Trump-Regierung das Unternehmen hunderte Millionen Dollar an Einnahmen kosten werde, aber das Unternehmen rechnet dennoch mit einem Umsatzwachstum in diesem Jahr und einem potenziellen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar. Der Hersteller von Ozempic, Novo Nordisk, warnte diese Woche, dass die Einnahmen in diesem Jahr stärker als erwartet zurückgehen werden und führte niedrigere Preise, einschließlich Effekte aus dem Meistbegünstigungsabkommen mit dem Weißen Haus, ins Feld.
FDA will gegen Wegovy-Kopie vorgehen
Analyst Matthew Weston von der Schweizer Großbank verweist am Freitag zudem darauf, dass ein Beamter der US-Arzneimittelbehörde FDA mittlerweile auch angekündigt habe, gegen illegale Kopien des Abnehmmittels Wegovy vorzugehen. Das sei zunächst sehr positiv für den dänischen Pharmakonzern, so der Experte. Allerdings sei noch unklar, ob die FDA nur gegen die Nachahmung der Pille vorgehen wolle oder auch gegen eine Nachahmung der Wegovy-Spritze.
Auch die Aktien von Eli Lilly profitierten von den aktuellen Entwicklungen zum Wochenschluss.
So reagieren die Aktien der Pharmariesen
Die Papiere von Eli Lilly legen an der NYSE im vorbörslichen Handel zeitweise 3,44 Prozent auf 1.056 US-Dollar zu, hatten aber am Vortag einen Abschlag von knapp 8 Prozent zu verbuchen. Pfizer-Aktien notieren derweil 0,38 Prozent höher bei 26,59 US-Dollar, während bei Johnson & Johnson ein Plus 0,24 Prozent auf 238,35 US-Dollar an der Tafel steht.
Die Anteilsscheine von Novo Nordisk können sich an der Börse in Dänemark zeitweise um 5,40 Prozent auf 295,80 DKK nach oben absetzen.
Von Liz Essley Whyte, Jennifer Calfas und Peter Loftus
DOW JONES
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Bildquellen: Novo Nordisk, Katherine Welles /Shutterstock.com
