Job-Skills

Anpassungsfähigkeit schlägt Berufsjahre: Ex-Duolingo-Manager über neue Job-Realitäten

26.02.26 23:18 Uhr

Erfahrung war gestern? Ex-Duolingo-Manager erklärt, was im KI-Jobmarkt wirklich zählt | finanzen.net

Albert Cheng, ehemaliger Produktleiter bei Duolingo, warnt: Wer sich zu sehr auf jahrelange Berufserfahrung verlässt, könnte im KI-Zeitalter ins Hintertreffen geraten. Anpassungsfähigkeit, Eigeninitiative und der souveräne Umgang mit neuen Tools zählen heute mehr als beeindruckende Lebensläufe. Aktuelle Studien und Experten aus der Tech-Branche bestätigen diesen Trend.

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Albert Cheng kennt die Tech-Welt von innen. Nach Stationen bei Duolingo und Grammarly arbeitet er heute als Chief Growth Officer bei Chess.com. In einem Interview für Lenny Rachitskys Podcast räumt er mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: Die besten Mitarbeiter sind nicht automatisch die mit den meisten Berufsjahren. "Ich habe gesehen, dass einige der Leistungsträger einfach Menschen mit großer Handlungsfähigkeit waren, die eine hohe Schnelligkeit und Energie hatten", berichtet Cheng in dem Podcast. Was diese Leute auszeichnet? Eigeninitiative, Neugier und die Bereitschaft, sich wirklich mit dem Produkt zu beschäftigen, nicht zwingend jahrelange Routine.

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Das Problem mit zu viel Erfahrung liegt auf der Hand: Gewohnheiten können einengen. "Gerade in dieser Welt, in der sich die Grundlagen durch KI so schnell verändern, müssen viele der erlernten Gewohnheiten bewusst abgelegt werden", so der Ex-Duolingo-Manager. Wer mit einer Anfänger-Mentalität an Aufgaben herangeht, ist oft erfolgreicher als jemand, der seit Jahren dasselbe Schema abspult. In schnelllebigen Tech-Unternehmen zeigt sich das besonders deutlich: Mitarbeiter, die an veralteten Arbeitsweisen festhalten, verpassen den Anschluss.

Warum KI-Kompetenz den Elite-Abschluss schlägt

Cheng steht mit seiner Einschätzung nicht allein da. Ryan Roslansky, CEO von LinkedIn, sieht die Zukunft ähnlich: "Ich gehe davon aus, dass die Zukunft der Arbeit nicht mehr den Menschen mit den besten Abschlüssen oder den besten Hochschulen gehört, sondern den Menschen, die anpassungsfähig, vorausschauend, wissbegierig und bereit sind, diese Tools zu nutzen", erklärt er im Podcast, wie Business Insider erläutert. Nicht die KI ersetzt Menschen - sondern Menschen mit KI-Fähigkeiten ersetzen jene ohne diese Kompetenzen. Diese Aussage bringt den Wandel auf den Punkt: Es geht nicht mehr darum, wo man studiert hat, sondern was man praktisch kann.

Können schlägt Papier

Der HR Insights Report 2025 von Personio liefert beeindruckende Zahlen: 66 Prozent der HR-Verantwortlichen sagen, dass Kompetenzen wichtiger sind als Abschlüsse. 65 Prozent achten stärker auf praktische Fähigkeiten als auf Zertifikate. Interessanterweise glauben auch 52 Prozent der Beschäftigten selbst, dass Universitätsabschlüsse an Bedeutung verlieren. 64 Prozent wünschen sich, dass Arbeitgeber mehr auf übertragbare Fähigkeiten schauen. Diese Zahlen zeigen einen fundamentalen Umbruch in der Bewertung von Qualifikationen.

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Was treibt diesen Wandel? Der Fachkräftemangel bleibt mit 39 Prozent die größte Herausforderung für Personaler - im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Gleichzeitig erwarten 52 Prozent einen höheren Personalbedarf, während 58 Prozent verstärkt auf kompetenzorientierte Einstellungen setzen. Der verschärfte Fachkräftemangel zwingt Unternehmen regelrecht zum Umdenken: Statt klassische Qualifikationen abzuhaken, suchen sie nach konkreten Fähigkeiten und Potenzial.

KI in Bewerbungen

Die Softgarden-Studie "KI trifft Recruiting 2025" mit knapp 7.000 Befragten zeigt eine erstaunliche Entwicklung: Seit Frühjahr 2023 hat sich der Anteil der Bewerbenden, die KI für ihre Bewerbung nutzen, mehr als verdreifacht - auf mittlerweile 43,2 Prozent. Weitere 30,3 Prozent können sich die Nutzung gut vorstellen. Fast drei von vier Jobsuchenden sind damit potenzielle KI-Nutzer. Diese rasante Entwicklung macht deutlich, wie schnell sich der Arbeitsmarkt durch neue Technologien verändert.

Besonders junge Akademiker setzen häufig auf Tools wie ChatGPT. Softgarden interpretiert dies nicht als Bequemlichkeit, sondern als Zeichen technologischen Verständnisses. Bewerbungen mit hohem KI-Anteil zeigen, wie sicher Kandidaten neue Technologien bereits einsetzen können - und sollten entsprechend positiv bewertet werden. Unternehmen, die KI-Nutzung in Bewerbungen noch kritisch sehen, laufen Gefahr, wertvolle Talente zu übersehen, die bereits heute die Arbeitsmethoden von morgen beherrschen.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: nd3000 / Shutterstock.com, Rawpixel.com / Shutterstock.com

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