Rekord geknackt

Investitionen in Rekordhöhe für europäische Startups

29.01.20 06:44 Uhr

Investitionen in Rekordhöhe für europäische Startups | finanzen.net

Noch nie wurde so viel in europäische Startups investiert, Later-Stage-Investitionen befinden sich sogar auf einem Rekordhoch. Tech.eu und Stripe analysierten den Markt für die letzten drei Jahre.

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Rekordhoch

Die Unternehmen Stripe und Tech.eu analysierten die Startup-Investitionen in Europa für die letzten drei Jahre. Das Ergebnis: Sowohl Early-Stage als auch Later-Stage-Investitionen haben sich vervierfacht, die Later-Stage-Investitionen verzeichnen sogar ein Rekordhoch, während sich Growth-Stage-Investitionen seit 2016 verdoppelten. Phasen-übergreifend wird am meisten in die Branchen Fintech, Software as a Service (SaaS) und Medtech investiert, während bei den Later-Stage-Investitionen das Mobilitäts- und Transportwesen die Nase vorn hat.

Infolgedessen erhält europaweit die Tech-Startup-Szene die meisten Investitionen, noch nie zuvor wurde so viel Geld in diese Szene gepumpt, wie in den letzten Jahren. Seit 2015 bis zum ersten Halbjahr 2018 vervierfachte sich die investierte Summe in europäische Early-Stage-Startups auf einen Wert von mehr als 3,6 Milliarden Euro. Insgesamt steigerten sich dabei die Investitionen nicht nur in ihrer Häufigkeit, sondern auch in ihrer Höhe.

Für die Later-Stage-Investitionen der europäischen Startups stellt das Jahr 2019 mit einer Investitionssumme von 100 Millionen Euro nach den ersten drei Quartalen 2019 und 52 Finanzierungen ein absolutes Rekordjahr dar. Sollte der Trend wie erwartet weitergehen, könnten die europäischen Endphase-Startups das Jahr 2019 mit 70 Megafinanzierungsrunden im Wert von über 100 Millionen Euro beenden, das wäre mehr als in den letzten drei Jahren zusammen investiert wurde.

Wer profitiert am meisten?

Bei den Early-Stage-Investitionen gingen europaweit die meisten Transaktionen an die französischen und britischen Startups, beide Länder halten rund ein Viertel der Gesamtinvestitionen in europäische Frühphase-Startups. Dahinter liegt abgeschlagen Deutschland mit einem Anteil von nur 12,65 Prozent, Länder wie Spanien und Italien schafften es in dieser Phase nicht, die fünf Prozent Marke zu knacken.

Ein anderes Bild zeigt sich, wenn man die Investitionshöhen der jeweiligen Finanzierungsrunden in der Wachstumsphase betrachtet. Dabei erreichen die Länder Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien zusammen eine Investitionssumme von rund 21 Milliarden Euro, dies entspricht 70 Prozent der Gesamtinvestitionen. Dabei führt Großbritannien das Feld mit 8,82 Milliarden Euro an, danach folgen Frankreich mit 5,44 Milliarden Euro und Deutschland mit 4,85 Milliarden Euro. Jedoch erhöhten sich die Investitionen in Großbritannien nicht weiter, während in Deutschland und Frankreich die Investitionssummen von 2017 bis 2018 um jeweils 26 und 27 Prozent gestiegen sind. Die Schweiz rangiert auf Platz 5, mit einer bemerkenswerten Steigerung der Investitionssumme um 40 Prozent im Growth-Stage-Bereich.

Deutschland und Großbritannien belegen laut der Studie die vorderen Plätze bei Later-Stage-Investitionen in Europa, danach folgen Israel, Schweden, Frankreich und die Schweiz auf Platz drei, vier, fünf und sechs. Deutsche und britische Spätphase-Startups erreichten dementsprechend insgesamt über 100 Millionen Euro Fremdkapitalinvestitionen, davon wurden 15,3 Milliarden Euro während Megafinanzierungsrunden investiert. Als Gewinner gehen bei Later-Stage-Investitionen Belgien, Schweiz, Frankreich und Deutschland mit den meisten Zuwächsen von 2017 bis 2018 heraus, während die Verlierer Spanien und Finnland am meisten Investitionsrückgänge verzeichneten.

Wer investiert am meisten?

Auffällig ist, dass die starke Zunahme an Startup-Investitionen in Europa größtenteils auf außereuropäische Investoren zurückzuführen ist. Dementsprechend entfallen 75 Prozent aller Later-Stage-Investitionen in europäische Tech-Startups auf außereuropäische Unternehmen wie diverse Venture-Capital- und Private-Equity-Firmen und Großunternehmen wie Microsoft und Amazon, zusätzlich wird über Staats- und Hedgefonds investiert. Die Firmensitze der großen Investoren liegen beispielsweise in den USA, Japan, Südafrika, Hongkong, Singapur und China. Hohe Investitionen nahmen unter anderem die SoftBank aus Japan und Insight Venture Partners aus den USA vor.

Innerhalb Europas investieren verhältnismäßig weniger Firmen in europäische Startups, bei den Later-Stage-Investitionen liegt das deutsche Unternehmen Holtzbrick Ventures beispielsweise nur auf Platz sieben der europäischen Investoren.

Das sind die Trends

Für Early-Stage- und Growth-Stage-Investitionen sind Startups seit 2015 in den Branchen Fintech, Medtech und Softtech am gefragtesten, während bei Later-Stage-Investitionen am häufigsten in Fintech, Mobilität und Transportwesen, Software, Foodtech und Medtech investiert wird. Am meisten Fremdkapital in der Spätphase erhielten seit 2015 das deutsche Startup Delivery Hero, Spotify aus Schweden, Roivant aus der Schweiz und Deliveroo aus Großbritannien.

Die meisten Investitionen fließen europaweit in Later-Stage-Startups der Technologiebranche. Trotz alldem deckt die Studie den generellen Trend auf, dass Startups und junge Unternehmen immer weniger an die Börse gehen oder sich durch Fremdkapital finanzieren.

Redaktion finanzen.net

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