27.11.2016 16:00

Was ist von PKV-Tarifen zur Beitragsentlastung zu halten?

Euro am Sonntag-Mailbox: Was ist von PKV-Tarifen zur Beitragsentlastung zu halten? | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Mailbox
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.12. zusätzlich! -W-

Sie fragen, wir antworten! Die Redaktion von Euro am Sonntag beantwortet Leseranfragen zu Finanz- und Versicherungsthemen.
Werbung
€uro am Sonntag
von Martin Reim, €uro am Sonntag

Vor einiger Zeit hat €uro am Sonntag über sogenannte Beitragsentlastungstarife in der Privaten Krankenversicherung (PKV) berichtet. Grundidee: Der Versicherte zahlt in jüngeren Jahren etwas mehr als bei vergleichbaren Angeboten ohne Entlastung. Dafür kommt er im Rentenalter günstiger weg. Nach meiner Meinung sind diese Tarife aber nur zu empfehlen, wenn keine Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten sind. Was ist Ihre Ansicht?


€uro am Sonntag: In der Tat leistet die Rentenkasse - ähnlich wie ein Arbeitgeber - einen maximal hälftigen Zuschuss zu den Kosten der privaten Versicherung. Dabei orientiert sich der Rentenversicherer am tatsächlichen Zahlbetrag der Versicherungsprämie nach Abzug des Entlastungsbetrags. Entsprechend mindert sich der Zuschuss. Damit kommt die Hälfte des Entlastungsbetrags dem Träger der Rentenversicherung zugute, obwohl der nichts dafür getan hat. Die eigenen Aufwendungen des Versicherten für die Entlastung sind insoweit vergeblich gewesen.


"Von den Beitragsentlastungstarifen der PKV ist grundsätzlich abzuraten", sagt denn auch der unabhängige Versicherungsberater Thorsten Rudnik. In Einzelfällen, wenn ein Arbeitgeber sich an der Finanzierung der Entlastung beteiligt und die Prämien steuerlich absetzbar sind, erscheine ein Abschluss auf den ersten Blick sinnvoll. "Dennoch überwiegen die Nachteile und Risiken." Streng ­genommen sei ein Beitragsentlastungstarif eine Form der Altersvorsorge für privat Krankenversicherte. "Doch niemand kann heute vorhersagen, wie die Politik in den kommenden Jahren das Gesundheitssystem verändern wird", so Rudnik.

Ein genereller großer Nachteil der Tarife sei die eingeschränkte Mitnahmemöglichkeit bei Anbieterwechsel oder bei Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung. "Auch ist zu beachten, dass die meisten Tarife einen bei Vertragsabschluss festgelegten Betrag vorsehen. Wie hoch dann aber der tatsächliche Anteil dieser Ersparnis am Gesamtbeitrag ist, ist heute nicht vorherzusagen."


Laut Rudnik ist vorstellbar, den Versicherungsvermittler in Regress zu nehmen, falls er falsch beraten habe. "Ich erwarte schon, dass Vermittler auf diesen negativen Punkt bei Beziehern von ­gesetzlicher Rente hinweisen. Sollte dies nicht ­geschehen sein und vom Versicherten durch das Beratungsprotokoll oder Zeugenaussagen belegt werden können, besteht hier sicherlich ein Anspruch auf Schadenersatz aufgrund einer Falschberatung", sagt der Experte.
Bildquellen: Borislav Bajkic / Shutterstock.com, Fernando Madeira / Shutterstock.com
Werbung

Heute im Fokus

DAX vorbörslich etwas leichter -- Asiens Börsen mit unterschiedlicher Tendenz -- Erneut Streik an Amazon-Standort -- KION, HSBC, AXA, Lufthansa, Corestate, Siltronic im Fokus

Lloyds schnappt sich HSBC-Manager als neuen Chef. Corona-Krise trifft Deutsche Beteiligungs AG hart. ABN Amro greift erneut zum Rotstift - 15 Prozent der Stellen sollen wegfallen. Mega-Übernahme unter Daten-Anbietern: S&P Global will offenbar IHS Markit kaufen. Adler Group bestätigt Prognose für 2020 - Integration läuft besser als geplant. Scheidender Siemens-Chef sieht für Mischkonzerne keine Zukunft.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen noch im Dezember. Teilen Sie diesen Optimismus?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln