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18.06.2017 21:00
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Hausrat: Die besten Versicherungen gegen ungebetene Besucher

Euro am Sonntag-Service: Hausrat: Die besten Versicherungen gegen ungebetene Besucher | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Service
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Einbruch » In wenigen Minuten haben Verbrecher eine Wohnung durchsucht. Sie stehlen Wertgegenstände und zerstören das Gefühl von Schutz im Zuhause. Wie die Bewohner sich (ver)sichern können.
€uro am Sonntag
von Uwe Schmidt-Kasparek und Maren Lohrer, €uro am Sonntag

Geübten Einbrechern reicht ein kleines, biegsames Plastikstück aus einer PET-Flasche. Damit öffnen sie blitzschnell eine Tür, die nicht abgeschlossen ist. Neben diesem Plastik-Flipper gilt der Schraubenzieher als klassisches Einbruchswerkzeug, mit dem die Verbrecher Fenster oder Türen aufhebeln.


So einen hatten auch die drei jungen Einbrecherinnen in einen Wollschal gewickelt dabei, als sie im Januar 2016 von Münchner Zivilpolizisten auf frischer Tat ertappt wurden. Wie die weiteren Ermittlungen der Polizei ergaben, gehörten die drei zu einer der größten Diebesbanden in Europa, die vermutlich bis zu 20 Prozent aller Wohnungseinbrüche hierzulande begangen hat. Mitte Mai 2017 wurden dann Bandenmitglieder in ganz Europa festgenommen.


Etwa alle drei Minuten passiert in Deutschland ein Einbruch, hat die Ergo Versicherung berechnet. 151 265 Einbrüche führt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016 an. Zur Verunsicherung der Bevölkerung trägt auch die anhaltend niedrige Aufklärungsquote bei: Sie betrug 2016 nur knapp 17 Prozent. Doch selbst wenn die Polizei den Täter ermitteln konnte, hieß das noch lange nicht, dass sie ihn auch dingfest machen kann - die Spuren lassen sich zwar manchmal konkreten Personen zuordnen, doch die sind nicht selten über alle Berge.

So weit, so beunruhigend. Doch die Bürger können etwas tun. Das Wichtigste: sich unabhängigen Rat holen und dann Haus und Wohnung einbruchhemmend ausrüsten. Vergünstigte Kredite und Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau helfen dabei (siehe Kasten rechts). Zudem berät die Kriminalpolizei bundesweit Privat- haushalte kostenlos und unabhängig, wie sie beim Schutz von Haus und Hof am besten vorgehen.


So erklärt Hauptkommissar Franz-Xaver Listl das Einbruchswerkzeug: "Mit einem 35 Zentimeter langen Schraubendreher kann man auf der Spitze einen Druck von einer Tonne aufbauen, bei einem 70 Zentimeter langen Brecheisen sind es vier Tonnen." Aus seiner 41-jährigen Berufserfahrung erzählt er: "Insbesondere organisierte Einbrecherbanden - häufig aus Osteuropa - haben in Deutschland ein Dorado gefunden." Auch wenn viele Deutsche der Meinung seien, bei ihnen sei doch kaum etwas zu holen, gebe es ein enormes Wohlstandsgefälle. Und: "Wir sind viel zu unvorsichtig", sagt Listl. Denn die an Fenstern und Türen vielerorts verbaute Sicherheitstechnik entspricht oftmals dem Stand der 70er-Jahre, bemängelt etwa der Versicherungsverband GDV.

Sicher geht vor
"Das Wichtigste ist, sein Wohngebäude mechanisch zu härten, wie es so schön heißt", erläutert Listl - also Türen und Fenster so gut wie möglich einbruchsicher zu machen. Nach Polizeiempfehlung sollten sie der DIN EN 1627 mit mindestens Widerstandsklasse (RC) 2 entsprechen, sodass Einbrecher möglichst viel Zeit verlieren. Die Kür sind Alarmanlagen. Sie bieten weiteren Schutz und können abschrecken.

"Sicher geht vor versichern", rät denn auch Jürgen Karpf von der River Vorsorge- und Versicherungsberatung aus Weiden bei Augsburg. Es gibt jedoch keine Rabatte von der Versicherung, wenn Mieter oder Wohnungseigentümer den Schutz der Immobilien gegen Einbrecher erhöhen. "Die durchschnittliche Jahresprämie in der Hausratversicherung liegt lediglich bei rund 100 Euro", sagt Norbert Rollinger, der beim GDV für die Schaden- und Unfallversicherung zuständig ist.

Versicherte sollten ihre Verträge prüfen, denn viele Altverträge weisen Mängel auf. Selbst wenn die Einbrecher durch Schutzsysteme aufgehalten werden, ist die Hausratpolice gefragt. "Sie sollte unbedingt Schäden am Gebäude durch einen Einbruch oder einen Einbruchsversuch zahlen", sagt Karpf.

Zudem sollte die Versicherung die Entschädigung nicht kürzen dürfen, wenn der Mieter oder Hausbesitzer durch einen groben Fehler - etwa ein gekipptes Fenster - den Einbruch erst ermöglicht hat. Versicherungsberater Karpf rät dann, die Hausratversicherung unbedingt um den "Verzicht von Kürzungen bei der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls" zu erweitern. Für die in der Tabelle links vorgestellten Tarife gilt, dass es selbst bei grob fahrlässigen Verstößen gegen Sicherheitsvorkehrungen keine Abzüge gibt. Zudem sollten Wertsachen ordentlich abgesichert sein. "Standard ist derzeit noch eine Wertsachenabsicherung von 20 Prozent der Versicherungssumme. Das könnte für alte Erbstücke knapp werden", warnt Karpf.

Wer übrigens seine Wertsachen höher absichert, wird oft von der Assekuranz aufgefordert, einen Tresor einzubauen. Doch ein Safe sollte auch fest montiert werden. Wird dabei gepfuscht und die Diebe können den Tresor einfach mitnehmen, ist der Inhalt nicht versichert. "Lassen Sie sich den Einbau nach Herstellerangaben bestätigen", rät Versicherungsmakler Johannes Brück aus Düsseldorf.

Generell sollte man auch darauf achten, dass der Versicherer einen Unterversicherungsverzicht erklärt. Dieser gilt in der Regel ab einer Summe von 550 bis 750 Euro je Quadratmeter Wohnraum.
Wer sein Heim so sichert, dass Einbrecher nur wenig Schaden anrichten können, riskiert auch kaum Scherereien mit der Versicherung.

Im Überblick: Diese Hausratversicherungen kürzen nicht bei grober Fahrlässigkeit (PDF)

In Sicherheit investieren
Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) schüttet Investitionszuschüsse für mehr Wohnungssicherheit aus. Im vorigen Jahr lag das Volumen bei 50 Millionen Euro. Wegen der ­hohen Nachfrage war das Förderbudget bereits im Laufe des vergangenen Jahres ausgeschöpft. Interessenten sollten also ihre Vorhaben besser nicht auf die lange Bank schieben.

So funktioniert’s: Wer Maßnahmen zum Einbruchschutz an einem bestehenden Wohnobjekt durchführen lässt, erhält je nach Höhe der Investition über das Programm "Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss (455)" Zuschüsse von 200 Euro bis 1500 Euro. Dabei muss der Mieter oder Eigentümer insgesamt mindestens 2000 Euro investieren. Zusätzliche Einzelmaßnahmen können zudem über eine erweiterte Kreditvariante des Programms "Altersgerecht Umbauen (159)" gefördert werden.
Nähere Infos gibt es unter www.kfw.de/einbruchschutz.
Bildquellen: iStockphoto, 123RF

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