aktualisiert: 09.02.2014 21:12

Zahlemanns Helferlein: Die besten Steuerprogramme

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Mit der richtigen Software lassen sich einfach und günstig Abgaben sparen - und das ganz ohne Steuerberater. €uro am Sonntag hat die neuen Programme der großen Hersteller in vier Kategorien getestet.
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€uro am Sonntag
von Stefan Rullkötter, Euro am Sonntag

Ab 2015 wird es keinen Euro Neuverschuldung mehr geben." Das erklärte Bun­desfinanzminister Wolfgang Schäuble zu Beginn dieses Jahres. Schon 2013 konnte sich Deutschlands oberster Kassenwart über die Rekordsumme von 620 Milliarden Euro freuen. Sie floss als Steuern in die Haushaltskassen von Bund, Ländern und Gemeinden.

Tausende Steuerzahler helfen Schäuble mit besonderem Einsatz dabei, sein ambitioniertes Sparziel zu erreichen: Allein für das Jahr 2013 wird der Fiskus rund 500 Millionen Euro mehr an Abgaben einstreichen, weil Bürger Einkünfte entweder nicht optimal deklarieren oder erst gar keine Steuererklärung abgeben. Dabei lohnt sich die Arbeit, denn im Schnitt überweisen die Finanzämter pro abgegebener Steuererklärung 823 Euro zurück.

Wer dem Fiskus nichts schenken, aber sich nicht durch die lästigen Papierformulare quälen will, kann sich von PC-Programmen durch die Steuer­erklärung 2013 lotsen lassen. Anwender haben dabei die Wahl, ihre Daten im vertrauten Formularmodus oder in Form ­eines Interviews einzugeben.

Welche der neuen Produkte höchstmögliche Verständlichkeit, guten Komfort und hohe Steuerersparnis bieten, hat €uro am Sonntag untersucht. Getestet wurde erstmals in vier Kategorien: Die Einzelwertung finden Sie in den Kästen links. Testsieger sind "Steuer-Spar-Erklärung Plus" in der Kategorie Premium, "Wiso-Steuer-Sparbuch" in der Kategorie Standard, "Quicksteuer" hilft bei einfachen Fällen, und das "Wiso-Internet-Sparbuch" ist die beste Lösung für alle, die ihre Erklärung komplett online machen wollen.

Was Programme können müssen
Das wichtigste Testkriterium waren sachlich korrekt berechnete Steuerfälle, bei denen das Programm auch alle Sparmöglichkeiten ausnutzte (Bewertungsanteil: 50 Prozent). Weiterhin zählten eine komfortable Naviga­tion, bei der der Nutzer laufend seinen erzielten Steuervorteil erfährt (zehn Prozent), verständlich dargestellte Gestaltungsmöglichkeiten (zehn Prozent), passende Steuertipps für den jeweiligen Anwender (zehn Prozent), Hilfe im Nachhinein, etwa bei Einsprüchen (zehn Prozent), und die Qualität des Handbuchs (zehn Prozent).

In den Kategorien Premium und Standard lieferten sich die Anbieter Akademische Arbeitsgemeinschaft ("Steuer-Spar-Erklärung") und Buhl Data ("Wiso") ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Produkte führen den ­Nutzer vorbildlich durch das Programm, wahlweise im Interview- oder Formularmodus. Darüber hi­naus konzentrieren sich die Pro­gramme beim jeweiligen Steuerfall auf das Wesentliche, ohne dabei jede denkbare Sparmöglichkeit außer Acht zu lassen.
In der Kategorie Einfach überzeugt Testsieger Quicksteuer mit ­einer überarbeiteten Lotsenfunktion - und der Möglichkeit, auch für kleines Geld sämtliche Formulare mittels eines virtuellen Steuerhelfers auszufüllen.

Online: Erst erklären, dann zahlen
Zum ersten Mal wurden auch Online-Steuererklärungen bewertet. In dieser Produktvariante verzichten Nutzer auf den Kauf eines Softwarepakets und erstellen ihre Steuer­erklärung direkt im Internet. Bezahlt werden muss erst, wenn sie die Daten eingegeben und elektronisch an das zuständige Finanzamt übermittelt haben. Ein Angebot, das derzeit noch vor allem Jüngere und Berufseinsteiger nutzen. Sie haben bei den Themen Datentransfer und ­-sicherheit häufig weniger Scheu als ältere Steuerzahler. Überzeugen konnte hier die Internetversion des Wiso-Sparbuchs. Gegenüber den Vor­jahresversionen verbessern konnten sich die nächstplatzierten Smartsteuer und Lohnsteuer Kompakt. Zwei Anbieter, die sich ausschließlich auf das Onlinesegment konzentrieren.

Auffällig: Immer mehr Nutzer kaufen keine Box-Edition mit CD und Handbuch, sondern laden die Programme inklusive virtueller Steuerbibliothek via Internet herunter.
Wichtig für alle, die ein CD-basiertes Steuerprogramm nutzen: Bevor diese mit der Steuererklärung beginnen, sollten sie die Software aktualisieren. Denn die Programme sind bereits seit Anfang Dezember im Handel - bis zum Jahresende geänderte Steuervorschriften können von den Anbietern zwangsläufig noch nicht berücksichtigt sein.

Ganz gleich, ob Box-Edition oder Internetversion: Entscheidend für die Hersteller ist der Kampf um Neukunden. Wer sich als langjähriger Nutzer für eine Steuersoftware entschieden hat, bleibt ihr erfahrungsgemäß treu. Der Grund: Die Vorjahresdaten können weiterhin nur innerhalb einer Produktlinie, nicht aber zwischen Konkurrenzprogram­men übertragen werden.

Staatliche Konkurrenz
Auch die amtliche Steuersoftware Elster ist für die kommerziellen Anbieter in gewisser Weise Konkurrenz: Im vergangenen Jahr nutzten rund 12,5 Millionen Steuerpflichtige das kostenlose Deklarations-Angebot im Onlineportal ElsterWeb. "Damit werden bereits 70 Prozent aller Steuererklärungen elektronisch übermittelt", sagt Elster-Projektleiter Roland Krebs.

Die Formulare für die elektronische Einkommensteuererklärung 2013 sind als kostenloser Download unter der Internetadresse elster.de verfügbar - oder alternativ bei den ­Finanzämtern als CD erhältlich. Abgesehen von Hinweisen auf offensichtlich falsch eingegebene Zahlen und der Datenabfrage im Interviewmodus dürfen Nutzer jedoch keine Steuerberatung erwarten. Dennoch ist auch hier der Komfort größer als beim Ausfüllen von Papierformularen: Wer Elster bereits für die Steuererklärung 2012 genutzt hat, kann auch mit wenigen Klicks die Vorjahresdaten übernehmen.

Egal, ob amtlich oder kommerziell - entscheidender Vorteil der elektronischen Steuererklärung ist das wenige Papier. Belege müssen statistisch gesehen nur in jedem fünften Fall vorgelegt werden.

Im Überblick: Die Testsieger in den einzelnen Kategorien (PDF)

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