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aktualisiert: 12.03.2015 21:32
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Gold: Neuer Run auf das Edelmetall

Glanz dank Draghi: Gold: Neuer Run auf das Edelmetall | Nachricht | finanzen.net
Glanz dank Draghi
Das Edelmetall gilt als ewige Währung. Weil die EZB mit ihrer Liquiditätsflut gezielt den Euro schwächt, ­gewinnt Gold in Europa immer mehr an Wert.
€uro am Sonntag
von Andreas Höß, Euro am Sonntag

Ein Gewerbegebiet im Süden von Leipzig: Hinter einem Bergbauunternehmen und einem großen Recyclingwerk versteckt sich eine über 100 Meter breite Industriehalle. Ein großes Unternehmensschild sucht man hier vergebens, eine repräsentative Eingangshalle auch. Dafür gibt es Stacheldraht, Kameras, Bewegungsmelder und für Besucher ein Drehkreuz mit einer Klingel. "Was hier produziert wird, muss nicht jeder wissen", sagt Adalbert Geiger, dem die Halle gehört. "Und Besucher empfangen wir sowieso selten."

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Adalbert Geiger ist Edelmetallproduzent, seine gut 50 Mitarbeiter gießen Barren und prägen Münzen. Täglich verlässt etwa eine Tonne Gold, Silber, Platin und Palladium die Hochsicherheitszone um die Produktionshalle und geht an Händler in Deutschland, der Schweiz aber auch in den Vereinigten Staaten. Verglichen mit dem Großkonzern Heraeus, der weltweit 12.500 Mitarbeiter hat und auf einen Edelmetallumsatz im Wert von 13,5 Milliarden Euro pro Jahr kommt, ist Geiger Edelmetalle ein kleiner Produzent. Aber: Er ist einer der ältesten in Deutschland.

Die Tradition des Familienunternehmens Geiger reicht bis ins Jahr 1720 zurück - weit länger, als es die 1998 gegründete Europäische Zentralbank (EZB) im 400 Kilometer entfernten Frankfurt gibt, deren Chef Mario Draghi Europas oberster Währungshüter ist. In diesen drei Jahrhunderten hat die deutsche Geschichte verschiedenste Wendungen erfahren: vom Deutschen Bund, dem Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis zur Bundesrepublik, DDR und Wiedervereinigung. Fast jedes dieser Gebilde hatte eine eigene Währung, manche mehrere. Die Güter aus dem Haus Geiger sind heute wie damals gefragt. Als Luxusgegenstand, als Wertspeicher, aber auch als Zahlungsmittel.

Geschichten wie diese bestärken Goldanleger in ihrem Glauben. Geld vergeht, Gold besteht, könnte man diesen zusammenfassen. Und während Gold bis zum Platzen der Internetblase als Relikt aus grauer Vorzeit galt, hat die Glaubensrichtung in den vergangenen Jahren viele neue Anhänger gefunden.

Die Welt im Goldrausch

"In den 90er-Jahren war Gold einfach nur ein Rohstoff", sagt Eugen Weinberg von der Commerzbank, einer der bekanntesten Rohstoffexperten in Deutschland. Dann kamen Internetblase, Finanzkrise und Schuldenkrise. "Die Zentralbanken agierten immer extremer, schufen Unmengen an Geld und senkten Zinsen auf null, um wackelnde Banken und Staaten zu stützen", so Weinberg. "Seither wird Gold wieder als Währung gesehen. Und das wird noch Jahre so bleiben."

Für Goldfans hat die Alternativwährung neben ihrer Beständigkeit also einen weiteren Vorteil gegenüber dem Zen­tralbankgeld: Sie ist nicht beliebig vermehrbar. Im Jahr 2014 wurden 3.100 Tonnen Gold aus dem Boden gegraben, so Zahlen des World Gold Council, einer Vereinigung von Minenbetreibern und Goldproduzenten. Rechne man alles bisher geförderte Gold zusammen, komme man auf insgesamt nur 177.000 Tonnen.

Ein großer Teil davon wurde zu Schmuck, über 30.000 Tonnen liegen als Devisenreserven bei den Zentralbanken, knapp 3400 Tonnen davon allein bei der Bundesbank. Und glaubt man einer Hochrechnung der Steinbeis-Hochschule Berlin aus dem Herbst 2014, gehören den Bundesbürgern 4.400 Tonnen Anlagegold in Form von Barren und Münzen und damit fast 13 Prozent der 35.000 Tonnen, die sich weltweit in Privatbesitz befinden. "Die Deutschen haben eben eine besondere Affinität zu Edelmetallen und glauben an deren inneren Wert", so Edelmetallhändler Geiger, dessen Vorgänger schon Kunden wie den Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe und den Musiker Johann Sebastian Bach beliefert haben.

Anderen fällt es hingegen leicht, der Anziehungskraft des glänzenden Metalls zu widerstehen. "Zuerst gräbt man es aus, schmilzt es zu einem Klumpen, versteckt es dann irgendwo und bezahlt Leute, die es bewachen. Dabei ist Gold einfach unnütz. Wenn die Marsmenschen das sähen, sie würden sich am Kopf kratzen", wunderte sich beispielsweise die Investorenlegende Warren Buffett bei einem Vortrag an der Universität Harvard im Jahr 1998. Viele seiner Kollegen sahen das nicht so.

Nach dem Platzen der Internetblase zur Jahrtausendwende fing die US-Notenbank Fed an, ihre Bilanz aufzublähen und die Zinsen immer weiter gegen null zu senken. Die Angst vor Inflation grassierte, außerdem verloren Gold-Gegner wie Buffett ein wichtiges Argument: Gold zahlt keine Zinsen. Denn Banken taten es auch kaum mehr und gingen sogar pleite. Der Internetblase folgte die Finanzkrise, in Europa kamen Staaten ins Straucheln, der Euro, die zweitgrößte Reservewährung der Welt, stand vor dem Aus.

Neues Gleichgewicht

Gold glänzte plötzlich wieder - nicht nur für Milliardäre wie John Paulson, die riesige Summen investierten. An Warenterminbörsen wie der Comex in New York kommen bis heute gut 100 Kontrakte auf eine real vorhandene Unze, Edelmetallfonds und physisch hinterlegte Finanzprodukte verfügten auf dem Hoch im Jahr 2011 über 2.500 Tonnen des Edelmetalls. Das Interesse der Finanzwelt katapultierte den Goldpreis in die Höhe. Von der Jahrtausendwende bis zum Herbst 2011 stieg er um fast 600 Prozent auf 1.900 Dollar je Unze. Dann kam der Absturz.

Er war ein Härtetest für den Ruf der Währung. Und er war ein Härtetest für die Nerven der Anleger, der bis heute anhält. Weil sich die Inflationssorgen nicht bewahrheiteten, es an den Aktienmärkten beständig aufwärts ging und sich die Krise in der Eurozone beruhigte, warfen Großinvestoren zwischen 2012 und 2013 knapp 1.000 Tonnen Gold auf den Markt, etwa 30 Prozent der jährlichen Minenproduktion. In der gleichen Zeit brachen die Notierungen um ein Drittel von 1.800 auf 1.200 US-Dollar ein. Seither pendelt der Preis um die Marke von 1.200 Dollar.

Entsprechend zurückhaltend sind die Schätzungen der Analysten geworden. Laut Datendienst Bloomberg gehen sie davon aus, dass die Notierungen in den kommenden beiden Jahren stagnieren oder leicht fallen werden. Allerdings sind die Prognosen mit Vorsicht zu genießen. Denn harte Zahlen wie die globale Minenproduktion oder die Nachfrage in China und Indien, den größten Goldimporteuren der Welt, spielten zuletzt bei der Preisfindung eine untergeordnete Rolle.

"Was wirklich zählt, sind die Befindlichkeiten der Anleger", sagt Rohstoffanalyst Weinberg von der Commerzbank. Und die sind schwer vorherzusagen. Die Aktienmärkte in den USA, Europa oder Japan laufen hervorragend, haben teils aber auch schon bedenkliche Höhen erreicht. Die Lage der Weltwirtschaft ist in Ordnung, könnte aber besser sein. Die Krise in der Ukraine und der Konflikt mit Russland haben geopolitische Risiken wieder zum Thema gemacht. Und die Situation um Griechenland ist weiter angespannt.

So halten sich positive und negative Einflussfaktoren die Waage, was den seit etwa zwei Jahren dahindümpelnden Wert der Angstwährung erklärt. Einen kleinen Dämpfer könnte sie demnächst durch die US-Notenbank Fed erhalten. Weil die US-Wirtschaft wieder läuft, hat die Fed ihre Notkäufe von Anleihen bereits Ende Oktober 2014 eingestellt und könnte in diesem Jahr erstmals seit der Finanzkrise die Zinsen erhöhen. Das wäre gut für den US-Dollar, der an Wert gewinnen würde, und schlecht für den Goldpreis, der in Dollar notiert ist.

Die EZB treibt den Goldpreis

Anleger aus Deutschland und Europa müssen sich dennoch nicht grämen. In Euro gerechnet hat sich der Goldpreis seit Jahresbeginn mit rund zehn Prozent Plus weit besser entwickelt, als der in Dollar notierte Börsenpreis derzeit suggeriert. "Die Leute schauen viel zu sehr auf die Dollarnotierungen", sagt Goldproduzent Geiger: "Doch wer hier Gold kauft, zahlt in Euro."

Auch Analyst Weinberg hält eine Betrachtung auf Eurobasis für konsequent: "Wenn man Gold als Währung sieht, muss man deren Entwicklung in Relation zur eigenen Währung berechnen." Das gelte übrigens auch für Japan, wo das gelbe Metall in Yen gerechnet höher notiert als auf dem Gipfel des Goldbooms, weil Japans Notenbank den Yen gezielt schwächt, um der Wirtschaft zu helfen.

Die EZB hat unter Mario Draghi nun einen ähnlichen Kurs eingeschlagen. Ab Montag schafft sie monatlich auf Knopfdruck 60 Milliarden Euro und kauft dafür vor allem Staatsanleihen der Eurozone. Insgesamt 1,14 Billionen Euro will sie so bis September 2016 ausgeben - sofern das Programm nicht noch ausgeweitet und verlängert wird, was die EZB sich offen hält. Seit das bekannt wurde, hat der Euro zum US-Dollar an Wert verloren und Gold im Gegenzug in der Eurozone an Wert gewonnen. Der Trend werde anhalten, erwartet Analyst Weinberg. "Bis Jahresende könnte der in Euro gerechnete Goldpreis um zehn Prozent auf 1.200 Euro je Unze steigen", glaubt er. Bis September 2016 seien sogar 1.400 Euro möglich.

Ob es dieser durch die EZB-Geldpolitik verursachte Preisanstieg durch die Hintertür war, der im Januar wieder viele Käufer in die Filialen der deutschen Edelmetallhändler lockte? Oder doch das Gezerre um Griechenland, dem weiter ein Euroaustritt droht? Schwer zu sagen. Bei Pro Aurum, einem der größten Händler der Republik, stieg der Umsatz im Vergleich zum Dezember jedenfalls um 60 Prozent. Bei der Bayern LB verdoppelte er sich sogar.

Griechenland, EZB, hohe Börsenkurse - Adalbert Geiger kommentiert dieses Tagesgeschehen lieber nicht. Wer wisse schon, wie das alles ausgehe. Und wie sich der Goldpreis bewege, könne auch er nicht vorhersagen. Loswerden möchte Geiger aber trotzdem noch etwas: "Angst war noch nie ein guter Berater." Und: Edelmetall sei weit mehr als nur Barren, Münzen oder Finanzprodukte. "Früher haben sich die Menschen Dinge wie Goldschmuck oder Silberbesteck geleistet, das sie über Generationen weitervererbt haben. Diese Tradition ist leider verschwunden. Heute wollen alle Barren und Münzen, also Produkte von der Stange, die man schnell kaufen und verkaufen kann. Ein ganzer Industriezweig ging verloren, auch bei uns im Haus machen wir so was nicht mehr." Dann geht er wieder in seine Produktionshalle, wo er in einen blauen Overall schlüpft, damit sich keine Textilflusen in das frisch geprägte Gold verirren.

Investor-Info

Goldinvestments
Welche Produkte es gibt

Ein breit aufgestelltes Portfolio sollte je nach persönlicher Neigung fünf bis 20 Prozent Gold beinhalten, raten Experten. Wer in Gold investieren will, hat zahlreiche Möglichkeiten. Klassischerweise erwirbt man Gold physisch in Form von Barren und Münzen. Auf der anderen Seite gibt es Zertifikate und ETC genannte Produkte, mit denen man auf das Auf und Ab des Goldpreises spekulieren kann. Und es gibt Fonds, die Goldinvestments mit unterschiedlichen Strategien verfolgen. Einige von ihnen kaufen zum Beispiel Goldbarren und ETCs, andere investieren in Aktien von Goldproduzenten und Minenunternehmen. Wer das für sich passende Produkt finden will, sollte sich dessen Vor- und Nachteile vor Augen führen. Diese werden in den Investor-Infos nachfolgend angesprochen.

Grundsatzfrage
Barren oder Bares

Goldinvestoren müssen sich eine Grundsatzfrage stellen: Kaufe ich Gold, weil ich Finanzkrisen und Staatsinsolvenzen befürchte, Währungsschnitte wie etwa ein Auseinanderbrechen des Euro für möglich halte oder mein Erspartes vor Bankpleiten retten will? Oder möchte ich lediglich auf die Entwicklung des Goldpreises spekulieren? Wer vor Extrem­szenarien Angst hat und auf der Suche nach einer Alternativwährung ist, sollte Gold in physischer Form - also in Barren und Münzen - erwerben. Finanzprodukte scheiden in diesem Fall aus. Denn wer beispielsweise in ETCs und Zertifikate investiert, verliert sein Geld, falls die Bank pleitegeht, die das Produkt anbietet. Interessant sind diese Finanzprodukte hingegen für Anleger, die lediglich auf Bewegungen des Goldpreises setzen oder ihr Portfolio um eine weitere Anlageklasse erweitern wollen. Beim Handel mit physischen Gold und bei dessen Lagerung fallen hohe Kosten an, beim Erwerb von Finanzprodukten auf den Goldpreis sind diese deutlich geringer.

Währungseffekt
In US-Dollar notiert

Beim Goldkauf sollte man sich klarmachen: Der Börsenpreis für Gold ist zwar in US-Dollar notiert, hierzulande zahlt man aber in Euro - egal, ob man Barren oder ETCs kauft. Dieser Währungseffekt macht sich bemerkbar. Der Dollar-Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monate fast zehn Prozent gefallen. Weil der Euro zum Dollar an Wert verloren hat, ist der Euro-Goldpreis aber zehn Prozent gestiegen.

Physisches Gold
Barren und Münzen

Weil der Euro zum US-Dollar an Wert verloren hat, ist Gold hierzulande im vergangenen Jahr rund zehn Prozent teurer geworden - gut für Anleger, die bereits Gold besitzen, schlecht hingegen für Neueinsteiger.
Langfristanleger sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen. In der Regel gleichen sich Währungsschwankungen über die Jahre aus. Neben dem Währungseffekt sollten Goldkäufer aber weitere Dinge beachten, etwa die Stückelung: Hier reicht die Bandbreite von Münzen mit einem Gewicht von einer Zehntelunze (etwa drei Gramm) bis hin zu Barren, die rund 12,5 Kilogramm wiegen. Wer im Ernstfall mit Gold bezahlen möchte, sollte kleine Münzen wählen, wer kostengünstig anlegen will, muss auf große Barren setzen. Denn je größer das Gewicht, desto kleiner die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Für einen 31,1 Gramm (1 Unze) schweren Goldbarren zahlt man derzeit gut 1.110 Euro.
Verkauft man ihn, erhält man 1.070 Euro. Die Preise für gängige Anlagemünzen wie Krügerrand oder Maple Leaf liegen gut fünf Euro je Unze höher. Vorsicht vor unseriösen Angeboten! Vor wenigen Tagen gab es wegen Betrugsvorwürfen beispielsweise eine Razzia bei BWF-Gold. Vertrauenswürdig sind zum Beispiel Händler wie Degussa, ESG, Pro Aurum oder Geiger Edelmetalle (siehe Euro am Sonntag-Test, Ausgabe 41/14), bei denen man sein Gold auch gegen Gebühren lagern kann. Findige Händler bieten sogar Goldsparpläne an, zum Beispiel Pro Aurum in Zusammenarbeit mit der Volksbank Löbau-Zittau. Hier kann man kontinuierlich geringe Beträge einzahlen, die ab einer bestimmten Summe in Gold investiert werden. Allerdings fallen auch hier Gebühren an.

Steuern auf Goldanlagen
Zwischen null und 45 Prozent

Wer hierzulande das gelbe Edelmetall in Form von Barren, Münzen und Schmuck kauft und es frühestens nach zwölf Monaten Haltezeit veräußert, kassiert Gewinne steuerfrei. Werden physische Gold­anlagen innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist veräußert, belegt der Fiskus dagegen Gewinne mit dem persönlichen Steuersatz (bis zu 45 Prozent).

Wer in Goldminenaktien, Gold-Investmentfonds und Gold-ETFs investiert, zahlt auf Gewinne unabhängig von der Haltedauer 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Soli und eventuell Kirchensteuer. Kursverluste sind im Gegenzug mit Gewinnen aus anderen Wertpapiergeschäften verrechenbar.

Noch nicht endgültig geklärt ist die steuerliche Behandlung von Goldschuldverschreibungen (ETCs), die einen physischen Lieferanspruch verbriefen.
Darunter fallen Goldanleihen und -zertifikate, etwa das beliebte Xetra-Gold.
Auch bei der Mehrwertsteuer gibt es differenzierte Steuerregeln für die unterschiedlichen Goldanlageformen. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich in einer Richtlinie darauf verständigt, dass der Kauf von Goldmünzen und -barren ("Anlagegold") mehrwertsteuerfrei bleibt. Davon profitieren Anleger grundsätzlich bei handelsüblichen Goldbarren sowie Goldmünzen, die nach 1800 geprägt wurden, gesetzliche Zahlungsmittel sind oder waren - und deren Marktpreis sich im Wesentlichen nach ihrem Goldgehalt bestimmt. Beim Handel mit historischen Sammlermünzen ist für die Abgabenpflicht seit 2014 eine von der EU erstellte "Robinson-Liste" maßgeblich, die als Anlagegold einzustufende Goldmünzen von der Mehrwertsteuer befreit. So können beispielsweise Goldmarkstücke der deutschen Kaiserzeit von Anlegern nun abgabenfrei ge- und verkauft werden.

ETC
Auf der Spur des Goldpreises

Wer sein Portfolio um die Anlageklasse Gold er­weitern will, kann zu einem ETC (Exchange Traded Commodity = börsengehandelter Rohstoff) greifen. Diese Produkte bilden die Entwicklung des Goldpreises möglichst genau ab und haben nur geringe Gebühren. Bekannt ist zum Beispiel das Xetra-Gold (ISIN: DE 000 A0S 9GB 0), ein ETC der Deutschen Börse. Das Produkt notiert in Euro, deshalb gibt es auch hier einen Währungseffekt. Zuletzt lief dieser zugunsten der Anleger. Etliche Analysten erwarten, dass Goldanleger wegen des schwachen Euro auch in den kommenden Monaten mit Währungsgewinnen rechnen können. Für Gold-Skeptiker bietet ETF Securities einen ETC (DE 000 A0V 9X0 9), der von einem in US-Dollar fallenden Goldpreis profitiert.

In beiden Fällen handelt es sich um Schuldverschreibungen. Geht der Finanzdienstleister pleite, der das Produkt anbietet, kann das Geld weg sein. Das Xetra-Gold ist jedoch mit physischem Gold hinterlegt, das Anleger im Fall einer Pleite einfordern können. Eine Lieferung ist aber mit hohen Kosten verbunden.

Goldfonds
Gold plus Zusatz

In die Anlageklasse Gold kann man auch über Fonds einsteigen. Der Hansagold investiert beispielsweise in Gold und andere Edelmetalle. 56 Prozent des Fondsvermögens liegen in Gold, 20 in Silber, der Rest in Platin, Palladium und Bargeld. Aus rechtlichen Gründen stecken nur 30 Prozent des Vermögens in physischem Gold, darüber hinaus kommen ETCs zum Einsatz. Fonds gelten als Sondervermögen, das Anlegergeld ist bei einer Pleite des Emittenten geschützt. Allerdings kann ein ETC-Anbieter ausfallen, dem der Fonds Geld anvertraut hat. Der Hansagold investiert währungsgesichert in Gold, profitiert also nicht vom schwachen Euro. Auch einige Manager ­flexibler Mischfonds nutzen Gold, um ihr Portfolio zu verbreitern. Im ­aktienlastigen FvS Multiple Opportunities (ISIN: LU 032 357 865 7) ­finden sich zum Beispiel immer zehn Prozent Gold.

Minenfonds
Falcon Gold Equity Fund

Über Fonds kann man auch Geld in Aktien von Minenunternehmen und Produzenten aus der Goldbranche anlegen. Deren Aktienkurse hängen zwar stark am Goldpreis, allerdings spielen bei Minenaktien auch andere Faktoren wie die Unternehmensführung oder das Börsenumfeld eine Rolle, weshalb die Produkte keine Empfehlung für echte Goldfans sind. Weil die Branche in den vergangenen Jahren unter dem gefallenen Goldpreis litt, hatten Anleger zudem wenig Freude mit den Fonds. Auf drei Jahre gerechnet ist der Falcon-Fonds fast 60 Prozent im Minus, auf zwei Jahre gerechnet rund 40.

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer großen Serie "Raus aus der Zinsfalle"!

Teil 1: Dauerbrenner: Die besten Fonds der Welt

Teil 2: Top-Aktien: Die 8 besten Aktien der Welt

Bildquellen: claffra / Shutterstock.com, Pics-xl / Shutterstock.com

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